Sprachfamilien: Slawisch, Finnisch
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Offizielle Amtssprache: Russisch
Umgangssprachen: Russisch, Karelisch, Wepsisch

[Die grüne Linie bezeichnet die Grenze zwischen Finnland im Südwesten und der Sowjetunion im Jahre 1939. Die Bewohner des damals finnischen Teils mußten 1940 fliehen; die heutigen Bewohner sind also alle (Nachkommen von) Einwanderer(n), vor allem Russen.]
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Russen stellen 73,6% der Bevölkerung. Man spricht Standardrussisch. Russisch sprechen in der Regel auch die 7% Weißrussen und die 3,6% Ukrainer. Karelier sind 10%, Finnen 2,3%, Wepsen 0,8%. Auch die Angehörigen dieser Völker sprechen häufig Russisch. Obwohl die Karelier Titularnation der Republik sind, hat ihre Sprache keinen Status als Amtssprache. Sie wird heute mit lateinischen Buchstaben geschrieben.
Geschichte
Karelien unterteilt sich in die traditionellen Regionen: Weißkarelien im Norden, Olonets-Karelien, die größte der Regionen, das wepsische Siedlungsgebiet im Südosten, das oft auch zu Olonets-Karelien gezählt wird, sowie Ladoga-Karelien. Zur Großlandschaft Karelien zählt man im übrigen noch Nord- und Südkarelien, die zu Finnland gehören, sowie Isthmus-Karelien, das heute zum Geb. Leningrad gehört.
Karelier und Wepsen sind die älteste bekannte Bevölkerung in der Rep., obwohl auch über sie bekannt ist, daß sie einst eingewandert sind. Die Karelier sprachen Karelisch, im Westen wurden karelisch-ostfinnische Übergangsdialekte gesprochen, die ganz im Westen der heut. Rep. wohl schon zum Ostfinnischen zu zählen sind. Im Südosten wurde Wepsisch gesprochen.
Im 14. Jh. wurde Karelien zwischen Schweden und Nowgorod aufgeteilt. Ladoga-Karelien (sowie Nord-, Süd- und Isthmus-Karelien) fiel an Schweden, die Gebiete östlich davon an Nowgorod, das allerdings wohl nicht den äußersten Norden der heutigen Rep. effektiv beherrschte. Es gab pomorische Streusiedlungen. Nach der Reformation setzte sich in Ladoga-Karelien der lutherische Glaube durch, während Ostkarelien mit der Nowgoroder Herrschaft orthodox wurde. Mit Nowgorod fiel Ostkarelien im 16. Jh. an Moskau/Rußland. Finnland (also auch Ladoga-Karelien) wurde 1809 russisch, blieb aber autonom.
Nach der "Oktoberrevolution" wurde in Ostkarelien die Karelo-Finnische SSR eingerichtet. Gleichzeitig begann russische und "sowjetische" Einwanderung. Russisch wurde zur lingua franca der Region. Spätestens seit den 60er Jahren sind die Karelier nur noch eine Minderheit, viele von ihnen haben das Russische als Muttersprache angenommen. Russisch ist zur allgemeinen Umgangssprache im Land geworden, Karelisch nur noch, wenn überhaupt, Haussprache.
1940 mußte das 1918 unabhängig gewordene Finnland Ladoga-Karelien an Rußland abtreten (die Region wurde dann mit der Karelo-Finnischen SSR zur Karelischen ASSR innerhalb der RSFSR vereinigt). Die gesamte Bevölkerung wurde nach Finnland vertrieben. Vor allem Russen rückten nach. Diese Region ist heute rein russischsprachig.
Den Wepsen wurde in den 90ern innerhalb Kareliens ein AK geschaffen, einige Jahre später aber wieder aufgelöst. Die karelischen Wepsen sprechen in der Regel heute Russisch oder sind in den Kareliern aufgegangen.
Wikipedia.
http://web18.lohmar.com/kuenstler/hedni_karelien.htm.
Offizielle Amtssprache: Komi, Russisch
Umgangssprachen: Russisch, Komi
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35,5% der Bevölkerung gehören der Titularnation an. 49,3% sind Russen, 6,10% Ukrainer, 1,54% Tataren, 1,49% Weißrussen, 0,91% Russlanddeutsche und 0,74% Tschuwaschen. Umgangssprache der Nicht-Komi-Völker und auch vieler Komi ist (Standard-)Russisch.
