Offizielle Amtssprache: Deutsch
Einheimische Umgangssprachen außerhalb Nordfrieslands: ·Hochdeutsch, Holsteiner Platt/Schleswigsches Platt, Südjütisch, [Niederländisch]
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Nach dem 2. Weltkrieg sind Einwanderer aus dem damaligen Ostdeutschland, vor allem aus Hinterpommern und Ostpreußen, ins Land gekommen. Sie machten um 1950 ein Drittel der Bevölkerung aus. Sie haben den Trend zur Durchsetzung des Hochdeutschen als Umgangssprache verstärkt. Hingegen gibt es in Schleswig-Holstein kaum nicht-deutsche Einwanderer (5% der Bevölkerung).
Die heutige sprachliche Situation ist kaum ohne historische Rückgriffe zu erklären. In den letzten Jahrzehnten setzt sich zunehmend Standard-Deutsch mit spürbarem Substrat der jeweiligen Vorgängersprache als Umgangssprache durch. Dabei gilt, je jünger, desto mehr gleicht sich das Deutsch dem Mediendeutsch an. Es bleiben aber immer Reste von regionaler Besonderheit bestehen, wie die Aussprache von langem ä als e, und Wörter wie Sonnabend statt Samstag.
Dies gilt heute bereits für fast alle Altersschichten der größeren Städte, für die jüngere und mittlere Generation der Kleinstädte und wohl für die meisten unter-30-jährigen auf dem Land (nicht-städtische Gebiete der Inseln sind hier mitgemeint). Dort gibt es aber immer noch eine Minderheit von Kindern, die nicht nur mit Hochdeutsch aufwachsen. Insgesamt ist die Stellung des "Plattdeutschen" nirgends in Deutschland, vielleicht mit Ausnahme Ostfrieslands, so stark wie in Schleswig-Holstein.
Die Sprachen, die dabei sind, durch Hochdeutsch ersetzt zu werden, sind die nordfriesischen Sprachen und Niedersächsisch ("Plattdeutsch") in Nordfriesland, Niedersächsisch im übrigen Schleswig-Holstein. Im Grenzgebiet zu Dänemark soll es auch noch einige Südjütisch-Sprecher geben. Die niedersächsischen Dialekte des Landes gehören zu den nordniedersächsischen Dialekten. Holstein stellt wohl die "Urheimat" des Niedersächsischen dar. Aufgrund der Nähe der Dialekte zum Hamburgischen bilden sie mit diesem zusammen der Grundlage für das sogenannte "Medienplatt", die Sprachform, die in den Nischen, in denen Niedersächsisch heute noch eine deutliche Rolle spielt, inzwischen vorherrscht. Im Unterschied zu anderen Regionen Deutschlands ist nämlich Traditionspflege in weiten Teilen eine gesamt-norddeutsche Angelegenheit.
Bei den nordfriesischen Sprachen gibt es eine (abnehmende) Tendenz, daß der Übergang zum Hochdeutschen eine Zwischenphase hat, in der Teile der Sprachgemeinschaften erst zum "Platt" übergehen. Übrigens ist ein großer Teil der Nordfriesischsprecher des Plattdeutschen aktiv mächtig.
Neben Hochdeutsch spricht heute also eine Minderheit, vor allem unter älteren Sprechern auf dem Land, Nordniedersächsisch oder eine nordfriesische Sprache.
Der Landesteil Schleswig besteht aus zwei Teilen: Nordfriesland und dem übrigen Landesteil.
Das nicht-nordfriesische Schleswig besteht aus der Stadt Flensburg, dem Kreis Schleswig-Flensburg, außerdem dem Norden des Kreises Rendsburg-Eckernförde (Altkreis Eckernförde) und der Stadt Kiel sowie dem Osten des Kreises Nordfriesland. Es stellt zusammen mit Nordfriesland den Süden der historischen Region Schleswig dar, also Südschleswig. Der Norden gehört zu Dänemark.
In Friedrichstadt (Kr. Nordfriesland, aber außerhalb des friesischen Siedlungsgebiets) haben sich einige niederländische Wörter und sonstige Einflüsse erhalten. Heute sprechen ältere Friedrichstädter Platt oder Hochdeutsch, jüngere Hochdeutsch, beide jeweils mit den niederländischen Einflüssen.
