Offizielle Amtssprache: Ossetisch, Russisch
Umgangssprachen: Ossetisch, Georgisch, Russisch, Armenisch
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Südossetien wird oft zu Europa gerechnet, es liegt aber am Südhang des Großen Kaukasus
und müßte demnach zu Asien gezählt werden.
Das Land hat sich 1991 für unabhängig erklärt. International gilt es weiter
als Teil Georgiens; lediglich Rußland und
Nicaragua haben es im Aug. 2008 anerkannt. In Georgien gilt es nicht einmal
mehr als autonomes Gebiet, die Wiedereinrichtung eines solchen wird allerdings
diskutiert. Georgien kontrollierte bis August 2008 Teile Südossetiens, in der Karte oben hellgrün gekennzeichnet.
Man rechnet heute mit ca. 65% Osseten und 25% Georgiern in Südossetien.
In der Antike gehörte Südossetien zum Reich Iberien (nicht zu verwechseln mit der Iberischen Halbinsel in Europa). Das Reich war wohl hauptsächlich georgisch geprägt. Später gehörte das Land zu verschiedenen georgischen Reichen, die teilweise von diadochischen Reichen, Rom oder den persischen Sassaniden abhängig waren.
Im 6. Jh. wanderten Osseten ein. So ist die gängige Auffassung; nach Reißner (1998) wohnten allerdings Osseten bis zu Stalins Zeiten nur in Nordossetien, von einigen Streusiedlungen angesehen, und seien erst in den 30ern und 40ern nach Südossetien eingewandert; vorher sei das Gebiet rein georgischsprachig gewesen.
Die Osseten gehörten zu dem sarmatischen Stamm der Alanen, die zeitweise in Westkasachstan siedelten, trennten sich aber von den übrigen Alanen, die nach Europa zogen. In Ossetien wurden die Osseten christianisiert. Noch heute ist die Mehrheit der Osseten orthodoxen Glaubens, nur in Nordossetien (Rußland) gibt es eine muslimische Minderheit. Seit der alanisch-ossetischen Einwanderung leben im heutigen Südossetien Georgier und Osseten zusammen, wobei Georgier traditionell in den Städten die Mehrheit stellten, während die Osseten in ländlichen Gebieten siedelten. Auch Armenier und Juden siedelten sich später in den südossetischen Städten an, vor allem in Zchinwali, wo 1900 Juden 42%, Georgier 33%, Armenier 13%, Osseten 11% der Bevölkerung stellten. Südossetien blieb Teil georgischer Reiche, bis es 1774 russisch wurde. Nach der Oktoberrevolution war es zunächst Teil Georgiens, 1920 proklamierten die Sowjets eine südossetische Sowjetrepublik, die 1922 als Aut. Gebiet Teil der Georgischen SSR wurde (die wiederum bis 1936 Teil der Transkaukasischen SFSR innerhalb der UdSSR war). Amtssprachen waren Georgisch und Russisch. In sowjetischer Zeit glich sich die Stadt-Land-Bevölkerungsverteilung aus. 1989 waren 74% der Bewohner Zchinwalis Osseten, 16% Georgier, 9% andere. Insgesamt machten Osseten 1989 66% der Bevölkerung Südossetiens aus, Georgier 29%, Russen ca. 2%, Armenier und Juden je ca. 1%.
1989 erklärte sich Südossetien einseitig zu einem Teil der Nordossetischen ASSR innerhalb der Russischen SFSR. Daraufhin löste das georgische Parlament das Aut. Gebiet auf. Als sich Georgien 1991 für unabhängig erklärte, tat dies auch Südossetien. Ein Krieg zwischen Südossetien und Georgien begann, der 1992 mit einem Waffenstillstand endete, der bis zum August 2008. Georgien behielt dabei die Kontrolle über Teile Südossetiens, während der Rest faktisch unabhängig war. Während des Krieges flohen viele Osseten nach Nordossetien (sie kehrten später zurück), viele Georgier ins übrige Georgien. Wahrscheinlich ist heute der Anteil der Georgier in den georgisch-kontrollierten Gebieten tendentiell etwas höher als vor dem Krieg, in den südossetisch-kontrollierten Gebieten der der Osseten. Seit 2007 bestand in den georgisch kontrollierten Teilen wieder eine faktische Autonomie. Seit August 2008 ist ganz Südossetien von russischen Truppen besetzt, die militärische Aktion hat wahrscheinlich weitere Georgier nach Georgien flüchten lassen.
Wikipedia.
Ilma Reißner (1998): Georgien; goldenes Vlies und Weinrebenkreuz,
Würzburg: Der Christliche Osten (aktualisierte Neuauflage von
Georgien; Geschichte · Kunst · Kultur, 1989).