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Slowenien

Offizielle Amtssprache: Slowenisch, regional auch: Ungarisch, Italienisch

Umgangssprachen: Slowenisch, Ungarisch, Italienisch, (Stokawisch, Tschakawisch, Kajkawisch, Mazedonisch, Albanisch), (/[Bairisch]/), Romani

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[Die Karte stellt die ehem. Kronländer in der österreichischen Monarchie dar. Sie sind auch Kulturregionen.]

Ca. 85% der Bevölkerung sprechen als Muttersprache Slowenisch. Im Alltag finden dabei meist noch die inzwischen allerdings durch die Standardsprache beeinflußten Dialekte Anwendung. In jüngster Zeit haben die Dialekte auch die Musikszene erreicht. Die Standardsprache basiert heute auf dem Dialekt von Laibach/Ljubljana. Auch in Laibach gibt es aber eine von der Standardsprache abweichende Umgangssprache. Im Übermurgebiet im Osten gibt es eine ungarische Minderheit. In Gemeinden mit starker ungarischer Minderheit ist Ungarisch zweite Amtssprache. Auf Istrien gibt es eine italienische Minderheit. In Gemeinden mit starker italienischer Minderheit ist Italienisch zweite Amtssprache. Über das Land verstreut gibt es noch Serben/Montenegriner/Kroaten/Bosniaken/Mazedonier/Albaner. Sie sind im wesentlichen ein Relikt der jugoslawischen Zeit. Sie machen insgesamt etwa 5% der Bevölkerung aus. Sie beherrschen neben Serbisch/Kroatisch/Bosnisch bzw. Mazedonisch oder Albanisch meist auch Slowenisch, spätestens seit der Unabhängigkeit. Außerdem gibt es 0,2% Roma. Nicht nur weil Slowenien 1000 Jahre lang Teil des Deutschen Reichs bzw. Österreichs war, sondern auch wegen einer germanischsprachigen Besiedlung im Hochmittelalter gab es bis zum 2. Weltkrieg eine starke bairischsprachige Minderheit. Im Gottscheer Land (Kočevje) stellten sie sogar 80% der Bevölkerung. Sie wurden während des Krieges ausgesiedelt, die übrigen meist nach dem Krieg vertrieben oder assimilierten sich in den Nachkriegsjahren. Das Gottscheer Land war daher in den letzten Kriegsjahren fast unbesiedelt bzw. nur von Partisanen bewohnt. Heute sprechen noch 0,03% der Bevölkerung Deutsch oder Bairisch. Sie kämpfen in jüngster Zeit um Minderheitenrechte und haben die Unterstützung Deutschlands und Österreichs. Viele Slowenen sprechen auch Deutsch als Fremdsprache.

Geschichte
Ein Teil Sloweniens war vielleicht von Illyrern bewohnt, als im 8. Jh.v.Chr. Kelten sich in Slowenien ansiedelten. Die hiesigen Kelten wurden als Noriker bekannt, sie vermischten sich möglicherweise mit Illyrern. Um die Zeitenwende wurde das Gebiet römisch, es begann eine Romanisierung. Bei der Reichsteilung 395 war Slowenien Teil des Weströmischen Reichs. Bald darauf wurde es Opfer verschiedener nomadischer Völker, die das Gebiet nacheinander eroberten, z.B. die Goten, die Langobarden, die Awaren. Von nachhaltigerer Wirkung waren die Slawen, die mit den Awaren kamen, möglicherweise als ihre Knechte. Während die anderen Völker vor allem (meist kurzzeitige) Herrschaft ausübten, siedelten sich die Slawen in großer Zahl an. Sie verdrängten oder assimilierten die keltischen, lateinischen und keltischen romanisierten Bewohner an ihre Sprache und Kultur. So entstand eine alpenslawische Kultur. Nach der Christianisierung bildeten sie ein Fürstentum, Karantanien. Dieses Fürstentum wurde ?? Teil anderer Herrschaften, eine gewisse politische Eigenständigkeit ist aber bis ins 15. Jh. nachweisbar (Inthronisierung des Herrschers auf dem traditionellen karantanischen Fürstenstuhl, Ablegung eines Amtseides auf Slawisch usw.). Zu dieser Zeit war das heutige Slowenien schon Teil des Habsburgerreichs. In diesem verteilte es sich auf verschiedene Länder: Kärnten, die Steiermark, die Krain, Ungarn (Übermurgebiet), das Österreichische Küstenland. Man kann auch sagen: Der Süden Kärnten ebenso wie der Süden der Steiermark waren slawischsprachig, auch der äußerste Westen Ungarns, die Krain vollständig; das Küstenland teilte sich in eine italienischsprachige, eine slowenischsprachige, eine bairischsprachige und eine friaulischsprachige Gruppe. Die Landschaften waren sehr verschieden; vor allem der Gegensatz zwischen der Küstenregion und den alpinen übrigen Landschaften ist heute noch ausgeprägt. Aufgrund der sprachlichen Ähnlichkeit bildete sich aber Mitte des 19. Jhs. ein slowenisches Nationalbewußtsein heraus. 1918 wurde Slowenien Teil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, das ab 1929 Jugoslawien genannt wurde. Bei Jugoslawien blieb Slowenien in der heutigen Form bis 1991, als es seine Unabhängigkeit erklärte.

Seit der Zeit des Fürstentums Karantanien gab es Einwanderung aus verschiedenen Teilen Süddeutschlands. Seitdem gab es eine deutschsprachige Minderheit im Land. In den Städten dominierte das Deutsche bis Ende des 19. Jhs. Auf dem Land gab es in verschiedenen Landesteilen deutsche Minderheiten. Die Gottschee wurde erst durch Deutsche erstmals besiedelt. Sie machten dort bis zum 2. Weltkrieg 80% der Bevölkerung aus. Während des Krieges wurde aber Jugoslawien zerschlagen und Slowenien auf Deutschland, Ungarn und Italien aufgeteilt. Die Gottschee gehörte zum italienischen Teil, deshalb wurden die Deutschsprachigen ausgesiedelt. Nur eine kleine Minderheit blieb zurück, die sich nach dem Krieg zum größten Teil assimilierte. Im deutschen Teil führte die Militärverwaltung eine Germanisierungspolitik durch, die aber auf ganzer Linie scheiterte.

Im Küstenland gab es immer schon eine italienische Minderheit. Daher forderte Italien dieses Gebiet nach dem 1. Weltkrieg. Istrien wurde Italien zugeschlagen. Unter den Faschisten in Italien gab es auch dort natürlich eine Italienisierungspolitik.

Joachim Hösler (2006): Slowenien: Von den Anfängen bis zur Gegenwart (Ost- und Südosteuropa, Geschichte der Länder und Völker), Regensburg: Pustet.