Zurück zur Startseite


Vanuatu

Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch, Bislama

Sprachfamilien: Ozeanisch

Malampa Penama Sanma
Shefa Tafea Torba

Zurück zur Australien-und-Ozeanien-Seite

Vanuatu war früher ein französisch-britisches Kondominium. Französisch und Englisch sind heute noch die hauptsächlichen Schriftsprachen, wobei etwas mehr als die Hälfte in der Schule mit dem Englischen, etwas weniger als die Hälfte mit Französisch in Berührung kommt. Allgemeines Verständigungsmittel (lingua franca) in dem für seine Sprachenvielfalt bekannten Staat ist Bislama, die dritte Amtssprache, eine englisch-basierte Kreolsprache, die sehr nah mit dem Tok Pisin Papua-Neuguineas verwandt ist. Als Muttersprache sprechen die Bewohner eine Reihe austronesischer Sprachen, im Norden ozeanische, im Süden südvanuatische. Vanuatu gilt als der Staat mit der relativ größten Sprachenvielfalt. Ungefähr ein Viertel der Bevölkerung, vor allem in Luganville und Port Vila, hat allerdings inzwischen Bislama als Muttersprache. Langfristig könnte die Sprachenvielfalt dadurch bedroht sein. Außerdem verschwinden einige Sprachen zugunsten anderer vanuatischer Sprachen.

Malampa
Zurück zur Karte

Umgangssprachen: Mpotovoro, Vao, Malua-Bay, Mae, V'enen Taut, Larevat, Vinmavis, Katbol, Dixon Reef, Nasarian, Labo, South West Bay, Malfaxal, Letemboi, Axamb, Port Sandwich, Maskelynes, Burmbar, Aulua, Repanbitip, Rerep, Unua, Lingarak, Uripiv-Wala-Rano-Atchin, Litzlitz, Maragus, Nord-Ambrym, Südost-Ambrym, Port Vato, Lonwolwol, Dakaka, Paama, (Bislama)

Malampa besteht aus den Inseln Malakula oder Malekula (mit Vao), Ambrym, Paama und Lopevi. Auf Malekula werden eine große Zahl von Sprachen gesprochen. Man faßt sie als Inner-Malekula- und als Küsten-Malekula-Sprachen zusammen; sie gehören zu den vanuatischen Sprachen.

Auf Ambrym wird Nord-Ambrym, Südost-Ambrym, Port Vato, Lonwolwol und Dakaka gesprochen, auf Paama und (ursprünglich auch auf) Lopevi Paama. Allerdings ist Lopevi seit 1960 verlassen.

Penama
Zurück zur Karte

Umgangssprachen: Raga, Abma, (Sowa), Seke, Sa, West-Ambae, Ost-Ambae, Marino, Zentral-Maewo, Baetora, (Bislama)

Penama besteht aus den Inseln Pentecost, Aoba oder Ambae und Maewo. Auf Pentecost spricht man Raga (im Norden), Abma (im Zentrum), Seke (im Baravet) und Sa (im Süden), früher im Süden auch noch Sowa, das aber inzwischen fast ausgestorben ist.

Auf Aoba bzw. Ambae werden zwei Sprachen gesprochen, die man meist West-Ambae und Ost-Ambae nennt.

Auf Maewo werden Marino, Zentral-Maewo und Baetora gesprochen.

Sanma
Zurück zur Karte

Umgangssprachen: Valpei, Vunapu, Nokuku, Tasmate, Wusi, Navut, Roria, Akei, Fortsenal, Amblong, Wailapa, Tangoa, Araki, Piamatsina, Tolomako, Tiale, Merei, Sakao, Lorediakarkar, Morouas, Shark Bay, Butmas Tur, Polonombauk, Mafea, Tambotalo, Tutuba, Aore, Narango, Malo, Bislama

Sanma besteht aus den Inseln Espiritu Santo oder einfach Santo und dem deutlich kleineren Malo sowie einigen kleineren Inseln. Vor allem in der Provinzhauptstadt Luganville gibt es viele Menschen, deren erste Sprache Bislama ist. Im übrigen werden verschiedene vanuatische Sprachen gesprochen, die zu den Sprachgruppen der Ost-Santo- und der West-Santo-Sprachen zusammengefaßt werden.

Shefa
Zurück zur Karte

Umgangssprachen: Lamenu, Bierebo, Baki, Maii, Bieria, Lewo, Emae, Namakura, Lelepa, Nord-Efate, Süd-Efate, Eton, Ifira-Mele, Bislama

Shefa besteht aus den Inseln Epi, den Shepherd-Inseln und Efate.

Auf Epi werden Lamenu, Bierebo, Baki, Maii, Bieria und Lewo gesprochen. Sie bilden die Gruppe der Epi-Sprachen innerhalb der vanuatischen Sprachen.

