Offizielle Amtssprache: Englisch
Sprachfamilien: Ozeanisch, Ostpapua
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Außer den zentralsalomonischen und den Temotu-Sprachen spricht man austronesische Sprachen. Als lingua franca dient Neusalomonisch, eine Kreolsprache auf englischer Basis, das mit dem Tok Pisin Papua-Neuguineas nah verwandt ist, noch näher mit dem Bislama Vanuatus. Die Austronesischsprecher sind meist Melanesier, es gibt aber eine kleine polynesische und eine noch kleinere mikronesische Minderheit. Letztere geht auf Einwanderung im 20. Jh. zurück.
Umgangssprachen: Lavukaleve, Gela
Die Central-Provinz besteht aus den Russell-Inseln, Savo und Nggela oder den Florida-Inseln. Auf ersteren leben die Lavukal, die Lavukaleve sprechen, eine ostpapuanische Sprache. Auf letzteren wird Gela gesprochen, auf Savo Savosavo, eine mit dem Lavukaleve nah verwandte ostpapuanische Sprache.
Umgangssprachen: Vaghua, Varisi, Ririo, Babatana, Kiribati
Auf Vaghena leben Kiribati, Auswanderer von den Gilbert-Inseln. Auf der Hauptinsel Choiseul sowie auf Taro und Rob Roy leben die verschiedenen Choiseul-Völker.
Umgangssprachen: Neusalomonisch, Ghari, Malango, Talise, Lengo, Longgu, Are'are, Birao
In der Hauptstadt Honiara, die seit 1983 ein eigenes Territorium darstellt, überwiegt heute das Neusalomonische. Im übrigen werden auf der Insel die Guadalcanal-Sprachen sowie (im Osten) die Malaita-Sprachen Longgu und Are'are gesprochen.
Umgangssprachen: Zabana, Laghu, Kokota, Zazao, Blablanga, Gao, Cheke Holo, Bughotu
Die Provinz besteht aus der Insel Santa Isabel und einigen sie umgebenden kleineren Insel (Malakobi, Bates, Ghaghe, Barora Fa', Omona, Barora Ite, Nidero, San Jorge). Außer Bughotu (Gela-Guadalcanal) spricht man die Santa-Isabel-Sprachen, die sich in eine zentrale, eine östliche und eine südliche Gruppe teilen. Das Laghu und das Zazao sind allerdings vom Aussterben bedroht.
Umgangssprachen: Sa'a, Arosi, Fagani, Bauro, Kahua, Owa
Makira-Ulawa besteht vor allem aus den Inseln Makira (San Cristobal), Ulawa, Uki Ni Masi, Owaraha (Santa Ana) und Owariki (Santa Catalina). Auf Uki Ni Masi und den Drei-Schwestern-Inseln wird Sa'a (Süd-Malaita) gesprochen, im übrigen die San-Cristobal-Sprachen.
Umgangssprachen: Ontong Java, Sikaiana, To'abaita, Baelelea, Lau, Baeggu, Fataleka, Gula'alaa, Neusalomonisch, Wala, Kwaio, Dori'o, 'Are'are, Sa'a, Oroha
Zur Provinz Malaita gehören die Atolle Ontong Java und Sikaiana, das Roncador Reef (unbewohnt) sowie die Inseln Malaita, Maramasike, Ulawa und einige letztere drei umgebende kleinere Inseln.
Die Bewohner von Ontong Java und Sikaiana sind Polynesier und sprechen jeweils die gleichnamigen polynesischen Sprachen. Die Bewohner von Malaita und Maramasike sind schon zu den Melanesiern zu rechnen, sie sind aber (auch genetisch) wohl von Polynesiern beeinflußt. Sie sprechen ein Dialektkontinuum südostsalomonischer Sprachen, die meist auf 14 Sprachen aufgeteilt wird; es könnte sich aber auch nur um zwei Sprachen handeln. Die Malaita-Sprachen unterscheiden sich vor allem im Wortschatz, dies hängt damit zusammen, daß in der melanesischen wie der australischen Kultur Wörter sehr oft tabuisiert und dann durch andere Wörter ersetzt werden.
