Offizielle Amtssprache: Deutsch
Einheimische Umgangssprachen: (·Hochdeutsch), Moselfränkisch/Pfälzisch/Rheinhessisch/(Mainzerisch)/((Oberhessisch)), [bis ins 11. Jh.: Moselromanisch]
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Das Gebiet teilt sich in folgende Großlandschaften: Westerwald, Taunus, Eifel, Hunsrück (Westerwald und Taunus erstrecken sich nach Hessen, die Eifel nach Nordrhein-Westfalen). Die Berglandschaften sind durch die Täler der Mosel, der Nahe und des Rheins jeweils voneinander getrennt. In den Tälern spielt der Tourismus eine große Rolle, vor allem an der Mosel; dies gilt vor allem in den Sommermonaten. Das Siegerland ragt in den Lkr. Altenkirchen hinein.
Koblenz und Trier sind die einzigen größeren Städte der Region. Allgemeine Umgangssprache ist hier heute meist ein Kontinuum zwischen den traditionellen Dialekten und Hochdeutsch. Dies gilt auch im übrigen Land, doch gibt es hier auch zahlreiche Dialektsprecher, auch noch in der mittleren Generation. Nach Norden hin nimmt der Anteil des Hochdeutschen in jüngster Zeit zu, im Siegerland kann man teilweise schon von Hochdeutsch mit siegerländischem Substrat als Umgangssprache reden. Die traditionellen Dialekte verteilen sich wie folgt:
Nur ein schmaler Streifen im äußersten Norden (Landkreis Ahrweiler, Norden von Neuwied, äußerster Westen von Altenkirchen) gehört noch zum traditionell rheinischen Sprachgebiet. Südöstlich davon gibt es Gemeinden mit einem stark rheinisch geprägten Moselfränkisch, so in Andernach. Die Dialekte des (rheinland-pfälzischen Anteils des) Westerwaldes sind noch dem Moselfränkischen zuzurechnen, bilden aber schon den Übergang zum (Mittel-)Hessischen. Im übrigen Gebiet werden traditionell moselfränkische Dialekte gesprochen. Dabei besteht meist kein "Zusammengehörigkeitsgefühl" der Moselfränkisch-Sprecher. Man sieht nur den lokalen Dialekt, meist als "Platt" bezeichnet. Das Hunsrück ist zwischen einer moselfränkischen und einer pfälzischsprachigen Hälfte geteilt. Die Dialekte werden aber meist Hunsrückisch (oder eben "Platt") genannt, die osthunsrückischen Dialekte werden von den Bewohnern meist nicht mit der Pfalz in Verbindung gebracht. Im Taunus sind die Dialekt schon dem Oberhessischen zuzuordnen (?). Das Siegerländische hat schon ripuarische ("rheinische"), hessische und auch westfälische Einflüsse.
Geschichte
Die Geschichte des Siegerlandes, das nach Rheinland-Pfalz hereinragt, wird auf der Seite zum "westfälischen" Teil der Region beschrieben.
Die ältesten Bewohner, die wir zuordnen können, waren Kelten. In der Südeifel und um Trier waren dies die Treverer. Sie lebten seit dem 7. Jh.v.Chr. in der Region. Um 50v.Chr. wurde das linksrheinische Gebiet römisch. Es begann eine Romanisierung. Vor allem in den Städten, am stärksten in Trier, wurde, auch durch römische Einwanderung, Vulgärlatein zur Umgangssprache. Auf dem Land hielt sich das Gallische bis kurz vor Ende des Reiches. Im 5. Jh. wurde das Gebiet fränkisch. Die meisten Galloromanen verließen es, es blieben aber Siedlungsgebiete an Mosel und Saar erhalten. Dort entstand durch die Isolation von der romanischen Welt das Moselromanische, das im 11. Jh. ausstarb. In den übrigen Gebieten siedelten sich Franken an. Es entstanden lokale fränkische Dialekte, die man später als Moselfränkisch zusammenfaßt. Nur im äußersten Norden des heutigen Rheinland-Pfalz gehören sie zum Rheinischen. Es gab aber wohl in den darauffolgenden Jahrhunderten noch Verschiebungen. Bei der Reichsteilung kam der Westen der Region erst zum Mittelreich Lothars, später als Teil des Hzt. (Ober- und Nieder-)Lothringen zum Ostfränkischen Reich, das später das Hl. Römische Reich Dt. Nation wurde. Der Osten war Teil des Hzt. Franken im ostfränkischen Reich. Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich kleinere Herrschaften, die die Stammesherzogtümer ersetzten. In der Region waren dies neben mehreren kleinen reichsunmittelbaren Territorien und Luxemburg vor allem das Erzbistum Trier, das so zum Fürstbistum wurde. Die Grenze zwischen Kurtrier und dem nördlich angrenzenden Kurköln hatte großen Einfluß auf die sprachliche Situation. In den kurkölnischen Gebieten (die heute vornehmlich in Nordrhein-Westfalen liegen, zu denen aber auch die rheinland-pfälzischen rheinischen Gebiete gehören) wurde die Sprache durch ein rheinisches Superstrat beeinflußt (so in Andernach), in den kurtrierischen war der moselfränkische Einfluß größer. In diesem Prozeß wird sich die Sprachgrenze zwischen Moselfränkisch und Rheinisch auch verschoben haben und ihre heutige Form erreicht haben. Die Verhältnisse vor der Ausbildung der Kurfürstentümer sind aber nicht mehr zu rekonstruieren. In der Eifel fand in dieser Zeit ein jahrhundertelang währender Wirtschaftsniedergang statt, durch den die Bevölkerung der Eifel drastisch reduziert wurde. Vor allem der 30jährige Krieg hat zu einer dünnen Besiedlung geführt. Erholung gab es für die Region nur kurze Zeit, zwischen 1794-1815, als es von Frankreich annektiert war. 1815 fiel bis auf drei kleine Territorien (Fürstentum Lichtenberg (Sachsen-Coburg-Saalfeld/Sachsen-Coburg-Gotha) 1834 an Preußen, außerdem Fürstentum Birkenfeld (gehörte zu Oldenburg) und die Gegend um Meisenheim (Hessen-Homburg)) die gesamte linksrheinische Region an Preußen, wurde Teil der preußischen Rheinprovinz, die nach dem 2. Weltkrieg zwischen den neuen Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aufgeteilt wurde. Das rechtsrheinische Gebiet gehörte bis 1945 zu Nassau bzw. der preußischen Prov. Hessen-Nassau (seit 1867); 1945 wurde der Westteil des Westerwaldes, der Nordwesten des Taunus und des Lahntals Teil der franz. Besatzungszone und kam deshalb 1947 an Rheinland-Pfalz.
Nach Gabsheim sind nur Mainz mit Budenheim und Ingelheim wirklich dem (Süd-)Hessischen zuzuordnen. Die übrigen Gebiete, die 1815-1945 zu Hessen-Darmstadt gehörten und daher heute als Rheinhessen bezeichnet werden, sind pfälzischsprachig (diese pfälzischen Dialekte werden rheinhessisch genannt). Sie weisen aber auch schon zum (Süd-)Hessischen. In Mainz wird heute aber zunehmend Hochdeutsch gesprochen. Im übrigen Rheinhessen herrscht ein Kontinuum zwischen Hessisch/Pfälzisch bzw. "Rheinhessisch" und Hochdeutsch vor.
In der Pfalz sind die traditionellen Dialekte noch recht lebendig, sie sind allgemeine Umgangssprache in Dörfern und mittelgroßen Städten. Allerdings findet eine Art Koinisierung statt. Besonderheiten pfälzischer Lokaldialekte, vor allem solche, die sich stark vom Hochdeutschen unterscheiden, werden zunehmend aufgegeben. Man spricht also in der Regel überregionale pfälzische Ausgleichsdialekte mit starkem hochdeutschen Einfluß.
Das pfälzische Sprachgebiet ist größer als die Landschaft Pfalz. Es umfaßt Teile des Hunsrücks, des Saarlandes, Rheinhessens und Nordbadens. Ein kulturelles Zusammengehörigkeitsgefühl besteht aber unter Pfälzern nur untereinander (im Landesteil Pfalz von Rheinland-Pfalz) und mit den pfälzischen Gebieten des Saarlandes (Saarpfalz) und Nordbadens (Kurpfalz). Nur hier wirken daher auch Koinisierungstendenzen.
Im 5. Jh. eroberten die Franken das gesamte Gebiet des heutigen Bundeslandes. Vorher hatten schon Alemannen die Pfalz erobert; sie wurden aber schon wenige Jahrzehnte später von den Franken unterworfen. In der Folge wurden weite Teile weitgehend germanisiert, man übernahm die fränkische Sprache der Eroberer. Es hielten sich aber romanische Sprachinseln in germanischsprachigem Gebiet bis ins 11. Jh. (!) - vor allem im Mosel- und Saartal. Diese waren nun aber vom übrigen romanischsprachigen Gebiet isoliert; seit dieser Zeit nennt man das Romanische in Rheinland-Pfalz Moselromanisch. Die Entvölkerung vor allem im 30jährigen Krieg mit anschließender starker Zuwanderung aus anderen Teilen des damaligen Reichs scheint auf die sprachlichen Verhältnisse kaum einen Einfluß gehabt zu haben.
Wikipedia.
Karl Moersch (1992): Geschichte der Pfalz, von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert, Landau: Pfälzische Verlagsanstalt.
http://www.ahr-eifel-rhein.de/index.php?hauptmanue=allesfliesst&todo=alles_spracheDerRegion
Gabsheim:
http://omnibus.uni-freiburg.de/~post/gabsh_mu/rheinhes.html.
anonymer Hinweis einer Hunsrückerin.
Walter Pippke/Ida Leinberger (1997): Die Eifel. Geschichte und Kultur des alten
Vulkanlandes zwischen Aachen und Trier (DuMont-Kunst-Reiseführer), Köln:
DuMont.
http://projetbabel.org/francique/fam_francique.php3.
Putzger Historischer Atlas.
eigene Beobachtungen.