Die Shepherd-Inseln sind Laika, Tongoa, Tongariki, Emae, Makura, Mataso, Monument (Etarik), Nguna, Emao, Moso, Eretoka, Pele und Lelepa. Emae ist von Polynesiern bewohnt, auf den übrigen Inseln wird Nord-Efate (Nguna und Tongoa), Namakura (Mataso, Makura, Tongoa, Tongariki) und Lelepa (auf Lelepa) gesprochen. Sie gehören zu den zentral-vanuatischen Sprachen.

Auf Efate werden neben den zentral-vanuatischen Sprachen Nord- und Süd-Efate sowie Eton noch die polynesische Sprache Mele-Fila und Bislama gesprochen. Vor allem in Port Vila, das die Hauptstadt Vanuatus ist, gibt es viele Bislama-Muttersprachler.

Tafea
Zurück zur Karte

Umgangssprachen: Sie, [Sorung], Ura, [Utaha], Nord-Tanna, Lenakel, Südwest-Tanna, Weasisi, Kwamera, Aneityum, Futuna-Aniwa, (Bislama)

Tafea besteht aus den Inseln Erromango, Tanna, Anatom sowie Futuna und Aniwa. Die von Vanuatu wie von Frankreich beanspruchten unbewohnten Matthew- und Hunterinseln gehören für die vanuatische Regierung ebenfalls zu Tafea.

In Tafea werden, außer auf Futuna und Aniwa, die südvanuatischen Sprachen gesprochen, die mit den übrigen vanuatischen Sprachen nur lose verwandt sind. Auf Erromango sind dies die Erromanga-Sprachen; sie waren bis vor kurzem Sie, Sorung, Ura und Utaha. Allerdings sind Sorung und Utaha ausgestorben. Auf Tanna spricht man die Tanna-Sprachen: Nord-Tanna, Lenakel, Südwest-Tanna, Weasisi und Kwamera. Auf Anatom oder Aneityum wird Aneityum gesprochen.

Auf Futuna und Aniwa wird eine polynesische Sprache gesprochen, die man meist Futuna-Aniwa, manchmal auch West-Futuna, nennt.

Torba
Zurück zur Karte

Umgangssprachen: Hiu, Lo-Toga, Löyöp, Lehali, Mwotlap, Mota, Volow, Lemerig, Vera'a, Vurës, Mwesen, Mwerlap, Nume, Lakon, Olrat, Koro, Dorig, (Bislama)

Torba besteht aus den Torres-Inseln (Hiu, Linua, Loh, Metoma, Tégua, Toga, Nmwel) und den Banks-Inseln. Auf Hiu wird Hiu gesprochen, auf den übrigen Torres-Inseln Lo-Toga. Die meisten Hiu sprechen auch Lo-Toga.

Die Banks-Inseln sind: Ureparapara, die Rowa-Inseln, Motalava (Mota Lava), Vanua Lava, Mota, Gaua (auch als Santa-Maria-Insel bekannt), Merelava, Merig und einige kleinere Inseln. Auf Ureparapara wird Lehali und Löyöp gesprochen. Auf Motalava herrscht das Mwotlap vor, es gibt noch einen Volow-Sprecher. Auf Vanua Lava spricht man Lemerig, Vera'a, Vurës und Mwesen. Auf Mota ist Mota allgemeine Umgangssprache. Auf Merelava ist es Mwerlap, das auch auf Merig und Gaua gesprochen wird, auf Gaua neben Nume, Lakon, Olrat, Koro und Dorig.

Sprachenkarte I, II (Ethnologue)

Geschichte

Heute leben nur austronesisch-sprachige Völker in Vanuatu. Sie kamen wahrscheinlich ab 4000v.Chr. Ob vorher andere Völker auf Vanuatu siedelten, ist noch ungewiß. Bisher gibt es keine Hinweise darauf. Erst 1906 kamen die Inseln unter europäische Herrschaft. Sie wurden als Neue Hebriden ein britisch-französisches Kondominium. Allerdings gab es seit 1825 Einwanderer aus Polynesien und Europa/Europäisch-Australien auf den Inseln. 1980 wurden sie als Vanuatu unabhängig.

Früher sprachen die meisten Vanuatuer mehrere einheimische Sprachen. In den letzten Jahren hat Bislama diese Praxis weitgehend ersetzt; es ist normal geworden, nur Bislama (evtl. noch Englisch und/oder Französisch) und seine Muttersprache zu beherrschen.

Vanuatu beansprucht auch die unbewohnten Matthew- und Hunter-Inseln, die hier unter Neukaledonien aufgeführt sind.

Ethnologue.
Wikipedia.
http://alex.francois.free.fr/motalava/img/North_Vanuatu_lgs.jpg.
http://www.massey.ac.nz/~wwpubafs/2003/masseynews/oct/oct20/stories/24-18-03.html.
http://coombs.anu.edu.au/SpecialProj/VAN/erromango.html.
http://coombs.anu.edu.au/SpecialProj/VAN/tanna.html.
http://coombs.anu.edu.au/SpecialProj/VAN/santo.html.