Die sogenannte "dänische" Minderheit hat nichts mit Sprache oder "Ethnie" zu tun. Historisch sind die "dänische Minderheit" diejenigen Schleswig-Holsteiner, die 1864-1867 für einen Verbleib Schleswig-Holsteins bei Dänemark waren, im Gegensatz zur Mehrheit, die schon bald für eine Verbindung mit Deutschland waren. Diese "Dänen" sprachen teilweise Platt, teilweise Hochdeutsch, teilweise eine nordfriesische Sprache, seltener auch Südjütisch. Die "Dänen" waren damals auf Schleswig (einschl. Nordfriesland) konzentriert. Die heutigen "Dänen" sind nicht unbedingt Nachfahren der damaligen Dänemarkfreunde, jeder, der in Schleswig-Holstein wohnt, kann sich zum Dänen erklären (damit ist heute keine Forderung, Schleswig-Holstein wieder Dänemark anzuschließen, mehr verbunden). Heute sprechen fast die meisten "Dänen" Hochdeutsch als Muttersprache, während die letzten Südjütisch-Sprecher, die sich bis heute südlich der dänischen Grenze gehalten haben, nur zu einem Teil "Dänen" sind.
Bewohnt ist nur die Hauptinsel Helgoland. Die Nachbarinsel Düne dient nur als Flughafen und Badestrand.
Allgemeine Umgangssprache ist norddeutsch gefärbtes Hochdeutsch. Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung, meist die ältere Generation, spricht noch Helgoländer Friesisch oder Halunder, eine inselnordfriesische Sprache. Die Halunder-Sprecher beherrschen auch Platt, das sie früher als lingua francaim Verkehr mit Festländern benutzten. Halunder hat im Gegensatz zu den anderen nordfriesischen Sprachen praktisch keine dänischen oder jütischen Einflüsse.
Geschichte
Friesen sind die ältesten bekannten Bewohner. Sie bewohnten im 7. Jh. die Insel, die mit der benachbarten Insel Düne, die niemals bewohnt war, damals noch über einen Damm verbunden war. Auch die Friesen sind mit Sicherheit (wahrscheinlich nicht lange vor ihrer ersten Erwähnung im 7. Jh.) von West-, Mittel- und/oder Ostfriesland eingewandert. Ihre Sprache gehört zum Inselfriesischen, der Sprache der ersten Einwanderungswelle in Nordfriesland. Helgoland wird auch oft zu Nordfriesland gezählt. Etwa hundert Jahre nach ihrer ersten Erwähnung wurden die Helgoländer christianisiert. Damit begann theoretisch eine lateinische Schriftkultur. Diese wurde im Hochmittelalter durch eine mittelniederdeutsche ersetzt, im 17. (?) Jh. durch eine hochdeutsche. Etwa seit der Zeit beherrschten die meisten Helgoländer zumindest mündlich Mittelniederdeutsch und später "Platt", das sie seitdem als lingua franca im Verkehr mit Nicht-Helgoländern benutzten.
Einzige Umgangssprache auf der Insel bleib Halunder, das sich im Lauf der Jahrhunderte vom übrigen Inselnordfriesischen entfernte und zu einer eigenen Sprache wurde - hier fehlte auch das dänische Superstrat, das im übrigen Nordfriesland wirkte. Spätestens seit dem 12./13. Jh. gehörte Helgoland zum dänischen Reich, genauer seit dem 14. Jh. zum Hzgt. Schleswig. Im 16. Jh. wurde Helgoland wie das übrige Dänemark lutherisch. Bei der Landesteilung 1544 kam die Insel an Schleswig-Holstein-Gottorf, seit 1721 wieder zum ungeteilten Hzgt. Schleswig. 1720 zerstörte eine Sturmflut die Landbrücke (Woal) zur heutigen Insel Düne, die damals noch nur ein Kalkfelsen war und Witte Kliff genannt wurde. Erst nach der Trennung bildete sich die heutige Insel Düne.
1807 fiel Helgoland als Kolonie an Großbritannien. Sprachlich hatte dies kaum Auswirkungen. 1890 kam Helgoland an Preußen und wurde der Prov. Schleswig-Holstein angegliedert. Während des 1. Weltkriegs wurde die Bevölkerung evakuiert, nur (preußisches) Militär bewohnte die Insel.