Geschichte
Komi sind die ältesten bekannten Bewohner der Rep., wobei die Komi im Mittelalter wohl noch mit den heutigen Udmurten eine Volksgruppe bildeten, die in altrussischen Quellen "Permer" genannt werden. Die Komi lebten meist nomadisch. Bis in die 20er Jahre stellten sie über 90% der Bevölkerung. Danach begann die Ansiedlung von Russen und anderen "Sowjetmenschen", die aber in der neuen Heimat auch meist Russisch annahmen. Unter den Angesiedelten waren viele Zwangsarbeiter, vor allem im Nordosten um Workuta herum. Die Komi wiederum wurden gezwungen, seßhaft zu werden. Ende der 30er Jahre waren die Komi nur noch drei Viertel, seit den 60er Jahren sind sie in der Minderheit. In der Folge haben viele Komi ebenfalls Russisch als Muttersprache angenommen.
Wikipedia.
Umgangssprache: Russisch/Pomorisch
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Offiziell gehören zum Gebiet das Franz-Josef-Land, die Doppelinsel Nowaja Semlja, der Aut. Kreis der Nenzen und das Gebiet westlich und südwestlich davon. Das AK der Nenzen ist dabei eigenes Föderationssubjekt, die entlegenden Inseln sind Bestandteil des Geb. Unter dieser Überschrift werde ich aber nur das Kernland des Geb. beschreiben, Franz-Josef-Land, Nowaja Semlja und der AK der Nenzen erhalten eigene Überschriften.
Allgemeine Umgangssprache ist Standard-Russisch. Eine Minderheit spricht noch die pomorischen Dialekte.
Geschichte
Die ältesten bekannten Bewohner waren Komi (möglicherweise ragte auch das Siedlungsgebiet der Nenzen bis ins Geb. hinein). Seit dem 11.-13. Jh. kamen russische Siedler ins Land. Es entstanden die pomorischen Dialekte. Die Komi assimilierten sich und nahmen das Pomorische an. Im 20. Jh. wanderten Sowjetbürger aus dem Süden ein. Standard-Russisch setzte sich durch. Die Pomoren stellen heute nur noch eine Minderheit dar und tendieren auch dazu, ihre Dialekte zugunsten des Standard-Russischen abzulegen.

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Franz-Josef-Land (einschl. der entlegenen Insel Viktoria im Westen) ist bis auf einige Forscher und Militär unbewohnt.
Geschichte
Die Inselgruppe wurde Ende des 19. Jhs. von einer österreichischen Expedition entdeckt. Seit den 20er Jahren war sie zwischen Norwegen und der Sowjetunion umstritten; Norwegen beanspruchte vor allem die Insel Viktoria. Schließlich setzte sich aber die Sowjetunion in den 30er Jahren durch. Bewohnt war Franz-Josef-Land nie.

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Die Doppelinsel Nowaja Semlja ist unbewohnt.
Geschichte
Seit dem 19. Jh. beansprucht Rußland die Doppelinsel. Um vor allem norwegische Ansprüche abzuwehren, wurden Ende des 19. Jhs. 1500 Nenzen auf ihr angesiedelt. In den 1950er Jahren begann die Sowjetunion aber Atomtests auf Nowaja Semlja, die Nenzen wurden wieder aufs Festland umgesiedelt.
Umgangssprachen seit 1945/1947: Russisch
Umgangssprachen bis 1945/1947: ·Hochdeutsch, Niederpreußisch, Litauisch, Nehrungskurisch
Knapp 100% der heutigen Einwohner sind Einwanderer aus anderen Teilen der ehem. Sowjetunion bzw. deren Nachfahren. Allgemeine Umgangssprache ist (Standard-)Russisch. Die Mehrheit der Bevölkerung gilt auch ethnisch als Russen, die meisten übrigen als Weißrussen. Nach 1990 haben sich einige (meist ebenfalls russischsprachige) Rußlanddeutsche kurzzeitig in der Region angesiedelt. Sie sind später meist nach Deutschland weitergezogen. Geblieben sind russische Auswanderer aus den baltischen Staaten, die zur gleichen Zeit in das Gebiet einwanderten. Von den vor 1945 bzw. 1948 hier lebenden Bewohnern bzw. deren Nachkommen leben allerhöchstens noch ein paar Tausend, eher Hundert in der Region. Die nach 1945 geborenen sind aber zu 100% russischsprachig, meist ist auch ein Elternteil eingewandert. Auch die (verschwindende Minderheit der) überlebenden Einheimischen haben ihre Sprache seit 1945 nicht mehr benutzen dürfen und sie in vielen Fällen verlernt.
