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Weißrußland

Offizielle Amtssprache: Weißrussisch, Russisch

Umgangssprachen: Weißrussisch, Russisch, Polnisch, Litauisch, Selonisch

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In den großen Städten wird heute fast ausschließlich Russisch gesprochen. In Kleinstädten und auf dem Land findet man noch Menschen, die Trasjanka sprechen, d.i. code switching zwischen Russisch und Weißrussisch(en Dialekten). Nur wenige bedienen sich noch ausschließlich weißrussischer Dialekte. Die Statistik spricht von 2,4% reinen Weißrussischsprechern. Dazu kommen noch einige Städter, die bewußt Weißrussisch sprechen, dann allerdings meist die Standardsprache. Seit 1994 gehören sie damit automatisch zu oppositionellen Kreisen und stehen in der Gefahr staatlicher Repressalien. Seit Weißrußland russisch wurde, gab es nur zwei kurze Blütephasen des Weißrussischen: in den 20er und frühen 30er Jahren - allerdings war die damalige Belarussifizierung halbherzig - und 1991-1994. Heutzutage wird Weißrussischunterricht an den Schulen wieder zurückgefahren oder gar verboten.

Weite Gebiete im Südosten im Geb. Gomel sind heute unbewohnt oder sollten es sein, da sie von der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 verseucht wurden.

Es gibt Minderheiten von Russen, Polen und Ukrainern. Es gibt eine kleine Gruppen von türkischsprechenden Juden (Karaimer). Im Norden lebten früher kleinere baltische Völker, die inzwischen assimiliert sind. Nur eingie Selonen sprechen noch ihre Sprache.

Die aschkenasischen Juden, für die Weißrußland ein Zentrum darstellte, sind zumeist im Holocaust umgekommen, nach Israel oder in andere Teile der Sowjetunion ausgewandert. Sie sprachen Nordostjiddisch. Die im Land verbliebenen sprechen inzwischen meist Russisch.

Die Oberschicht ist unter der polnischen Herrschaft ab 15?? teilweise polonisiert worden, wenn auch geringer als in der benachbarten Ukraine. Weißrußland blieb die gesamte polnisch-litauische Zeit formal Teil des Großfürstentums Litauen. 1919-1939 gehörte der Westen Weißrußlands zu Polen. Nach 1945 wurden die Polen (also die Nachfahren der polonisierten weißrussischen Oberschicht) nach Polen vertrieben, wo sie sich zumeist in den ehemaligen edutschen Ostgebieten niederließen.