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Texas (Vereinigte Staaten von Amerika)

Frühere Sprachfamilien: Caddoan, Tonkawa, Uto-Aztekisch, Apache, Kiowa-Tanoan

Hauptsächliche Umgangssprachen: Englisch, Spanisch, (Texasdeutsch)

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Im Osten, der noch dem indianischen Südosten zugerechnet wird, sprach man Caddo, Tonkawa und Karankawa. Der größte Teil des Landes wird den Plains zugerechnet; hier sprach man Comanche, Lipan, Kitsai und Wichita, im Norden auch Kiowa. Der Westen wird schon zum indianischen Südwesten gerechnet. Hier wurde Jumano gesprochen. Die Caddo sind 1859 nach Oklahoma geflüchtet, ebenso die Kitsai. Umgekehrt wanderten 1792 14 Adai-Familien nach Südwesttexas aus Louisiana aus, gaben aber ihre Sprache in den folgenden Jahrzehnten auf.

Etwa ein Viertel der Bevölkerung spricht Spanisch. Übrige Sprachen außer Englisch machen etwa 10% der Bevölkerung aus, je zwei Fünftel davon indogermanische und asiatische Sprachen sprechend. Die drittgrößte Sprache in Texas ist Vietnamesisch, die viertgrößte sind die chinesischen Sprachen, die fünftgrößte Deutsch und Niedersächsisch, die sechstgrößte Französisch.

Die übrigen zwei Drittel der Bevölkerung sprechen Texanisches Englisch, das zum Southern American gehört. Es ist ein Kolonialdialekt, der verschiedene Elemente südstaatlicher Dialekte verbindet, mit South-Midlands-Elementen und "Deep-South"-Elementen, die teilweise bis heute konkurrieren. Auch ein spanisches Substrat ist zu bemerken. Dabei ist die Dialektlandschaft nicht einheitlich. Im Osten und Südosten überwiegen die "Deep-South"-Elemente, im Norden und im Zentrum die "Upper-South"-Elemente. Im Westen von Texas wird schon (Süd-)Western American gesprochen.

In jüngster Zeit nehmen die südstaatlichen Elemente ab, außer im Panhandle im äußersten Norden.

Die größte Einwanderergruppe sind die Mexikaner (25%), gefolgt von Afroamerikanern (12%) und Deutschen (10%). Deutsch bzw. Niedersächsisch als Umgangssprache ist vor allem durch den Ersten Weltkrieg zurückgegangen.

In Texas gibt es nur drei winzige Reservate, Ysleta del Sur im Westen (Süd-Tewa/Tigua), Kickapoo im Süden und Alabama-Coushatta im Osten. Alle drei gehen auf Einwanderung zurück. Die Kickapoo leben auf beiden Seiten der Grenze zu Mexiko. Unter den Coushatta gab es bis vor kurzem noch Sprecher, die Mobilian Jargon beherrschten.

Die Cajuns, die in den Osten von Texas eingewandert sind, haben ihre Sprache aufgegeben. Das gleiche gilt weitestgehend für die deutschen Einwanderer im Zentrum; sie gaben aber erst in den Fünfziger Jahren ihren stark vom Englischen beeinflußten Dialekt, das Tex-Deutsch. Ebenso im Zentrum leben tschechische Einwanderer sowie die einzigen sorbischsprachigen Einwanderer Amerikas. Die ersten nicht-spanischen Einwanderer kamen aber aus den übrigen Südstaaten der USA sowie aus Irland. Die asiatischen Einwanderer der letzten Jahrzehnte, vor allem die Vietnamesen, konzentrieren sich vor allem an der Küste.

Im Süden von Texas herrscht das Spanische vor, ebenso im äußersten Westen um El Paso. Die Nachkommen der spanischsprachigen Texaner, die vor der angloamerikanischen Besiedlung im Land lebten, unterscheiden sich im Ansehen, ein wenig auch im Dialekt von den Einwanderern aus Mexiko.

Geschichte

In das Territorium des heutigen Staates Texas teilten sich drei nordamerikanische Kulturräume: die Südwestkultur im Westen, die Südostkultur im Osten, die Plains-Kultur im übrigen Staat.

Die Südost-Kultur äußerste sich im Mittelalter in der "Moundbuilder"-Kultur. Ost-Texas gehörte zur Peripherie dieser Kultur. Im Nordosten von Texas lebten die Caddo und weitere Völker, die zu den Nachfahren dieser Kultur gehören.

Im Küstenstreifen von Südtexas lebten Karankawa und Coahuilteca. Sie lebten als Halbnomaden.

Die Südwest-Kultur war die Pueblo-Kultur. Im Westen von Texas siedelten in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten die Mogollon. Über sie ist sprachlich nichts bekannt. Später bewohnten die Jumanos die Gegend (möglicherweise die Nachfahren der Mogollon), deren sprachliche Zuordnung gleichfalls schwierig ist.

Die Plains wurden erst durch die ersten Pferde, die im 16./17. Jh. in die Region gelangten, wirklich besiedelt. In dieser Zeit wanderten Apatschen, Komantschen, Kiowa und Tonkawa ein. Die Komantschen wurden dabei die dominante Ethnie.

