Zurück zur Startseite



Peru

Offizielle Amtssprache: Spanisch, Quechua, Aymara

Amazonas Ancash Apurímac Arequipa Ayacucho
Cajamarca Callao Cusco Huancavelica Huánuco
Ica Junín La Libertad Lambayeque Lima Metropolitana
Lima Provincias Loreto Madre de Dios Moquegua Pasco
Piura Puno San Martín Tacna Tumbes
Ucayali Geschichte

Zurück zur Südamerika-Seite

Peru teilt sich in drei Großregionen: das Amazonas-Tiefland, das Andenhochland und die Küste. Im Tiefland und in den Anden dominieren bis heute die indianischen Sprachen, wenn auch mit abnehmender Tendenz. Im Norden des Andenhochlands hat sich allerdings das Spanische weitgehend durchgesetzt. Viele oder die meisten der Süd-Hochländer und Tiefländer beherrschen auch Spanisch und brauchen es in vielen Situationen. Während im Tiefland viele verschiedene Sprachen gesprochen werden, die sich auf viele Sprachfamilien aufteilen, handelt es sich im Hochland fast nur um Quechua. Im äußersten Süden ist es Aymara statt Quechua. Insgesamt sind knapp 20% Muttersprachler einer indianischen Sprachen, 80% der Peruaner sprechen Spanisch als Muttersprache. Letzteres bedeutet meist keine Kenntnisse in anderen Sprachen (außer vielleicht unter Akademikern Englisch). Auch die europäischstämmigen Einwanderer haben meist das Spanische übernommen. Nur die chinesischstämmigen leben meist isoliert von den übrigen Bevölkerung und sprechen teilweise noch chinesische Sprachen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Situation insofern verändert, als immer mehr Hochlandbewohner an die Küste, vor allem nach Lima, ziehen. Dort bewahren sie den Kontakt zu ihrer Herkunftsregion, mithin auch oft Kenntnisse ihrer Sprache, benutzen aber außerhalb ihres Hauses vor allem Spanisch.

Amazonas

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Jivaroanisch

Man spricht jivaroanische Sprachen und Spanisch.

Ancash

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua

Ancash liegt in den Anden. Man spricht vornehmlich Quechua.

Apurímac

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua

Man spricht hauptsächlich Quechua.

Arequipa

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua

Man spricht vornehmlich Spanisch, im Hochland auch Quechua.

Ayacucho

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua

Man spricht hauptsächlich Quechua. Ayacucho ist ein Zentrum der Quechua-Kultur.

Cajamarca

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua, Jivaroanisch

Man spricht Spanisch. Das Lambayeque-Quechua-Gebiet ragt nach Cajamarca hinein. Im Norden werden jivaroanische Sprachen gesprochen.

Cusco

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua, Arawak, Harakmbet

Man spricht hauptsächlich Quechua-Sprachen, im Norden auch Arawak. Im Osten wird in einem kleinen Gebiet Huachipaeri gesprochen, eine Harakmbet-Sprache. Cusco ist ein kulturelles Zentrum der Quechua-Kultur.

Huancavelica

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua, Arawak

Man spricht hauptsächlich Quechua, im Nordosten auch Arawak.

Huánuco

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua, Arawak, Panoanisch

Die Region bildet den Übergang von den Anden zum Regenwald. Man spricht im Hochland Quechua, im Tiefland Panoanisch und Arawak, überall aber auch Spanisch.

Ica

Zurück zur Karte

Man spricht Spanisch.

Junín

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua, Arawak

Man spricht Quechua-Sprachen, im Osten auch Arawak.

La Libertad

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua

Man spricht Spanisch und Cajamarca Quechua. Vom 1.-7. Jh. war La Libertad das Zentrum der Mochica-Kultur, später der Chimú-Kultur, deren Sprachen wir nicht kennen.

Lambayeque

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua

Außer in der spanischsprachigen Küstenregion herrscht Lambayeque Quechua vor.

