
Offizielle Amtssprache: Ukrainisch
Im Osten des Landes leben viele Russen. Im übrigen wird Ukrainisch gesprochen.
Die aschkenasischen Juden, für die die Ukraine ein Zentrum darstellte, sind zumeist im Holocaust umgekommen, nach Israel oder in andere Teile der Sowjetunion ausgewandert. Sie sprachen Südostjiddisch. Die im Land verbliebenen sprechen inzwischen wohl meist Russisch.
Im Westen der Ukraine, der 1919-1939 zu Polen gehörte, bestand die Oberschicht seit der Frühen Neuzeit aus Polen. Diese wurden 1945 vertrieben und zumeist in den ehem. Ostgebieten des Deutschen Reiches angesiedelt.
Im Süden der Ukraine gab es viele Mennoniten-Siedlungen (Plautdietschsprecher) sowie lutherische mitteldeutschsprachige Siedler. Sie sind teilweise schon im 19. Jh. Richtung Amerika ausgewandert, im übrigen weitestgehend nach Mittelasien verschleppt.
Das Gebiet gehört zu Galizien. Es war bis 1940 polnisch. Polen stellten die Oberschicht, hier im Westen sogar die Bevölkerungsmehrheit. Daneben gab es eine starke jiddische Minderheit sowie eine kleinere galiziendeutsche. Die Juden wurden ermordert, die Galiziendeutschen 1940 nach Polen ausgesiedelt, die Polen wurden 1945 in das neue Westpolen vertrieben.
Neben Polen lebten in Wolhynien Wolhyniendeutsche. Sie sind 1940 in den deutsch gewordenen Gebiete Polens ausgesiedelt oder nach Mittelasien verschleppt worden.
In Uschhorod lebt eine beträchtliche slowakische Minderheit sowie eine Minderheit von Ruthenen. Das Gebiet gehörte unter der Bezeichnung Karpatoukraine 1918-1945 zur Slowakei. In der Karpatoukraine sprachen einige Juden auch Ungarisch.
Das Gebiet stellt den ukrainischen Anteil der Bukowina dar. Bis 1940 gehörte es ganz zu Rumänien. Bis dahin lebten jiddischsprachige Juden, Rumänen, Ukrainer und Bukowinadeutsche im Land. Letztere wurden 1940 nach Polen ausgesiedelt.
Das Gebiet gehört zu Galizien. Es war bis 1940 polnisch. Polen stellten die Oberschicht, daneben gab es eine starke jiddische Minderheit sowie eine kleinere galiziendeutsche. Die Juden wurden ermordert, die Galiziendeutschen 1940 nach Polen ausgesiedelt, die Polen wurden 1945 in das neue Westpolen vertrieben.
Das Gebiet gehört zu Galizien. Es war bis 1940 polnisch. Polen stellten die Oberschicht, daneben gab es eine starke jiddische Minderheit sowie eine kleinere galiziendeutsche. Die Juden wurden ermordert, die Galiziendeutschen 1940 nach Polen ausgesiedelt, die Polen wurden 1945 in das neue Westpolen vertrieben.
Man spricht vornehmlich Ukrainisch.
Zu Odessa gehört auch der Budschak, der Teil Bessarabiens, der 1940 zur Ukraine kam. Bis dahin gehörte er wie das übrige Bessarabien zu Rumänien. Im Budschak lebten u.a. die Bessarabiendeutschen. Sie wurden 1940 nach Polen ausgesiedelt. Die Bessarabiendeutschen sind Einwanderer aus Württemberg sowie Westpreußen und Posen, die nach 1814 ins Land gekommen waren.
Außerdem gehört zu Odessa ein Teil des Gebiets, das 1918-1940 die Moldauische ASSR darstellte. Hier gibt es rumänische bzw. moldawische, also moldauische Streusiedlungen in sonst ukrainischsprachigem Gebiet. Dieser Umstand diente damals als Begründung dafür, die Moldauische ASSR zu errichten, deren hauptsächliche Funktion es war, darin zu erinnern, das die Sowjetunion Anspruch auf das damals zu Rumänien gehörende Bessarabien anmeldete. 1940 wurde die Moldauische ASSR zwischen der neuen Moldauischen SSR (heute der Landesteil Transnistrien der Republik Moldawien) und dem Geb. Odessa aufgeteilt.
http://www.kloestitzgenealogy.org/besiedlung.htm.