Umgangssprachen: Rennell-Bellona
Die Provinz besteht aus den Inseln Rennell oder Mu Nggava und Bellona oder Mu Ngiki. Die Inseln gehören zum polynesischen Kulturbereich. Man spricht eine futunische polynesische Sprache, die auf Englisch Rennell-Bellona genannt wird.
Umgangssprachen: Pileni, Ayiwo, Asumboa, Tanimbili, Amba, Teanu, Tanema, Lovono, Nanggu, Nendö, Tikopia, Anuta
Die Provinz besteht aus Tinakula, Taumako oder den Duff-Inseln, den Reef-Inseln, den Santa-Cruz-Inseln (Nendö, Vanikoro, Banie, Tevai, Utupua) sowie Anuta, Fatutaka und Tikopia.
Tinakula ist unbewohnt. Auf Taumako und den Reef-Inseln leben Polynesier, die Pileni sprechen. Auf den Reef-Inseln leben außerdem Ayiwo. Auf den zu den Santa-Cruz-Inseln gehörenden Inseln Utupua und Vanikoro werden die Utupua-Vanikoro-Sprachen gesprochen; ein Fünftel der Bevölkerung Vanikoros besteht aus Tikopia-sprechenden Polynesiern, die vor einigen Jahrhunderten eingewandert sind. Von den Vanikoro-Sprachen sind Lovono und Tanema fast ausgestorben, die melanesischen Vanikoroer sprechen heute nur Teanu. Auf den übrigen Santa-Cruz-Inseln werden Ayiwo, Nanggu und Nendö gesprochen.
Tikopia und Anuta gehören zu Polynesien. Die Bevölkerung spricht die gleichnamigen polynesischen, genauer futunischen Sprachen. Fatutaka wird von den Bewohnern Anutas genutzt.
Umgangssprachen: Mono, Bilua, Ghanongga, Lungga, Simbo, Neusalomonisch, Kiribati, Duke, Roviana, Kusaghe, Hoava, Marovo, Vangunu, Ughele, Touo
Die Western-Provinz besteht aus den (dem papua-neuguineischen) Bougainville gegenüberliegenden Insel(gruppe)n Mono (oder Treasury Islands), Alu (Shortland Islands) und Fauro sowie den Neugeorgien-Inseln: Neugeorgien, Vella Lavella, Kolombangara, Gizo, Vangunu, Rendova, Tetepare. Auf den erstgenannten wird Mono gesprochen. Auf Vella Levella wird Bilua, auf Teilen von Rendova sowie auf Tetepare Touo gesprochen. Beide gehören zu den zentralsalomonischen Sprachen. Die übrigen Sprachen des Archipels bilden die malaiopolynesische (westozeanische) Sprachunterfamilie der Neugeorgien-Sprachen. Auf Gizo gibt es außerdem eine neusalomonisch- und eine Kiribati-sprachige Minderheit.
Die Sprecher von Papua-Sprachen siedeln möglicherweise schon seit 30000 Jahren auf den Salomonen. Um 4000v.Chr. kamen vielleicht die Sprecher austronesischer Sprachen, die sich sprachlich heute weitgehend durchgesetzt haben. Um 1000v.Chr. begann die polynesische Expansion. Nur Ontong Java und Sikaiana sind heute polynesisch besiedelt, aber auf vielen Inseln ist polynesischer Einfluß (auch genetischer) anzunehmen, so auf Malaita. Sikaiana wurde 1856 Teil des hawaiianischen Königreichs (wurde aber wohl bei der britischen Machtübernahme bzw. der us-amerikanischen über Hawaii vergessen). 1886 wurden die Nordsalomonen deutsche Kolonie, 1893 die Südsalomonen britische. 1899 fielen auch die Nordsalomonen an Großbritannien. Seit 1978 sind die Salomonen unabhängig.
Ethnologue.
Wikipedia.
http://alex.francois.free.fr/AF-vanikoro.htm.