Offizielle Amtssprache: Portugiesisch
(Einheimische) Umgangssprachen: Portugiesisch, (Mirandês)

Das Dorf Rio de Onor liegt teilweise in Spanien, teilweise in Portugal. Man spricht einen galicischen Dialekt. Im concelho (etwa: Kommune) Mirando do Douro (Trás-os-Montes) wird traditionell ein leonesischer Dialekt (Mirandês) gesprochen, der aber zunehmend bedroht ist. Ähnliches gilt für das Dorf Barrancos an der Grenze zur spanischen Extremadura (im Süden Portugals); hier wird Barranqueño gesprochen, ein extremeñisch-andalusisch-portugiesischer Mischdialekt (der aber noch unter Portugiesisch zu subsumieren ist).
Im übrigen Land werden traditionell portugiesische Dialekte gesprochen. Diese sind heute zunehmend durch das Standard-Portugiesische bedroht. Allerdings ist das Portugiesische nicht stark dialektal differenziert. Fast alle portugiesischen Dialekte sind Kolonialdialekte und entstanden durch die Reconquista zu Beginn des 2. Jts., als sowohl romanische (mozarabische) als auch andalusisch-arabische Dialekte zugunsten des galizischen Dialekts aus dem äußersten Norden des heutigen Portugal aufgegeben wurden.
Da Portugal bis 1975 Kolonialmacht war, hat es nach diesem Datum aus den Kolonien (Angola, Mosambik, Kapverdische Inseln, São Tomé und Príncipe) starke Einwanderung gegeben, darunter auch portugiesische Rückwanderer. Die Einwanderer haben sich in der Regel schnell assimiliert.
(Die traditionellen Regionen sind: Trás-os-Montes, Minho, Douro, Beira, Estremadura, Alentejo und Algarve.)
Als die Römer die Halbinsel im 3. Jh.v.Chr. eroberten, bewohnten Keltiberer den äußersten Norden des Landes, nördlich des Douro, die Küste sowie Teile des Südens, Tartessianer die heutige Algarve und Teile des Alentejo, Lusitanier das übrige Land.
Die Lusitanier wurden lange für Kelt(iberer) gehalten, heute nimmt man an, das sie vorkeltisch sind und eine indogermanische Sprache sprachen. Von letzteren stammt die lateinische Bezeichnung Portugals, die in vielen Zusammensetzungen gebraucht wird (so ist ein "encontro luso-brasileiro" ein portugiesisch-brasilianisches Treffen).
Im 3. Jh. v.Chr. eroberten die Römer das Land, es wurde Teil des Römischen Reiches, Römer wanderten ein. Im Laufe mehrerer Jahrhunderten gaben die Einwohner ihre Sprache zugunsten des Lateins auf, dabei entstand eine romanische Sprache. Im äußersten Norden wird diese dem späteren Galizisch-Portugiesischen, im Süden dem Mozarabischen zugerechnet. Diese Sprache blieb allgemeine Umgangssprache, als die Sueben und Westgoten die Römer ablösten; diese beiden germanischen Völker bildeten nur eine dünne Oberschicht, die (auch durch ihren arianischen Glauben) vom übrigen Volk isoliert blieb und sich (vielleicht erst nach Ende ihrer Herrschaft) romanisierte.