Umgangssprachen: Russisch, Surzhyk
In der Stadt Charkiw (russ. Charkow) wird vornehmlich Russisch gesprochen, auf dem Land in der Regel Surzhyk, eine russisch-ukrainische Mischsprache. Ukrainer stellen offiziell 70%, Russen 25%. An übrigen Minderheiten oberhalb der 0,1% gibt es Weißrussen (0,5%), Juden (0,4%), Rumänen (0,5%), Aserbaidschaner (0,2%), Georgier (0,15%) und Tataren (0,14%). Sie alle sprechen Russisch oder Surzhyk. Bis ca. 1630 war die Region spärlich besiedelt. Im Zusammenhang mit dem Chmelnyckyj-Aufstand wurde die Region von Ukrainern besiedelt.Offizielle Amtssprache: Ukrainisch, Russisch (seit 2006)
Hauptsächliche Umgangssprachen: Russisch, Surzhyk
Das Gebiet (russ. Lugansk) gehört zur Sloboda-Ukraine. Es war nie Teil von Polen-Litauen. Ukrainer machten 2001 58% der Bevölkerung aus, gegenüber 39% Russen. Wahrscheinlich sind letztere rezentere Einwanderer; Luhansk ist Bergbau-Region. Außer Russen und Ukrainern leben 120 Nationalitäten im Gebiet, nur Weißrussen (0,8%), Rumänen/Moldauer (0,4%) und Tataren (0,3%) überschreiten die 0,1%-Marke. Außerdem gibt es je 0,1% Aserbaidschaner, Juden, Zigeuner, Polen, Georgier, Bulgaren und Deutsche. Im Gebiet war das Russische zumindest seit sowjetischen Zeiten immer stark. Nur ein Drittel der Einwohner ist das Ukrainischen mächtig (die Hälfte der ethnischen Ukrainer). Allgemeine Umgangssprache ist Russisch; die "Ukrainisch-Sprecher" sprechen meist eher Surzhyk als Ukrainisch. 2006 hat die Gebietsregierung Russisch zur zweiten Amtssprache im Gebiet erklärt. Von den Minderheiten sprechen Armenier, Aserbaidschaner, Zigeuner und Georgier knapp zur Hälfte ihre Muttersprache, Rumänen/Moldauer sowie Tataren zu einem Fünftel, Weißrussen zu einem Siebtel, die übrigen unter 10%.
Umgangssprachen: Russisch, Surzhyk, (Türkisch, Griechisch)
Das Gebiet ist Zentrum des Donbas-Raumes, des "Ruhrgebiets" der Ukraine und Rußlands. Daher hat es viel Einwanderung gegeben. Für die Nationalitäten werden Ukrainer mit 57%, Russen mit 40% angegeben. Ukrainisch spricht aber nur ein Fünftel der Bevölkerung (40% der ethnischen Ukrainer). Mit Ukrainisch ist eher Surzhyk gemeint. Allgemeine Umgangssprache ist Russisch. Außer Russen und Ukrainern leben verschiedene andere Nationalitäten im Gebiet. Nur Griechen überschreiten dabei 1% (1,8%). Die nächstkleineren Nationalitäten sind Weißrussen (0,9%), Tataren (0,4%), Armenier (0,33%), Juden (0,18%), Aserbaidschaner (0,17%), Georgier, Rumänen/Moldawier (je 0,15%), Bulgaren, Deutsche, Polen, Zigeuner (je 0,1%). Sie alle sprechen vornehmlich Russisch. In der Regel sprechen unter 10% der "kleineren" Nationalitäten die mit der Nationalität verbundene Muttersprache; lediglich Aserbaidschaner, Armenier und Zigeuner sprechen "ihre" Sprache zu gut 40%, Tataren und Georgier zu etwa einem Viertel, Weißrussen und Rumänen/Moldawier zu 10-15%.
Die Griechischsprecher (etwa 5% aller ethnischen Griechen) leben vor allem in Mariupol und sprechen einen griechischen Dialekt, der wohl dem Pontischen nahe ist (?). Als Griechen gelten auch die Urum, die in zehn Dörfern im Südosten leben. Sie sprechen aber Türkisch und sind Muslime. Ihre Zahl ist zwölfmal größer als die der griechischsprechenden "Griechen".
Der Norden des Gebiets gehörte im 17. Jh. zur Sloboda-Ukraine, stand also unter russischer Herrschaft. Der Süden ist Teil der Süd-Ukraine, der Steppenregion, und war bis ins 17. Jh. nur von Nomaden bewohnt. Im 17. Jh. herrschte hier das Khanat der Krim.
In Zmijivka gibt es im Ortsteil Gammalsvenskby eine schwedische Minderheit von rund 200 Personen, von denen einige wenige noch den als archaisch geltenden lokalen Dialekt sprechen. Die Siedler kamen 1781 auf kaiserlichen Befehl von der Insel Dagö (Hiiumaa) in Estland. Die meisten Schweden verließen das Dorf 1929, mehrere hundert kamen aber in den 30er Jahren zurück.