1945 wurde Helgoland zerbombt, erneut evakuiert und fiel wieder an Großbritannien, das die Insel aber nur als Truppenübungsplatz nutzte. Die Bevölkerung siedelte meist auf Sylt. 1952 wurde sie an Deutschland zurückgegeben, und die Bevölkerung konnte zurückkehren. Seit der Evakuierung haben viele Helgoländer das Hochdeutsche als Umgangssprache angenommen (diese beherrschen dann auch kein "Platt" mehr). Nur noch ein Drittel der Bevölkerung spricht Halunder. Seit einigen Jahren ist Halunder aber als Amtssprache zugelassen und wird an Schulen unterrichtet.
Wikipedia.
http://www.helgoland.de/helgoland/hochseeinsel.html.
Nordfriisk
Instituut (Hrsg.)(1995): Geschichte Nordfrieslands, Heide: Westholsteinische
Verlagsanstalt Boyens & Co.
Gereon Janzing (1999): Das Friesische unter den germanischen Sprachen, Freiburg: Gaggstatter.
Zur Zeitenwende, der ältesten Phase, die wir zumindest grob sprachlich einordnen können, wurden in Schleswig-Holstein verschiedene germanische Dialekte gesprochen. Unter diesen befanden sich auch die berühmten Kimbern und Teutonen, die um 100v.Chr. nach Süden nach Italien zogen, dort nach schweren Kämpfen aber von den Römern vernichtet wurden. Ab der Phase, als sich nord- und südgermanische Sprachen trennten, gehörte das heutige Schleswig zum nordgermanischen Bereich, das heutige Holstein zum südgermanischen.
Die südgermanischen Stämme Holsteins fanden sich in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten zu den "Sachsen" zusammen. Diese eroberten im Laufe der Zeit die heutigen (Teil-)Bundesländer Niedersachsen, Hamburg, Bremen, West-Sachsen-Anhalt und Westfalen. Später kam auch der Norden Thüringens unter ihre Herrschaft. In diesem Raum schufen sie das Volk der Sachsen. Dieses fiel Ende des 8. Jhs. an das Fränkische Reich. Es wurde christianisiert, seine vorchristlichen Traditionen systematisch vergessen gemacht; Franken, vor allem fränkische Adlige, wanderten ein. Diese assimilierten sich schnell an die sächsische Kultur, hinterließen aber ein deutliches Superstrat.
Der Osten Holstein war in der Völkerwanderungszeit verlassen worden. Slawen wanderten ein.
Die nordgermanischen Stämme Schleswigs bestanden vor allem aus den Jüten und den Angeln. Diese wurden noch in vorchristlicher Zeit Teil des dänischen Volkes. Im Dänischen Königreich, das sich im 10. Jh. bildete, bildete Schleswig allerdings spätestens seit dem 12. Jh. ein autonomes Herzogtum. Dabei gehörten aber Teile des heutigen Bundeslandes direkt zu Dänemark, und zwar im heutigen Bundesland die Insel Amrum und Teile von Föhr und Sylt. Sie bildeten im Mittelalter aber mit Teilen Schleswigs die sich weitgehend selbst verwaltenden Utlande.
Im 8. Jh. wanderten Friesen auf die nordfriesischen Inseln, im 10. Jh. in einem zweiten Schub nach West-Schleswig ein (die vorher unbesiedelt waren, da sie von der vorhergehenden Bevölkerung schon früher verlassen worden waren). Sie bildeten das nordfriesische Sprachgebiet, das in etwa den heutigen Landkreis Nordfriesland sowie die Insel Helgoland (Kr. Pinneberg) umfaßt. Die Gebiete entwickelten sich sprachlich mit der Zeit soweit auseinander, das sie sich nicht mehr untereinander verständigen können. Man unterscheidet heute die Sprachen: Sölring (auf Sylt), Fering/Öömrang auf Föhr und Amrum, Helgoländisch auf Helgoland, Halligfriesisch auf den Halligen sowie Wiedingharder Friesisch, Bökingharder Friesisch, Karrharder Friesisch, Nordergoesharder Friesisch, Mittelgoesharder Friesisch und Südergoesharder Friesisch auf dem Festland. Das festländische Nordfriesisch läßt sich möglicherweise zu einer Sprache zusammenfassen.