Geschichte
Das Kaliningrader Gebiet stellt das nördliche Drittel Ostpreußens in den Grenzen von 1920-1939 dar. Die südlichen zwei Drittel gehören zu Polen. Der äußerste Norden (das Memelland) war 1920-1923 französisches Mandatsgebiet, 1923-1939 litauisch und ist seit 1948 wieder litauisch.
Vor der Eroberung durch den Deutschen Orden im 13. Jh. lebten Prussen im späteren Ostpreußen. Sie teilten sich im heute russischen Teil in die Regionen Natangen, Barten, Nadrauen, Samland und Schalauen. In den Kämpfen mit dem Deutschen Orden verloren viele Prussen ihr Leben oder flüchteten nach Litauen, so daß nach Abschluß der Eroberung das Land nur noch dünn besiedelt war. Daher wanderten neben den Rittern, die das Land jetzt beherrschten, Bauern aus Deutschland ein. Sie kamen in Nord-Ostpreußen meist aus Niedersachsen und Holstein. Die Prussen blieben dabei zunächst Bevölkerungsmehrheit, vor allem im Samland, das in geringerem Maße entvölkert worden war. Es wurden zudem Prussen aus Sudauen im Nordwesten des Samlandes angesiedelt.
Im Samland hielt sich das Prussische oder Altpreußische bis Ende des 17. Jhs. Noch im 16. Jh. schien die Sprache nicht bedroht, und ein durchschnittlicher Samländer hat kaum deutsche Vorfahren. Zu dieser Zeit war das spätere Nord-Ostpreußen bereits lutherisch geworden, aus dem Ordensstaat ein weltliches Herzogtum geworden (im Jahr 1525), das Herzogtum Preußen, das offiziell seit 1466 Lehen der polnischen Krone war. Auch in Barten starb die Sprache möglicherweise erst in dieser Zeit aus.
Seit der norddeutschen Besiedlung niederdeutsche Kolonialdialekte, die "Niederpreußisch" genannt werden. Sie setzten sich außerhalb des Samlandes sprachlich im 14. Jh. durch, im Samland waren sie zunächst eine Minderheit.
Der Osten Nord-Ostpreußens, also vor allem Nadrauen und Schalauen, wurde in dieser Zeit von Litauern (und Niederlitauern) besiedelt, die sich zu den Nadrauern und Schalauern sowie den norddeutschen Siedlern gesellten. Seither wurden Nadrauen und Schalauen als Preußisch-Litauen bezeichnet. Durch die Pestepidemie Anfang des 18. Jhs. wurde die Gegend stark entvölkert. Sie wurden durch Kolonisten aus dem Samland, der französischen Schweiz, einige Nassauer und Pfälzer sowie eine größere Zahl von Salzburgern (um Gumbinnen) ersetzt. Dadurch ging der Gebrauch des Litauischen zurück. Außer den Salzburgern assimilierten sich die Neusiedler schnell an die niederpreußische Mehrheit. Es blieben nur einzelne Worte. Die Salzburger bewahrten etwa hundert Jahre lang ihre Salzburger Mundart. Dann assimilierten sie sich an das Niederpreußische, behielten aber bis zuletzt einige Wörter. Das Litauische ist in Preußisch-Litauen allerdings erst mit der Vertreibung ganz ausgestorben.
1945-1947 mußten alle Bewohner Nord-Ostpreußen verlassen (gleich, welche Sprache sie sprachen). Sie wurden in das heutige Deutschland gebracht, wenn sie nicht bereits in den letzten Kriegstagen oder den Monaten danach geflohen oder umgekommen waren. Nur ein paar Hundert Menschen wurden "vergessen" und blieben im Land. Es wurden seit 1945 Menschen aus allen Teilen der Sowjetunion angesiedelt, mindestens 90-95% von ihnen waren allerdings Russen. (Standard-)Russisch setzte sich schnell als Umgangssprache durch. Da die "Vorkriegssprachen" zu benutzen lebensgefährlich war, übernahmen auch die wenigen Dagebliebenen diese Sprache schnell und hatten seit 1947 keine Gelegenheit mehr, ihre Muttersprache zu benutzen.
