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Norwegen

Offizielle Amtssprache: Norwegisch, Neunorwegisch, (regional: Samisch, Finnisch)

Einheimische Umgangssprachen: Neunorwegisch, Norwegisch (bokmål), Samisch, Finnisch

 
Akershus Aust-Agder
Buskerud Finnmark
Hedmark Hordaland
Møre og Romsdal Nordland
Nord-Trøndelag Oppland
Oslo Rogaland
Sogn og Fjordane Sør-Trøndelag
Telemark Troms
Vest-Agder Vestfold
Østfold Geschichte

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In Norwegen sind die Dialekte noch stark. Es gab zwar ähnliche soziolinguistische Prozesse, die Dialekte zu "unfeiner" Sprache deklarierten. Zum einen war aber in Norwegen die Situation für die Dialekte dadurch entschärft, daß die einzige nicht "unfeine" Sprache, die Schriftsprache, als von fremden Mächten aufgezwungen empfunden wurde (s. bokmål). Zum anderen gab es in den 70er Jahren eine Dialektrenaissance, die den Namen wirklich verdient (in anderen Ländern wird auch davon berichtet, dort hat sie aber nur folkloristischen Charakter, während sich die Abnahme der Dialekte noch verschärfte).

Der Dialekt ist heute die normale Umgangssprache in den meisten Situationen. Ähnlich wie in der Schweiz nimmt auch die Akzeptanz des Gebrauchs von Dialekt in offizielleren Situationen wie Reden zu. In (nicht-lokalem) Fernsehen und Radio wird allerdings vornehmlich Schriftsprache verwendet, wobei ein Viertel der Sendezeit für das Neunorwegische reserviert ist. Es gibt aber Kreise, die aus dem Buchnorwegischen entstandene neue Dialekte sprechen; dies sind vornehmlich die Mittel- und Oberschicht in den großen städtischen Zentren, in denen das Buchnorwegische vorherrscht, vor allem Oslo. In vielen Städten, die in den letzten Jahrzehnten gewachsen sind, bilden sich in den letzten Jahrzehnten Ausgleichsdialekte unterschiedlicher Art. Einige haben vornehmlich Zuwanderer aus näheren Gegenden, so daß sich auf lokaler Grundlage ein neuer Dialekt entsteht, einige haben Zuwanderer aus ganz Norwegen, so daß aus ganz Norwegen Einflüsse bestehen. Die neuen Dialekte greifen dann auf das Land aus. Insgesamt führen die Prozesse zur Bildung großflächigerer Dialekte, gleichzeitig werden die sprachlichen Unterschiede zwischen Regionen prononzierter. Es gibt also keine Bewegung hin zu einer norwegischen koiné.

Die einzelnen Kommunen können selbst entscheiden, welche der beiden Schriftsprachen ihre Amtssprache ist. Eine ähnliche Entscheidung besteht auf fylke-Ebene und in den Schulen. Sie spiegelt die regionalen Dominanzverhältnisse der beiden Schriftsprachen wider. Kommunen können sich auch in der Frage der Amtssprache für neutral erklären. In diesen Fällen sind beide Schriftsprachen zugelassen; in der Praxis deutet die Entscheidung allerdings meist auf eine Dominanz des bokmål hin. Im allgemeinen tendiert Westnorwegen zum Neunorwegischen, Ost- und Nordnorwegen sowie die größeren Städte zum bokmål.

Akershus

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Wohl fast nur noch in ländlichen Regionen werden noch westnordgermanische Dialekte gesprochen. Akershus gehört zum Einzugsgebiet der Hauptstadt Oslo. bokmål spricht unter der Ober- und Mittelschicht als Umgangssprache eine große Rolle.

Neunorwegisch spielt keine Rolle. Einige Kommunen und die Fylkeregierung sind zwar neutral, die meisten haben sich allerdings für bokmål entschieden. In der Schule wird nur bokmål benutzt.