Lima Metropolitana, Callao, Lima Provincias

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua, Jaqi

Die Städte Lima und Callao sind eigene Provinzen; erstere heißt Lima Metropolitana. Die beide umgebende Provinz heißt Lima Provincias. In den Städten Lima und Callao dominiert die spanischsprachige Kultur. Daneben ist es das Zentrum für innerperuanische Wanderung. Daher leben hier nicht nur die meisten Nachfahren nicht-spanischer europäischer Einwanderer, sondern auch die meisten Migranten aus dem Hochland. Diese bewahren in ihrer Mehrzahl Kontakt zu ihrer Herkunftsregion, mithin auch Kenntnisse des Quechua oder Aymara. Spanisch ist aber auch für sie in Lima die Sprache für alle Situationen außerhalb der ethnischen Gemeinschaft. wird vornehmlich Spanisch gesprochen, beide sind aber auch Zentren der Einwanderung aus dem ganzen Land und der ganzen Welt.

Im Hochland von Lima Provincias wird auch Quechua gesprochen, im Süden davon auch die aymaranische Sprache Jaqaru.

Loreto

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Tukanoanisch, Arawak, Witotoanisch, Quechua, Jivaroanisch, Zaparoanisch, Tupi-Guarani, Yaguanisch, Kandoshi, Taushiro, Urarina, Panoanisch

Die Region ist die größte Perus. Sie ist allerdings gering besiedelt. Sie gehört zum Amazonas-Raum. Fast alle in Peru gesprochenen Sprachfamilien finden sich auch in Loreto.

Madre de Dios

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Panoanisch, Arawak, Harakmbet, Quechua, Takanisch

Fast das gesamte Gebiet ist von Regenwald bedeckt. Die Region ist sehr dünn besiedelt. Man spricht in der Hauptstadt, in der zwei Drittel der Einwohner leben, Spanisch, im übrigen indianische Sprachen.

Moquegua

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Jaqi

Man spricht Spanisch und Aymara.

Pasco

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua, Arawak

Man spricht Quechua-Sprachen, im Südosten auch Arawak.

Piura

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua

In Piura wird hauptsächlich Spanisch gesprochen. Das Lambayeque-Quechua-Sprachgebiet ragt jedoch in die Region hinein.

Puno

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Quechua, Jaqi

Man spricht hauptsächlich Quechua im Westen, Aymara im Osten.

San Martín

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Jivaroanisch, Cahuapanisch, Quechua, Panoanisch, Munichi,

San Martín gehört noch zum Amazonas-Becken. Es werden hauptsächlich indianische Sprachen gesprochen.

Tacna

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Jaqi

Man spricht Spanisch und Aymara.

Tumbes

Zurück zur Karte

In Tumbes wird vornehmlich Spanisch gesprochen.

Ucayali

Zurück zur Karte

Einheimische Sprachfamilien: Panoanisch, Arawak, Quechua, Arahua

Ucayali gehört zum Regenwald. Man spricht Arawak- und panoanische Sprachen, im Ostzipfel an der Grenze zu Brasilien auch die Arahua-Sprache Culina. Am Südwestrand werden Quechua-Sprachen gesprochen.

Sprachenkarte Nord-Perus (Ethnologue)
Sprachenkarte Süd-Perus (Ethnologue)

Geschichte

Peru besteht aus drei Großregionen: der (ariden) Küste, dem Andenhochland und peruanischen Anteil am Amazonas-Tiefland.

Das Amazonas-Tiefland ist noch heute vornehmlich von Amazonas-Völkern bewohnt. Diese teilen sich in viele Sprachgruppen und leben traditionell meist in recht kleinen Stammesgemeinschaften. Keinem vorkolumbianischen Reich gelang es, hier Fuß zu fassen. Im 17. Jh. begann hier die christliche Missionierung und Ansiedlung im Bereich der Missionsstationen. Während vorher die Tiefland-Indianer nur Jäger und Sammler waren, wurden jetzt viele von ihnen seßhaft. Die Missionierung und damit (lockere) spanische Herrschaft endete aber nach einem Aufstand 1742. Von da an bis in die Mitte des 19. Jhs. wurden die Indianer in Ruhe gelassen. Danach wurden verschiedene industrielle und landwirtschaftliche Unternehmungen gestartet, in deren Verlauf viele Tiefland-Indianer verschleppt und versklavt wurden. Es siedelten sich auch spanischsprachige Peruaner an. Dennoch leben heute die meisten Tiefland-Indianer zwar nicht mehr ihr traditionelles Leben, stellen aber immer noch die Mehrheit in der Region, wenn auch viele heute Spanisch sprechen.