Quellen:
Walther Ziesemer (1924): Die ostpreußischen Mundarten,
Kiel: Ferdinand Hirt, ND 1979: Wiesbaden: Sändig.
Adrian von Arburg, Wlodzimierz
Borodziej, Jurij Kostjaschow (2005): Als die Deutschen weg waren Was nach der
Vertreibung geschah: Ostpreußen, Schlesien, Sudetenland; Das Buch zur
WDR-Fernsehserie, Berlin: Rowohlt.
Wikipedia.
Umgangssprachen: Russisch/(Pomorisch), (Ingrisch-Finnisch, Wotisch, Ischorisch, Wepsisch, evtl. weitere ex-sowjetische Sprachen)
[Das Gebiet nordwestlich der äußeren grünen Linie stellt die
Region um Wiborg dar, die bis 1940 finnisch war. Zwischen den beiden grünen
Linien liegt die Rep. Nordingrien, die 1918-1920 bestand.]
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Im Gegensatz zur Stadt hat das Gebiet nach dem Ende des Sowjetunion auf eine Rückbenennung verzichtet.
Das Gebiet ist heute fast rein russischsprachig. Vorherrschende Umgangssprache ist Standard-Russisch oder der Petersburger Dialekt, der zu den zentralrussischen Dialekten zählt bzw. aus dem Standard-Russischen entstanden ist. Früher lebten im Westen Ischorer und Woten, im Osten Wepsen. Deren Sprachen sind aber vom Aussterben bedroht. Ebenso vom Aussterben bedroht sind die pomorischen russischen Dialekte, die früher im Osten gesprochen wurden.
Die ethnische Zusammensetzung der Oblast laut Volkszählung: Russen 89,58%, Ukrainer 2,51%, Weißrussen 1,70%, Tataren 0,57%, Finnen 0,48%, Armenier 0,33%, Roma 0,27%, Aseri 0,23%, Tschuwaschen 0,17%, Deutsche 0,14%, Mordwinier 0,13%, Karelier 0,12%, Wepsen 0,12%, Moldawier 0,12%, Juden 0,10%, Polen 0,10%, Georgier 0,09%, Esten 0,08%, Baschkiren 0,07%, Koreaner 0,06%, Usbeken 0,06%, Mari 0,06%, Udmurten 0,06%, Tadschiken 0,05%, Kasachen 0,05%, andere jeweils unter 0,05%. Die meisten hier Aufgelisteten sprechen nur Russisch, sie oder ihre Vorfahren kamen erst in den letzten Jahrzehnten in die Region.
Geschichte
Das Gebiet teilt sich historisch in zwei etwa gleichgroße Hälften: eine westliche und eine östliche. Die westliche Hälfte teilt sich wiederum ebenfalls in zwei Hälften: den größten Teil des karelischen Isthmus und Ingermanland.
Der größte Teil des karelische Isthmus bis zum Fluß Sestra/Rajajoki/Systerbäck stellt etwa ein Drittel der ehem. Finnischen Provinz Wiborg dar (ein weiteres Drittel gehört heute zur Rep. Karelien, das restliche Drittel verblieb bei Finnland). Dieses Gebiet gehörte bis 1940 zu Finnland, zur Geschichte bis 1940 s. dort. Es war hauptsächlich von Kareliern bewohnt bzw. es wurden Übergangsdialekte zwischen Karelisch und OStfinnisch gesprochen; es gab aber auch Nachfahren von Einwanderern aus anderen Teilen Finnlands.
1940 wurde die gesamte Bevölkerung vertrieben. Vor allem Russen, in geringem Maße auch Angehörige anderer Nationalitäten, rückten nach. Auch letztere sprechen heute aber nur Russisch. Das Gebiet ist also rein russischsprachig.