Im 8. Jh. eroberten die Araber das Land südlich das Douro. Wie im benachbarten Südspanien bildete sich dort eine arabischsprachige Schicht. In den Städten dominierte diese Sprache, bei Christen, Muslimen und Juden. Auf dem Land blieben viele bei der mozarabischen Umgangssprache. Dabei ist die Verteilung von Andalusisch-Arabisch und Mozarabisch nicht geklärt, man weiß nur, daß beide Sprachen benutzt wurden, von allen Religionen. Schriftsprache war aber fast ausschließlich (Klassisches) Arabisch. Auch die katholischen Messen fanden in der Regel auf Arabisch statt. Portugal (bis auf den äußersten Norden) gehörte erst zum Kalifat (von Damaskus), dann zum Kalifat von Córdoba. Dieses zerfiel im 10. Jh. Es bildeten sich sog. Taifas, kleine islamische Staaten. In diesen blühte neben der arabischen unter den Juden eine hebräische Literatur auf, unter Christen in geringerem Maße eine mozarabische (mit arabischen Buchstaben geschrieben, genannt Aljamiado). Im Verlauf des 11. und 12. Jhs., teilweise bis ins 13. Jh., wurde ganz Portugal außer der Algarve von den Grafen, jetzt Königen von Portugal erobert. Um 1250 kam auch die Algarve hinzu. In der Folge kamen Siedler aus dem Norden in die neu eroberten Gebiete. Die Mozarabischsprecher übernahmen bald das Portugiesische, Kolonialdialekte bildeten sich. Vor allem unter Muslimen und Juden hielt sich aber auch das Andalusisch-Arabische. Auch als Schriftsprache blieb Arabisch neben Portugiesisch und Latein in Gebrauch. Dabei wanderten wohl viele Muslime in dieser Zeit nach Spanien aus, vor allem in das letzte maurische Königreich von Granada. Jedenfalls werden Mauren in den Quellen der Zeit selten erwähnt, und die maurische Zeit hat in Portugal auch im Vergleich zu Südspanien wenig z.B. architektonische Spuren hinterlassen. Die Bedeutung des Lateins schwand bald nach der Reconquista dahin. Portugiesisch wurde zur Schrift- und Amtssprache gemacht, Latein in seiner Funktion auf den wissenschaftlichen Bereich beschränkt, bis es im Laufe der Jahrhunderte auch hier seine Bedeutung langsam einbüßte. Spätestens seit dem 19. Jh. wird Latein nur noch im theologischen Umfeld benutzt.
1492 flüchteten viele Juden aus Spanien nach Portugal. 1497 mußten aber alle Juden in Portugal das Land verlassen. Bald darauf mußten sich auch die Mauren taufen lassen, ihre Sprache wurde verboten (die getauften Muslime wurden mouriscos genannt). Sie behielten aber wohl zumindest das Aljamiado, also Mozarabisch mit arabischen Buchstaben, als Untergrundsprache bei. Zu Beginn des 16. Jhs. wurden alle Morisken aus Portugal vertrieben. Seitdem ist Portugiesisch außer den beiden winzigen Sprachinseln im Grenzgebiet zu Spanien die einzige einheimische Sprache.
Der äußerste Norden wurde nicht von den Muslimen erobert. Er gehörte später zum Königreich León. Eine Grafschaft dieses Königreichs war Portucale im heutigen Nordportugal. Diese machte sich im 12. Jh. endgültig von León unabhängig und eroberte gleichzeitig Gebiete südlich des Douro; ein Jahrhundert später war es bis zur Südküste der Iberischen Halbinsel vorgedrungen, s.o. Die Sprache dieses Gebiets war ein galizischer Dialekt. Im Laufe der Reconquista setzte sich dieser im ganzen entstehenden Kgr. Portugal durch (während die übrigen galizischen Dialekte später stark vom Kastilischen beeinflußt wurden).
Während der spanischen Herrschaft (1580-1640) waren viele spanische "Verwaltungsbeamte" in Portugal, meist nur kurzzeitig. Sie verließen 1640 das Land.
http://en.wikipedia.org/wiki/Lusitanian_language.
http://www.arkeotavira.com/Mapas/Iberia/Populi.htm.
María
Rosa Menocal (2003): Die Palme im Westen. Muslime, Juden und Christen im alten
Andalusien, Berlin: Kindler.
Otto Zwartjes (2006): Andalus, in Kees Versteegh
(Hrsg.): Encyclopedia of Arabic Language and Linguistics, Leiden: Brill,
S. 96-101.
Federico Corriente (2006): Andalusi Arabic, in Kees Versteegh
(Hrsg.): Encyclopedia of Arabic Language and Linguistics, Leiden: Brill,
S. 101-111.
http://www-alt.uni-trier.de/uni/fb2/romanistik/ringvorlesung/kremer.htm.
Mary Vincent/Robert Stradling (1997): Spanien und Portugal (Bildatlas der
Weltkulturen), Augsburg: Bechtermünz.
Offizielle Amtssprache: Portugiesisch
Umgangssprache: Madeira-Portugiesisch
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Man spricht Portugiesisch. Bis zur portugiesischen Entdeckung im 15. Jh. war die Insel unbewohnt.
Offizielle Amtssprache: Portugiesisch
Umgangssprache: Azorisches Portugiesisch
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Man spricht Portugiesisch. Während der Besiedlung haben sich Kolonialdialekte gebildet. Diese sind durch die lange Isolation heute sehr ausgeprägt. Bis zur portugiesischen Entdeckung im 15. Jh. waren die Inseln unbewohnt.
Rolf Osang/Jessica Leslie (1994): Azoren (DuMont-Reise-Taschenbücher; 2086), Köln: DuMont.