Die Krim ist autonom. Russisch ist die beherrschende Sprache. Russen stellen die Bevölkerungsmehrheit. Es gibt aber auch Ukrainer. Seit den 90er Jahren sind auch etliche Krimtataren wieder auf die Krim eingewandert. Sie sprechen aber auch teilweise eher Russisch als Krimtatarisch. Das Krimgotische ist im 16. Jh. ausgestorben.
Die einen Dialekt des Krimtatarischen, das Krimtschakische sprechenden rabbinischen Juden sind meist nach Israel ausgewandert. Ihnen war das Hebräische Kirchensprache. Die Krimtatarisch sprechenden nicht-rabbinisch jüdischen Karäer (für sie diente nicht Hebräisch als Kirchensprache) sind assimiliert oder nach Israel ausgewandert.
Für die Geschichte der Ukraine sind folgende Regionen gesondert zu betrachten: Die Westukraine, die Zentralukraine, die Ostukraine, die Nordbukowina, die Karpatoukraine, Neurußland und die Krim.
In der Westukraine sind ostgermanische Stämme die frühesten greifbaren Einwohner, und zwar Lugier und Gepiden.
In der Zentralukraine sind Skythen die ersten greifbaren Einwohner. Sie wurden ? von Sarmaten verdrängt.
In der Ostukraine
Die Nordbukowina Die Ukraine teilt sich in zwei Großregionen: die Süd-Ukraine und die übrige Ukraine. Unabhängig von diesen beiden sind folgende Randregionen zu betrachten: die Nord-Bukowina, die Karpatenukraine und die Krim. Die Süd-Ukraine ist Steppenland. Sie war bis ins 17. Jh. vornehmlich von Nomaden bewohnt. Sie war das Durchgangsland verschiedener Nomaden-Stämme nach Europa. Zuletzt gehörte sie zum Khanat der Krimtataren. Die übrige Ukraine war wohl in vor-slawischer Zeit Teil des skythischen, später des sarmatischen Gebiets. In den letzten Jahrhunderten ihrer Existenz wurden die Skythen und Sarmaten, die als das Nomaden-Volk mit der höchsten Kultur gelten, im Raum der (Nicht-Süd-)Ukraine auch seßhaft. Seit dem 6. oder 7. Jh. gehört die (eigentliche) Ukraine (einschl. der Randregionen außer der Krim) zum ostslawischen Siedlungsgebiet. Hier war das Kernland des Reiches der Kiewer Rus. Nach deren Ende durch die Mongolenstürme hatte das Land zunächst eine schwache mongolische Oberherrschaft zu ertragen, kam aber bald unter die Herrschaft des Großfürstentum Litauen. Mit diesem wurde es ab 1386 Teil des polnisch-litauischen Reiches. Dabei wurde Galizien bald Polen zugeschlagen, weite Teile der übrigen Ukraine folgten nach der Realunion 1569. Im Gefolge wurde der Großteil der Oberschicht polonisiert. In den ersten Jahrhunderten waren sich diese "Neu-Polen" ihrer ursprünglichen ukrainischen Herkunft noch bewußt, später fühlten sie sich nur noch als Polen. Sie wurden 1945 aus der Ukraine vertrieben und in den deutschen Ostgebieten angesiedelt, wo die Nachkommen germanisierter Polen und deutscher Siedler im Zuge der "Westverschiebung Polens" ihr Land verlassen mußten und in das heutige Deutschland flohen.
Der Westteil dieser Kern-Ukraine nennt sich Galizien und wurde bald dem polnischen Teil Polen-Litauens zugeschlagen. Damit verstärkte sich der polnische Einfluß in den folgenden Jahrhunderten noch; hier kam es zur griechisch-katholischen oder unierten Kirche - man verband die Riten der orthodoxen Kirchen mit der Anerkennung des Primats des Papstes. Bei den polnischen Teilungen kam Galizien (das mit einem Teil polnischen Siedlungsgebiets zum Kronland Galizien wurde) und West-Wolhynien an Österreich und blieb bis 1918 bei diesem. Hier entwickelte sich im 19. Jh. eine ukrainischen Nationalbewegung (auf Vorbild östlicher Gebiete hin; das Ukrainische wurde hier Ruthenisch genannt); diese rekrutierte sich aufgrund der sozialen Verhältnisse aber aus der ländlichen Bevölkerung und konkurrierte mit den städtischen Kulturen der Polen, Deutschen und Juden. In den Städten waren Ukrainer kaum vertreten, die Städte waren multikulturell: polnisch, deutsch, jiddisch, armenisch (es gab auch eine armenisch-katholische Kirche)... Auf dem Land dominierten Ukrainer, daneben gab es einige Juden und Deutsche. 1918 fiel Galizien und West-Wolhynien an Polen. Es begann eine Polonisierungspolitik, die 1940/45 durch die Russifizierungspolitik im Rahmen der Sowjetunion abgelöst wurde.
