Offizielle Amtssprache: Deutsch
Einheimische Umgangssprachen: ·Hochdeutsch/Sächsisch, Thüringisch/Fränkisch/Vogtländisch, [Niedersächsisch]
Südlich des Rennsteiges wird Ostfränkisch gesprochen. Der Landkreis Altenburger Land gehört zum Osterland; der Dialekt ist vielleicht schon dem Sächsischen zuzurechnen. Der Landkreis Greiz gehört zum Vogtland, dessen Hauptteil in Sachsen liegt. Die Dialekte im zu Thüringen gehörenden Teil des Untereichsfelds können vielleicht schon zum Niederdeutschen gerechnet werden. Der thüringische Einfluß ist aber stark. Das Obereichsfeld ist thüringisch. Um Geisa wird Hessisch gesprochen. Die Dialekte im Altenburger Land zählen schon zum Sächsischen, allerdings mit starkem thüringischen Einfluß, da die Gegend vor allem von Thüringen her besiedelt wurde.
Das Thüringische läßt sich in Nordthüringisch, Nordostthüringisch (in Sachsen-Anhalt), Westthüringisch, Zentralthüringisch, Ilmthüringisch, Südostthüringisch und Ostthüringisch unterteilen.
Heutzutage wird in Thüringen zunehmend Hochdeutsch (mit thüringischer Aussprache, die der sächsischen entweder nah verwandt ist oder sich ihr angeglichen hat - oder umgekehrt; das läßt sich nicht mehr feststellen) gesprochen. Dabei gibt es starke Einflüsse seitens des Dialekts, der bei den nach 1960 geborenen im west-, zentral-, ilm-, nord- und nordostthüringischen Sprachraum bereits ausgestorben ist. Die Germanisten nennen dieses Hochdeutsch mit starkem dialektalen Substrat Verkehrsdialekt.
Stark ist der Dialekt vor allem im ostfränkischen Raum Thüringens . Die Stellung des Dialektes ist aber auch in Südthüringen bei weitem nicht so stark wie im benachbarten gleichsprachigen Nordbayern. Eine Quelle erklärt dies damit, daß die Dialekte den verantwortlichen Kräften wegen ihres fränkischen Charakters in der DDR-Zeit zu "westdeutsch" klangen und er deshalb von regierungsnahen und -treuen Kreisen besonders ungern gehört wurde. In den ostfränkischen Gebieten sind von den um 1960 geborenen noch gut die Hälfte mit Dialekt aufgewachsen.
Rechts der Saale siedelten seit der Völkerwanderung Slawen, der Rest des Landes war vom germanischen Volk der Hermunduren oder Thüringer besiedelt, die noch vor der Zeitenwende eine vorherige keltische Bevölkerung verdrängten oder assimilierten. Die Thüringer wurden um 550 Teil des fränkischen Reiches, dies ging mit massiver fränkischer Einwanderung einher. Ein neuer fränkischer Dialekt, das Thüringische, entstand, mit wahrscheinlich heftigem hermundurischem Substrat, denn das Thüringische unterscheidet sich stark von anderen fränkischen Dialektgruppen. Südlich des Rennsteigs war das Substrat schwächer, die Dialekte zählen zum Ostfränkischen. Der Norden kam zu den Sachsen und wurde assimiliert; erst im Mittelalter bzw. sogar erst in der Frühen Neuzeit setzte sich hier das (damalige) Thüringische "wieder" durch. Die rechtssaalischen Slawen wurden im Zuge der Ostkolonisation im hohen Mittelalter germanisiert. Seit dem 19. Jh. weichen die thüringischen Dialekte zunehmend dem Hochdeutschen. Neue hochdeutsche Dialekte entstehen.
Das unmittelbare Grenzgebiet wurde 1952 evakuiert.
Karl Spangenberg (1990): Thuringian, in: Charles V.J. Russ
(Hrsg.): The Dialects of Modern German: A Linguistic Survey, London:
Routledge.
60x Deutschland. Sendung der ARD. 2009