In Ingermanland sind Ischoren (auch Ingrier genannt) und Woten die älteste bekannte Bevölkerung. Sie bewohnen das Gebiet seit dem 10. Jh. Seit dieser Zeit beanspruchte Schweden Ingermanland. Im 11. Jh. wurde es an Nowgorod abgetreten, mit dem es später zum Moskauer Reich kam, das seit dem 16. Jh. Russisches Reich genannt wurde. 1617 fiel es ("wieder") an Schweden. Schweden, vor allem aber Finnen, die "Ingrischen Finnen", wanderten ein. Sie waren im Gegensatz zu den orthodoxen Einheimischen Lutheraner. 1721 wurde es wieder russisch. Es entstand die Stadt St. Petersburg. Russen wanderten ein, auch einige Deutsche (vornehmlich städtischer Herkunft). Russen waren wohl schon Ende des 18. Jhs. die Bevölkerungsmehrheit (?). Die meisten Schweden verließen mit der russischen Inbesitznahme die Region, die meisten Finnen aber blieben. Seit Ende des 19. Jhs. waren sie und die anderen Minderheiten Russifizierungsdruck ausgesetzt. 1918 bildete sich im nördlichen Teil Ingermanlands die Rep. Nordingrien. Sie fiel aber 1920 an Sowjetrußland.
1920-1940 gehörte Iwangorod und seine Umgebung im äußersten Südwesten, gegenüber der estnischen Stadt Narva, zu Estland. Während dieser Zeit lebten viele Esten in Iwangorod. Heute ist nicht nur Iwangorod, sondern auch das gegenüberliegende, zu Estland gehörende Narva, fast rein russischsprachig.
Nach 1991 sind die meisten ingrischen Finnen nach Finnland ausgewandert. Die meisten Woten und Ischorer haben sich im 19. und 20. Jh. an die russische Kultur assimiliert und sind Russen geworden. Wotisch und Ischorisch sind vom Aussterben bedroht. In der Bevölkerungsstatistik spielen die beiden Völker keine Rolle mehr. In der Sowjetzeit wanderten viele weitere Russen und Angehörige anderer Nationalitäten ein. Letztere wurden allerdings sprachlich schnell russifiziert, sofern sie das Russische nicht schon in der alten Heimat angenommen hatten.
Der Osten des Geb. Leningrad war von Wepsen bewohnt, als das Gebiet im 12. Jh. an Nowgorod fiel. Danach wanderten Russen aus Nowgorod, aber auch aus der Susdaler Gegend, ein. Die Wepsen wurden zu einer immer kleineren Minderheit. Wie in anderen Gegenden Nordwestrußlands bildeten sich russische Kolonialdialekte, die pomorischen Dialekte. Spätestens im 20. Jh. kamen so viele Einwanderer aus anderen Gegenden Rußlands, daß sich Standard-Russisch als allgemeine Umgangssprache durchgesetzt hat. Das Pomorische ist heute vom Aussterben bedroht. Noch stärker ist das Wepsische bedroht, auch die meisten derer, die noch zu wepsischen Nationalität zählen, sprechen heute (Standard-)Russisch als Muttersprache.
1999 wurde St. Petersburg um eine Reihe umliegender Städte und Gemeinden vergrößert (darunter auch solche, die bis 1940 zu Finnland gehört hatten). Diese hatten vorher zum Geb. Leningrad gehört.
Wikipedia.
Umgangssprachen: Russisch, (Samisch)
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85% der Bevölkerung sind Russen. Sie sprechen in der Regel Standardrussisch. Russisch sprechen in der Regel auch die Ukrainer (6%), Weißrussen (2%), Tataren (1%), Aseri (0.5%), Tschuwaschen (0,3%), Mordwinier (0,3%), Komi (0,2%), Moldawier (0,2%) und Armenier (0,2%). Daneben gibt es 0,3% Karelier, von denen aber nur eine Minderheit Karelisch spricht, und 0,2% Samen (Lappen), deren Sprache(n) gleichfalls bedroht ist/sind. Die samischen Sprachen oder Dialektgruppen auf Kola (dem größten Teil des Geb.) sind Ter Sami, Kildin Sami, Skolt Sami und Akkala Sami. Letzteres ist bereits ausgestorben. Auch die pomorische Minderheit spricht heute in der Regel Standard-Russisch.