Erst im 17. Jh. begannen spanische Siedlungen in Südtexas. Die meisten "spanischen" Siedler in Texas kamen aus Mexiko; viele von ihnen waren Mestizen. Ihre Sprache war allerdings ausschließlich das (nordmexikanische) Spanische. Im 18. Jh. kann man auch von spanischer Herrschaft über dieses Gebiet sprechen. In dieser Zeit wurden die südtexanischen Indianer christianisiert. Ende des Jhs. weitete sich die Herrschaft auch auf Ost- und Westtexas aus. Die Plains blieben unbehelligt. Unter spanischer Herrschaft starben die Karankawa, Jumanos und Coahuilteca bald aus. Auch die Caddo wurden dezimiert.

1821 wurde Mexiko und damit auch Texas von Spanien unabhängig. Zu dieser Zeit lebten nur wenige nicht-indianische Siedler in Texas. Texas wurde dem Bundesstaat Coahuila y Tejas einverleibt. Seit der Unabhängigkeit wanderten US-Amerikaner, hauptsächlich aus den Südstaaten, nach Texas ein. Sie ließen sich zunächst hauptsächlich im Zentrum des Landes nieder, aber auch im Osten und Süden. Schon nach wenigen Jahren hatten sie die spanischsprachigen Siedler überflügelt. Die Siedler brachten afrikanischstämmige Sklaven mit und führten damit auch die Institution der Sklaverei nach Texas ein.

Im 19. Jh. wanderten weitere Indianer nach Texas ein: die Wichita im Norden und die Cherokee 1820 im (Nord-)Osten.

1836 wurde der Ostteil des heutigen Texas als Rep. Texas unabhängig; die Rep. beanspruchte aber noch weitere Territorien. Zu dieser Zeit stellten die us-amerikanischen Einwanderer bereits die Mehrheit der Bevölkerung. 1845 wurde Texas von den USA als 28. Bundesstaat annektiert. 1848 wurden die heutigen Grenzen erreicht. In der Republik begann auch die Inbesitznahme der Plains - und die Verdrängung der Indianer. 1861 trat Texas den Konföderierten Staaten von Amerika bei. Nach dem verlorenen Bürgerkrieg wurde es 1865 wieder den USA angegliedert. Seit der Annektion strömten weitere Siedler ins Land: Die meisten kamen weiter aus den Südstaaten, doch kamen jetzt auch Neuengländer, Midwest-Amerikaner und Europäer. Die größte Gruppe waren seit den 1850er Jahren die Deutschen, kleinere Gruppen kamen aus Irland, Nord- und Osteuropa.

Die deutschen Siedler kamen aus verschiedenen Regionen Deutschlands und aus dem Elsaß. Ihre Sprachen behielten die Siedler aber nicht bei, sondern es bildete sich ein gesamttexanischer neuer Kolonialdialekt, der dem Standarddeutschen ähnelt - mit starkem englischem Einfluß: das Texasdeutsch. Während die meisten übrigen europäischen Einwanderergruppen sich sprachlich bald assimilierten (es blieben aber kleine Gruppen von Tschechisch-, Polnisch und Sorbischsprechern), blieb Texasdeutsch allgemeine Umgangssprache unter den Deutschstämmigen bis zum 1. Weltkrieg. Seitdem nimmt die Zahl der Sprecher kontinuierlich ab, der Dialekt steht kurz vor dem Aussterben.

Unter den englischsprachigen Texanern entstanden mehrere einander ähnelnde Kolonialdialekte: Im Osten und im Zentrum blieben die Dialekte dem "Deep South" ähnlich, im Westen und Süden entstanden Dialekte, die dem Western American ähneln, aber noch den Südstaatendialekten zuzurechnen sind, im Norden setzten sich im wesentlichen die "Lower South"-Dialekte durch. Alle diese Dialekte unterscheiden sich aber von den übrigen Südstaatendialekte, da alle Dialekte Einflüsse aus nördlicheren Dialekten aufweisen, während die nordtexanischen "Deep South"-Einflüsse und die ost- und zentraltexanischen "Lower South"-Einflüsse aufweisen. Durch die Durchmischung ist es m.E. korrekt, von texanischem Englisch zu sprechen, allerdings ist das texanische Englisch keineswegs homogen.

Seit Mitte des 20. Jhs. gleichen sich die städtischen Dialekte dem "General American" an, es entsteht also eine Sprachgrenze zwischen Stadt und Land.

Die mexikanischstämmigen Texaner haben ihre Sprache immer bewahrt, wenn sie auch seit Mitte des 19. Jhs. zweisprachig sind. Das spanische Element wurde seit Anfang des 20. Jhs. gestärkt, da seitdem viele Mexikaner einwanderten. Inzwischen ist Südtexas wieder vornehmlich spanischsprachig, spanischsprachige Texaner stellen ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Seit Mitte des 20. Jhs. kamen auch Einwanderer aus nicht-europäischen Ländern. Ihre Sprachen, vor allem Vietnamesisch, Chinesisch, Hindi, Koreanisch und Tagalog haben die europäischen Einwanderersprachen überflügelt (wenn man Spanisch und Englisch nicht als Einwanderersprache zählt).

Indianer: ...

http://www.pbs.org/speak/seatosea/americanvarieties/texan/.
Wikipedia.
http://www.ling.upenn.edu/phono_atlas/NationalMap/NatMap1.html.
Robert A. Calvert/Arnoldo de León/Gregg Cantrell (³2002): The History of Texas, Wheeling IL: Harlan Davidson.