Das Andenhochland ist das Zentrum der südamerikanischen Hochkulturen. Schon um 5000v.Chr. begann hier der Ackerbau. Die älteste namentlich bezeichnete, aber nicht insgesamt die älteste, ist die Kultur von Chavín, die zumindest kulturell das gesamte Andenhochland und die Küstenregion umfaßte. Sie bestand von ca. 800-300v.Chr. Um 300v.Chr. zerfiel die Kultur und eventuell das Reich in verschiedene Regionalkulturen. Im Norden waren Moche, Paracas und Nazca am bedeutendsten. Im Süden ist vor allem Tiahuanaco erwähnenswert, später auch Huarpa. Aus der Verbindung beider entstand das Wari-Reich, das etwa von 1000 an bestand. Es wurde abgelöst vom Reich der Inka, das in wenigen Jahrzehnten nach 1440 das gesamte Andenhochland und die Küste unter seiner Herrschaft vereinte. Dabei führte es umfangreiche Bevölkerungsverschiebungen durch und assimilierte mit Ausnahme der Aymara im Süden die übrigen Völker des Hochlands und der Küste. Ihre Sprache war das Quechua.

1532 wurde das Inka-Reich von einer Handvoll Spanier erobert, der letzte Inka-Herrscher ermordet. Seitdem standen Andenhochland und Küste unter spanischer Herrschaft. Spanische Siedler kamen ins Land, ihre Nachkommen bildeten eine spanisch geprägte Kultur in Peru (criollos genannt). Sie siedelten hauptsächlich an der Küste, während das Hochland relativ unbehelligt blieb. Dort konnten sich viel von der Quechua-Kultur erhalten. 1780 gab es im Hochland einen Aufstand. Dieser wurde niedergeschlagen, und in der Folge wurde die Aristokratie ihrer Privilegien beraubt sowie Quechua verboten. Damit war die Quechua-Hochkultur zerschlagen, nachdem zu Beginn der spanischen Herrschaft bereits viel verlorengegangen war, allerdings Quechua zum ersten Mal zur Schriftsprache geworden war.

In der Küstenregion verpflichteten die Spanier und criollos viele Indianer zur Zwangsarbeit und holten außerdem afrikanische Sklaven ins Land. Letztere machten zeitweise mehr als die Hälfte der Küsten-Bevölkerung aus. Heute sind sie aber nur noch eine relativ kleine (und natürlich spanischsprachige) Minderheit, deren Zentrum südlich von Lima ist. Daneben entstand auch eine Gruppe von Mischlingen, Mestizen und Mulatten. Diese wurde aber weitgehend als minderberechtigte Mitglieder der criollo-Kultur zugerechnet.

1824 erklärten sich die criollos für unabhängig, nachdem sie lange eine der letzten spanischen Bastionen im hispanoamerikanischen Unabhängigkeitskrieg waren. Es entstand die Republik Peru, die von nun an auch die Herrschaft über einen Teil des Andenhochlands übernahm. Mitte des 19. Jhs. fiel auch das Tiefland unter ihre Herrschaft.

Nach Abschaffung der Sklaverei 1854 wanderten Chinesen und in geringerem Maße Japaner ein, um die Sklaven zu ersetzen. Sie werden culis genannt. Auch aus dem nicht-spanischsprachigen Europa kamen Einwanderer nach Peru, wenn auch nicht in dem Umfang wie in anderen lateinamerikanischen Ländern. Alle diese Einwanderer siedelten sich an der Küste an.

1881 mußte Peru seinen Anteil an der Atacama-Wüste an Chile abtreten. Anfang der 1970er Jahre wurde Quechua zur zweiten Amtssprache; dieser Akt hatte aber kaum praktische Auswirkungen.

Im 20. Jh. sind viele Hochlandbewohner an die Küste abgewandert. Spätestens dort lernen sie Spanisch, einige vergessen auch das Quechua oder Aymara.

Ethnologue.
Eleonore von Oertzen/Ulrich Goedeking (³2004): Peru (Beck'sche Reihe Länder), München: Beck.
Miloslav Stingl (1982): Das Reich der Inka. Ruhm und Tod der "Sonnensöhne", Wien/Düsseldorf: ECON.