Seit dem Hochmittelalter gehörte auch der größte Teil Holsteins als autonomes Herzogtum zu Dänemark. Gleichzeitig wurde der slawische Teil Holsteins erobert. Viele Slawen überlebten die Eroberung nicht. Holsteiner wanderten ein, die übriggebliebenen Slawen assimilierten sich innerhalb weniger Jahrzehnte.
Vor allem seit der großen Sturmflut von 1634, die die Insel Strand zerstörte, setzte sich das Niedersächsische auch in Nordfriesland fest. Die Halligen stellen die Reste der Insel Strand dar. Während Strand rein nordfriesischsprachig war, wurde auf den Halligen von vorneherein "Platt" gesprochen. Auf dem Festland rückte die Sprachgrenze zwischen "Platt" und Nordfriesisch mit der Zeit nach Norden, Städte wie Husum wurden niedersächsischsprachig. Auch Wyk auf Föhr wurde durch holsteinische Siedler niedersächsischsprachig.
Vom 14.-19. Jh. fand in Schleswig ein Sprachwechsel statt. Zunächst wurde Mittelniederdeutsch als Schriftsprache übernommen; später übernahm die Oberschicht die Sprache als Umgangssprache. Ein neuer niedersächsischer Dialekt, das Schleswiger Platt, entstand. Im Laufe der Jahrhunderte setzte sich dieses als Umgangssprache in den Städten durch. Im 19. Jh. wechselte auch die Landbevölkerung ihre Sprache. Zunächst wurde Angeln plattdeutschsprachig, später auch die Geest. Allerdings hielten sich südjütische Enklaven in der Geest bis in die 1930er Jahre. So entstand die heutige Sprachgrenze, die 1920 politische Grenze zwischen Deutschland und Dänemark wurde. Im heute deutschen Gebiet hielten sich lediglich im heutigen Grenzbereich einige südjütische Gemeinden (in letzten Resten bis heute). Das Flensburger Platt wurde Petuh genannt und war durch ein besonders starkes südjütisches Substrat gekennzeichnet.
Durch diesen Sprachwechsel war im 19. Jh. "Platt" neben den nordfriesischen Sprachen praktisch die einzige Umgangssprache im ganzen heutigen Schleswig-Holstein.
Schriftsprache war zunächst Latein, in Schleswig auch Altnordisch. Daneben trat im Mittelalter in bescheidenen Ausmaßen Altsächsisch. Ostholstein kannte erst seit der holsteinischen Eroberung die Schrift. Im Hochmittelalter wandelte sich das Altsächsische zum Mittelniederdeutschen. Gleichzeitig entstand mit der Hanse eine wichtige internationale Handelsorganisation. Ihr Zentrum lag in Lübeck (in Ostholstein), ihre Schriftsprache war das Mittelniederdeutsche. Auf der Basis des in Lübeck nach der Eroberung entstandenen Dialekts bildete sich ein Quasi-Standard des Mittelniederdeutschen heraus.
Dieses Mittelniederdeutsche wurde auch in Nordeuropa (einschl. Schleswigs) zur Handelssprache. Der Kontakt mit ihm veränderte die nordgermanischen Sprachen in Skandinavien so stark, daß aus den altnordischen Dialekten verschiedene nordgermanische Sprachen entstanden, mit "vereinfachter" Grammatik (ein Großteil der Morphologie fiel weg) und einem Wortschatz, der bis zu 50% mittelniederdeutsche Lehnwörter enthielt. So entstand auch das moderne Dänische. In Schleswig war der niederdeutsche Einfluß noch stärker, dort entstand das Südjütische oder "Plattdänische" (dän.: Sønderjysk).
Seit dem 17. Jh. ging man vom Mittelniederdeutschen zunehmend zum Neuhochdeutschen als Schriftsprache über, in Dänemark einschließlich Schleswigs setzte sich der Kopenhagener Dialekt, das Reichsdänische, als Schriftsprache durch. Mit dem Sprachwechsel vom "Plattdänischen" zum "Plattdeutschen" in Südschleswig gingen auch die Sprecher des neuen Schleswiger Platts zum Hochdeutschen als Schriftsprache über, ebenso die Nordfriesen.