In der übrigen Kern-Ukraine bildeten sich eine neue Herrschaftsform heraus. Auf der Vorbild türkischer Steppennomaden aus dem Süden entstanden die Gesellschaften der Kosaken, die weitgehend unabhängig waren und eine demokratische Herrschaftsstruktur hatten. Im Laufe der Zeit bildeten sich aufgrund der Beziehungen zu den umgebenden Mächten vier verschiedene Regionen: die rechtsufrige Ukraine, die bei Polen-Litauen (genauer Litauen) verblieb (rechtsufrig heißt: westlich des Dnjepr); die linksufrige Ukraine, die sich 1654 unter moskowitische Schutzherrschaft begab, aber autonom blieb; die Saporoger Sitsch, die sich ebenfalls Moskau unterwarf, faktisch aber unabhängig blieb; die Sloboda-Ukraine. Die Sloboda-Ukraine gehörte seit Beginn der kosakischen Bewegung zu Moskau bzw. Rußland. Sie war im Gefolge dieser Bewegung erstmals besiedelt worden. Auch sie war in vielem faktisch autonom. Ende des 18. Jhs. wurden alle Autonomien der russischen Gebiete aufgehoben; es begann eine Russifizierungspolitik. In deren Gefolge verschmolz die Oberschicht mit der russischen Kultur.
Die Süd-Ukraine war bis ins 18. Jh. nur sehr dünn besiedelt, von Nomaden. Sie stand unter der Herrschaft wechselnder Nomadenvölker wie den Chasaren, den Petschenegen, zuletzt der Krimtataren. Als 1783 das Krimkhanat Teil Rußlands wurde, begann die bäuerliche Besiedlung dieser fruchtbaren Gegend. Sie wurde als Neurußland bekannt. Die Siedler gehörten zu verschiedenen Ethnien. Die Mehrheit von ihnen war Ukrainer. In einigen Regionen dominierten aber Russen.
Auf der Krim herrschten zuletzt die Krimtataren, die hier allerdings (im Gegensatz zu "Neurußland") seßhaft waren. 1783 fiel die Krim an Rußland. Die Krimtataren blieben aber die Mehrheit der Bevölkerung, trotz Einwanderung aus anderen Teilen des Russischen Reiches. Bei Gründung der Sowjetunion war die Krim Teil der Russischen SFSR, die Krim stellte darin eine ASSR dar. Stalin vertrieb die Krimtataren 1941. Seitdem stellen Russen die Bevölkerungsmehrheit. 1954 wurde die Krim dennoch Teil der Ukrainischen SSR, die Krimtatarische ASSR wurde aufgelöst.
Die Nord-Bukowina gehörte zum Fürstentum Moldau, die Karpatenukraine zu Ungarn. Hier stellten Rumänen bzw. Ungarn die Oberschicht. Ukrainer bildeten nur die ländliche Bevölkerung. Die Karpatenukraine kam 1918 an die Tschechoslowakei, 1939 an Ungarn, 1945 an die Ukrainische SSR. Die Nord-Bukowina wurde Ende des 18. Jh. österreichisch, 1918 rumänisch und ist seit 1945 Teil der Ukraine.
Heute muß man vor allem zwischen der West-Ukraine, der Ost-Ukraine und der Krim unterscheiden. Während die West-Ukraine erst seit 1945 unter russischer Herrschaft stand und stark nach Westen hin orientiert ist, stand die Ost-Ukraine dreihundert Jahre unter russischer Herrschaft und ist dorthin orientiert. In weiten Teilen des äußersten Osten sowie in Neurußland hat die Russifizierung Früchte getragen. Umgangssprache ist entweder Russisch (in den Städten) oder ein stark russisch beeinflußtes Ukrainisch, mit russisch-ukrainischem code switching, genannt Surzhyk. Im Westen wird Ukrainisch gesprochen. Die Dialekte sind teilweise stark polnisch beeinflußt. Auf der Krim leben ohnehin vorwiegend Russen. In jüngster Zeit wandern auch verstärkt Krimtataren auf die Krim ein. Ihre Umgangssprache ist allerdings heute auch meist Russisch, nach Jahrzehnten als Minderheit in Mittelasien. Die Karpatenukraine und die Nord-Bukowina sind in die West-Ukraine integriert, in ersterer gibt es allerdings Autonomiebestrebungen; teilweise gehen deren Verfechter auch von einer eigenen "rusynischen" Sprache aus. Der dortige Dialekt ist in der Tat weiter von den übrigen entfernt als die übrigen untereinander.
Wikipedia.
Andreas Kappeler (²2000): Kleine
Geschichte der Ukraine (Beck'sche Reihe; 1059), München:
Beck.
Ernst Lüdemann (1995): Ukraine (Beck'sche Reihe; 860:
Länder), München: Beck.
http://www.kloestitzgenealogy.org/besiedlung.htm.