Geschichte
Der Südrand des Geb. ist traditionell karelisches Siedlungsgebiet. Im übrigen Land wohnten Samen. Seit dem 11. Jh. gab es einige russische Siedlungen an der Küste. Sie sprachen wohl pomorische Dialekte. Im 16. Jh. fiel das Geb. an Rußland. Einwanderung verstärkte sich seit dem 19. Jh. Spätestens seit dem 20. Jh. sind die Samen (und die Karelier) nur noch eine verschwindende Minderheit. Viele Samen sind zum Russischen übergegangen. Samisch wird oft als Gruppe von Sprachen betrachtet. Eine dieser im Geb. gesprochenen Sprachen ist bereits ausgestorben. Auch die pomorische Minderheit spricht heute in der Regel Standard-Russisch.
Der nordwestlichste Rajon (Petsamo) gehörte 1920-1945 zu Finnland. Dabei wurde der Anteil an der Halbinsel Rybatschij bereits 1940 an Rußland abgetreten. 1947 verkaufte Finnland noch ein kleines Gebiet westlich von Petsamo (Jäniskoski), das vorher immer finnisch gewesen war (aber nur von Samen bewohnt), an die Sowjetunion.
Umgangssprache: Nordrussisch/Russisch, [[[Altnaugardisch]]]
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Im Gebiet werden traditionell nordrussische Dialekte gesprochen. Ethnisch zählen 93% zu den Russen. Die übrigen Einwohner (und ein Teil der Russen) sind Einwanderer jüngerer Zeit: Ukrainer (1,5%), Weißrussen (0,8%), Roma (0,5%), Tataren (0,3%), Armenier (0,3%), Aseri (0,2%), Tschetschenen (0,15%), Deutsche (0,15%) u.a.
Geschichte
Nowgorod war im frühen Mittelalter einer der nördlichsten Vorposten der slawischen Kultur. Slawen siedelten hier wohl schon im 6. Jh. Hier entwickelte sich eine eigene ostslawische Sprache, das Altnowgorodische oder Altnaugardische. Seit dem 10. Jh. gehörte das Gebiet zu Kiewer Rus. Nach deren Zerfall bildete sich eine Adelsrepublik. die Rep. Nowgorod. In ihr wurde das Altnaugardische zur Schriftsprache ausgebaut. Nowgorod hatte ein Hansekontor, starke Beziehungen zur Hanse. Daher gab es in der Stadt im Mittelalter viele Kaufleute aus Westeuropa, die für einige Jahre in Nowgorod wohnten.
Im 16. Jh. fiel die Rep. an Moskau. Schriftsprache wurde Russisch. Als Umgangssprache wich das Altnaugardische in den nächsten Jahrzehnten. Auf dessen Substrat entstanden die nordrussischen Dialekte, die bis ins 20. Jh. vorherrschend waren. Heute setzt sich zunehmend Standard-Russisch durch (?). Zu Sowjetzeiten sind Menschen aus anderen Teilen der Sowjetunion eingewandert, haben sich meist aber sprachlich schnell assimiliert.
Hauptsächliche Umgangssprache: Russisch, (Seto/Kraasna)
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Der einstige deutsche Name Pleskau für Pskow ist völlig in Vergessenheit geraten.
Traditionell liegt das Gebiet im Übergang von zentralrussischen zu nordrussischen Dialekten. Heute wird meist Standard-Russisch gesprochen (?).
Nach der letzten Volkszählung verteilen sich die Volksgruppen wie folgt: 94,25% Russen, 1,64% Ukrainer, 1,27% Weißrussen, 0,42% Roma, 0,30% Armenier, 0,20% Tataren, 0,17% Aseri, 0,15% Esten, 0,11% Moldawier, 0,09% Letten, 0,09% Deutschen, 0,09% Tschuwaschen, 0,08% Juden, 0,08% Polen, 0,07% Tschetschenen, 0,05% Finnen, 0,05% Litauer, 0,04% Georgier, 0,04% Mordwinier u.a. mit jeweils weniger als 300 Menschen.
Geschichte
Historisch muß man zwischen dem Rajon Petschori (Petseri) und dem übrigen Gebiet unterscheiden.