Die Stadt Friedrichstadt (heute Stadt im Kr. Nordfriesland, aber außerhalb des friesischen Siedlungsgebiet gelegen) wurde im 17. Jh. von Niederländern gegründet. Niederländisch blieb bis 19. Jh. vorherrschende Umgangssprache in der Stadt.
Seit 1803 war außer Lübeck, drei hamburgischen Gemeinden, zwei kleinen oldenburgischen Enklaven und dem Herzogtum Lauenburg das ganze heutige Schleswig-Holstein dänisch. Lediglich Helgoland war seit 1807 britische Kolonie. Im 19. Jh. begann die Oberschicht Lübecks Hochdeutsch als Umgangssprache anzunehmen. Nachdem das dänische Schleswig-Holstein 1864/66 preußisch wurde, erfaßte diese Bewegung auch die übrigen größeren Städte. Auch das Herzogtum Lauenburg gehörte ab 1867, Helgoland ab 1890 zu Preußen. Mit der preußischen Inbesitznahme begann eine Politik der "Prussifizierung". Aus dem Geschichtsunterricht wurde die Erinnerung an die Zugehörigkeit zu Dänemark getilgt. Hochdeutsch wurde auch in den dänischsprachigen Teilen Schleswigs Amtssprache.
1920 wurde Schleswig entlang der Sprachgrenze geteilt. Der dänischsprachige Norden fiel an Dänemark, der nordfriesisch- oder (inzwischen) niedersächsischsprachige Süden blieb bei Preußen. Auf dänischer Seite blieb nur das bereits hochdeutschsprachige Tondern, auf deutscher Seite einige südjütische Gemeinden im neuen Grenzbereich. Obwohl die Teilung die sprachliche Situation gut wiederspiegelte, entstand auf beiden Seiten der Grenze eine sog. Minderheit der jeweils anderen Nation, die aber vornehmlich ein politisches Bekenntnis ist; sprachliche Auswirkungen hat dieses Bekenntnis vor allem auf die bevorzugte Schriftsprache. Die (fast) letzten Südjütisch-Sprecher gaben ihre Sprache in den 30er Jahren auf (allerdings soll es im Grenzbereich noch einige Sprecher geben). Es gibt auch nordfriesische "Dänischgesinnte". Seit 1937 sind auch die ehem. Freie und Hansestadt Lübeck und die oldenburgischen Enklaven Teil der preuß. Prov., seit 1947 des Landes Schleswig-Holstein.
Im 20. Jh. begann auch in kleineren Städten der Sprachwechsel, seit Ende des 2. Weltkriegs begann er auch, die ländlichen Gebiete zu erfassen. Hier siedelten sich viele Flüchtlinge aus den an Polen bzw. die Sowjetunion gefallenen Gebieten des Deutschen Reichs an. Im Vergleich zu anderen Bundesländern blieb allerdings die Einwanderung der sog. "Gastarbeiter" in Schleswig-Holstein gering. Die nordfriesischen Gebiete waren gegenüber dem Hochdeutschen zunächst resistenter, stattdessen beschleunigte sich hier zunächst der Wechsel zum "Plattdeutschen". so starb das Südergoesharder Friesisch um 1980 noch zugunsten des "Platt" aus. Später verstärkte sich aber auch hier der Trend, direkt vom Nordfriesischen zum Hochdeutsch überzugehen. In Gebieten, die früh als Ferienregionen Karriere machten, war dieser Trend besonders stark. So wohnen auf Sylt nur noch relativ wenige Menschen, die dort geboren sind. Das Sölring ist dementsprechend besonders stark vom Aussterben bedroht. Am stärksten ist das Nordfriesische noch auf Helgoland, obwohl die gesamte Bevölkerung 1945-1952 auf Sylt evakuiert war.
Wikipedia.
?: Geschichte Schleswig-Holsteins, ?
Waldemar Augustiny (²1996): Die große Flut: Chronik der Insel Strand, Husum:
Husum.
Roland Hanewald (2000): Insel Amrum, Bielefeld: Peter Rump.
Paul Selk (1937): Die sprachlichen Verhältnisse im deutsch-dänischen Sprachgebiet
südlich der Grenze: eine statistisch-geographische Untersuchung (Beiträge zur
Heimatforschung), Flensburg: Verl. Heimat und Erbe.