Offizielle Amtssprache: Spanisch
Sprachfamilien: Romanisch, Maya, Uto-Aztekisch, Lenca, [Misumalpisch]
Umgangssprachen: Spanisch, Kekchí, (Pipil, Lenca, (Pocomam), [Cacaopera])
Zurück zur Mittelamerika-Seite
90% der Bevölkerung gelten als Mestizen. Sie sprechen alle Spanisch. Spanisch sprechen auch fast alle der 9% europäisch- (oder asiatisch-)stämmigen Salvadorianer; allerdings führt der Ethnologue 500 Türkischsprecher an. Daneben soll es 1300 Chinesen geben. Auch von den 1% als Indigenen geltenden sprechen fast alle Spanisch. Lediglich die Maya-Sprache Kekchí hat noch über 10000 Sprecher und ist nicht unmittelbar bedroht. Zwar gelten noch 200.000 Menschen als Pipil, ihre Sprache spricht aber niemand mehr oder nur noch ein paar wenige alte Menschen. Ähnliches gilt für das Lenca, die 30.000 Menschen zählen, die fast alle nur Spanisch sprechen. Das Cacaopera ist im 20. Jh. ausgestorben. Der Ethnologue führt außerdem noch Pocomam-Sprecher auf.
Sprachenkarte El Salvadors (Ethnologue)
In vorkolumbianischer Zeit gehörte der Westen des heutigen El Salvador zum Reich Cuscatlán. Dessen Sprache war das Pipil. Die Pipil kamen in zwei Wellen: eine Gruppe kam schon lange vor der Zeitenwende, eine andere erst im 11. Jh.: die Izalco. Im Westen reichte das Maya-Gebiet nach El Salvador hinein. Auch die Pipil der ersten Welle wurden weitgehend kulturell mayaisiert. Die zweite Pipil-Gruppe war mehr von der toltektischen Kultur geprägt. Im 13.-15. Jh. wurden die Maya (Pokomam und Chorti) von den (Izalco) Pipil unterworfen. Im Osten siedelten die Lenca; sie waren in mehrere Häuptlingstümer aufgeteilt und von den Pipil kulturell beeinflußt.
Nach der spanischen Eroberung 1528 wurde El Salvador von Mexiko aus verwaltet. 1823 wurde das Gebiet des heutigen El Salvador Teil der Zentralamerikanischen Bundesrepublik, die 1840 wieder zerfiel. Seitdem ist das Land unabhängig.
Seit der spanischen Eroberung begann die Mestizisierung der Bevölkerung. Bis in die 1930er Jahre hatte diese 70% der Bevölkerung erreicht, bei 10% "reinrassigen" Europäern. 1932 gab es einen Aufstand von Pipil-Bauern. Nach dessen Niederschlagung ging der Gebrauch indianischer Sprachen, damals noch bei ca. 20%, drastisch zurück. Heute sind die meisten Sprachen in El Salvador bereits ausgestorben und nur noch 1% der Bevölkerung gelten als Indigene. Auch diese sprechen heute Spanisch, es gibt aber vielleicht noch einige (ältere) Pipil- und Lenca-Sprecher. Lediglich das Kekchi hat noch ungefähr 10000 auch jüngere Sprecher.
Roy C. Boland (2001): Culture and customs of El Salvador
(Culture and customs of Latin America and the Caribbean), Westport, Conn.:
Greenwood Press.
Wikipedia.
Ethnologue.
http://www.geocities.com/jlochoarosa/lencas.htm.