Bis 1940 teilte das Gebiet um Petseri/Petschori das Schicksal Estlands, s. dort. Im Gebiet wurde hauptsächlich Seto und Kraasna gesprochen, ugaunische Dialekte. Seit der russischen Besitzergreifung sind diese dank Einwanderung von Russen und russischsprachiger anderer Nationalitäten zu einer verschwindenden Minderheit geworden. Auch die Nachfahren der Seto- und Kraasna-Sprecher sind heute oft bis meist russische Muttersprachler. Das Gebiet ist somit fast einsprachig russisch geworden.
Das übrige Gebiet ist spätestens seit dem 10. Jh., wahrscheinlich schon früher, von ostslawischen Stämmen besiedelt. Diese sprachen hier wohl Altnaugardisch (?). Das Gebiet gehörte zu Kiewer Rus. Diese löste sich im 12. Jh. in kleinere Staaten auf. Das Pskower Gebiet wurde Teil der Rep. Nowgorod. Dort hatte es Sonderrechte, und im 14. Jh. wurde ihm die Unabhängigkeit gewährt, als Rep. Pskow. Zu Beginn des 16. Jhs. wurde die Rep. moskowitisch. Das Altnaugardische wich zunehmend russischen Dialekten, die auf altnaugardischem Substrat entstanden. Diese nennt man nordrussische Dialekte. Im 20. Jh. (?) wichen diese zunehmend dem Zentralrussischen bzw. Standard-Russischen (?). In dieser Zeit kamen Einwanderer aus anderen Teilen der Sowjetunion, die sich aber sprachlich schnell assimilierten.
1920-1940 gehörte der Rajon Pytalowo unter dem Namen Neulettgallen zu Lettland. In dieser Zeit lebten viele Letten in der Region.
Wikipedia.
http://www.izvestia.ru/data/pdf/06-06-2005/06-izv.pdf.
Umgangssprachen: Russisch, (Wepsisch)
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In Wologda werden nordrussische Dialekte gesprochen. Russen stellen 93,5% der Bevölkerung, alle anderen Ethnien liegen unter 1% und sprechen meist auch Russisch als Muttersprache. Russen kolonisierten das Gebiet ab dem 6. Jh. Vorher wohnten hier finnische Völker. Von diesen sind die meisten assimiliert, es leben aber noch ein paar Hundert Wepsen im Gebiet.
Geschichte
Drei Regionen sind zu unterscheiden: der Norden, der Nordwesten und der Süden.
Es ist nicht ganz klar, wann die ostslawische Besiedlung des Südens begann. Vorher lebten finnische Völker in der Region, wahrscheinlich Wepsen. Im 6.-10. Jh. kamen ostslawische Siedler hinzu. Sie sprachen wohl Altnaugardisch. Das Gebiet gehörte zur Rep. Nowgorod. Im 16. Jh. fiel die Rep. an Moskau. Das Altnaugardische wich allmählich dem Russischen. Auf naugardischem Substrat entstanden die nordrussischen Dialekte. Im 20. Jh. wanderten Siedler aus anderen Teilen der Sowjetunion ein, assimilierten sich aber schnell. Gleichzeitig weichen die nordrussischen Dialekte zunehmend dem Standard-Russischen; regionale Eigentümlichkeiten bleiben dabei bestehen.
Der Nordwesten ist traditionell wepsisches Siedlungsgebiet. Seit dem 13. Jh. standen die Wepsen unter nowgorodischer Oberhoheit. In dieser Zeit kamen auch einige nowgorodische Siedler. Die Wepsen blieben aber die Mehrheit der Bevölkerung. Seit dem 20. Jh. gehen die Wepsen zunehmend zum Russischen über, außerdem wanderten viele Nicht-Wepsen, vor allem Russen, ein, so daß die Wepsen auch als Nationalität zur kleinen Minderheit wurden. Das Wepsische ist heute stark bedroht.
Im Norden lebten "Permer", die Vorfahren der Komi und Udmurten. Sie kamen im 13. Jh. unter nowgorodische Oberhoheit. Einige Russen aus Nowgorod und Zentralrußland wanderten ein. In der Diaspora bildeten sich die pomorischen russischen Dialekte. Diese setzten sich allmählich auch unter den Komi durch. Im 20. Jh. wanderten Menschen aus dem Süden, hauptsächlich Russen ein. Die Pomoren wurden dadurch zu einer Minderheit. Allgemeine Umgangssprache ist heute Standard-Russisch.
Hauptsächliche Umgangssprache: Russisch, [Ischorisch]

[Das Gebiet nordwestlich der grünen Linie gehörte bis 1940 zu Finnland.]
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In St. Petersburg wird fast ausschließlich Russisch gesprochen. 89,1% sind auch ethnisch Russen. Dazu kommen 2,1% Juden, 1,9% Ukrainer, 1,9% Weißrussen sowie kleinere Gruppen von Tataren, Kaukasiern, Usbeken, Wepsen und Finnen. Von der ursprünglichen Bevölkerung, den Ischorern, sollen noch ein paar Dutzend in St. Petersburg leben. Es ist (mir) unklar, ob darunter noch Ischorisch-Sprecher sind.
Geschichte
Das heutige Stadtgebiet St. Petersburg umfaßt außer der eigentlichen Stadt weitere Städte und Gemeinden, die erst 1999 nach St. Petersburg eingemeindet wurden.
Die Stadt St. Petersburg gehört zum Ingermanland. Das Gebiet war von Woten und Ischorern bewohnt, als es im 13. Jh. an Nowgorod fiel. 1617 wurde es schwedisch. Finnen wanderten ein. Sie waren im Gegensatz zu den orthodoxen Einheimischen Lutheraner. 1721 wurde es wieder russisch. An der Stelle einer schwedischen Festung entstand die Stadt St. Petersburg. Alle Einwohner dieser Stadt waren in der Zeit nach der Gründung Einwanderer. Die meisten waren Russen. Die größte Minderheit waren Deutsche. Es gab auch viele Niederländer. Letztere assimilierten sich wohl in den darauffolgenden Jahrzehnten an die russische oder die deutsche Kultur. Die deutsche Minderheit blieb bis ins 19. Jh. stark. Die meisten gehörten gehobenen Schichten an, sie assimilierten sich teilweise, als der Russifizierungsdruck Ende des 19. Jhs. stärker wurde. Der Rest verließ die Stadt nach der "Oktoberrevolution". 1914 wurde die Stadt in Petrograd umbenannt. Zu Sowjetzeiten wanderten viele Menschen aus übrigen Teilen der Sowjetunion ein, assimilierten sich jedoch schnell. Sie werden aus der damaligen Nationalitätenpolitik heraus aber noch heute als Angehörige ihrer ursprünglichen Nationalität betrachtet (zu Sowjetzeiten konnte dieser Status im Falle einer unerwünschten Nationalität wie Deutsche, Krimtataren oder Ingrische Finnen, gesellschaftliche Nachteile bedeuten). 1924-1991 hieß die Stadt Leningrad, seitdem wieder St. Petersburg; in der Umgangssprache wird sie Petersburg oder Pieter genannt.
Die übrigen Städte und Gemeinden gehörten bis 1999 zum Geb. Leningrad, s. dort. Der Norden gehört zu Isthmus-Karelien und war bis 1940 finnisch, der Rest ist ingermanländisch.
Offizielle Amtssprache: Russisch, Nenzisch
Umgangssprachen: Russisch, Nenzisch, Komi
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Der AK ist Teil des Geb. Archangelsk, aber ein eigenes Föderationssubjekt.
66% der Bewohner sind Russen, 12% Komi, 11% Nenzen. Von diesen spricht ein Viertel Russisch als Muttersprache.
Geschichte
Die Nenzen sind die ältesten bekannten Bewohner des AK. Das Siedlungsgebiet der Komi ragte in den heutigen AK hinein. Das Geb. ist Tundra, die Nenzen lebten nomadisch. Erst im 20. Jh. wurden Menschen aus anderen Teilen der Sowjetunion hier angesiedelt, hauptsächlich Russen. Dadurch wurden die Nenzen zu einer recht kleinen Minderheit im Land, heute 11%. Gleichzeitig wurden die Nenzen gezwungen, seßhaft zu werden. In der Folge hat ein Viertel von ihnen Russisch als Muttersprache angenommen.
Seit 2005 ist der AK nur noch in zwei Rajone unterteilt: die Hauptstadt Narjan-Mar und den Rest des Landes, den Transpolaren Rajon.