Aust-Agder

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In Aust-Agder, das mit Vest-Agder das Sørland bildet, werden südländische Dialekte gesprochen. Der Dialekt im Südosten hört sich für Außenstehende dänisch an, weil das R nicht gerollt wird und die Verschlußlaute "geschwächt" (als lenes) ausgesprochen werden. Im äußersten Nordwesten findet sich hingegen eine Enklave, die den Dativ bewahrt hat.

Neunorwegisch und bokmål spielen in der Verwaltung etwa die gleiche Rolle; in den Schulen herrscht aber bokmål vor.

Buskerud

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Man spricht mittelländische Dialekte. Der Dativ ist nur im Norden erhalten. Dafür reicht das Gebiet, im dem das R nicht gerollt wird, im Westen nach Buskerud hinein. Der äußerste Osten gehört zur Osloer Agglomeration, entsprechend groß ist dort der Einfluß des bokmål als Umgangssprache. Als Schriftsprache dominiert Bokmål, nur in einer Minderheit der Kommunen und Schulen wird Neunorwegisch benutzt, während die Fylkeregierung offiziell neutral ist.

Finnmark
Kommunen der Finnmark

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Die Mehrheit der Bevölkerung spricht nordnorwegische Dialekte oder bokmål. Sie gehen aber meist auf relativ rezente Einwanderung zurück. Die ursprünglichere Bevölkerung sind die Samen, die heute aber eine Minderheit darstellen. Viele von ihnen sprechen heute Norwegisch.

Daneben gibt es Finnen, hier Kvener genannt. Viele sprechen heute Norwegisch, einige haben nordfinnische Dialekte bewahrt. In jüngster Zeit bestehen die Kvener darauf, eine eigene Sprache, das Kvenische, zu sprechen. In der Ost-Finnmark stehen die Dialekte allerdings nah am finnischen Standard.

Neunorwegisch gibt es nicht, wohl aber Samisch. Die vier als neutral in der Statistik auftauchenden Kommunen sind vielleicht gemischt bokmål-samisch-sprachig. Unter den Schülern stellen diejenigen mit Samisch als Hauptsprache knapp 10%.

Geschichte

Die älteste Bevölkerung, die sich zuordnen läßt, waren Samen. Seit dem 14. Jh. (in Troms seit dem 11. Jh.) lebten auch einige norwegische Siedler im Küstenbereich. Seit dem 16. Jh. erhob Dänemark-Norwegen Anspruch auf das Gebiet, der zunächst noch nicht sehr effektiv war. So wurde der äußerste Osten der Finnmark in dieser Zeit teilweise orthodox missioniert (es gibt dort noch heute orthodoxe Samen). Erst im 19. Jh. kann man von einer norwegischen Herrschaft über die Finnmark sprechen. Die Grenze gegen Schweden wurde allerdings bereits 1753 festgelegt, die gegen Rußland 1826. Im 18. und 19. Jh. wanderten Finnen aus Tornedal in die Finnmark ein, zunächst in die westliche, später auch in die östliche. Es bildeten sich neue Dialekte (mit norwegischen Einflüssen), die kvenisch genannt werden; seit kurzem verstehen die Kvener ihre Sprache als vom Finnischen getrennte eigene Sprache.

Im 20. Jh. wanderten mehr Norweger ein und bildeten schließlich die Bevölkerungsmehrheit. Es bildeten sich nah am Bokmål-Standard orientierte Kolonialdialekte. Zur gleichen Zeit betrieb die norwegische Regierung eine Norwegisierungspolitik gegenüber den Samen. 1940-1944 lebten deutsche Besatzungstruppen im Land. Bei ihrem Abzug wurde die Bevölkerung evakuiert. Die Rote Armee besetzte das Gebiet für ein halbes Jahr. In den 50er Jahren kehrte die Bevölkerung zurück. Seit der Zeit kamen auch weitere norwegische Siedler. Durch diese Ereignisse sind heute viele Samen norwegischsprachig, ist das Samische bedroht. Bis zur Evakuierung in den 40er Jahren war das Landesinnere rein samischsprachig, heute spielt auch hier das Norwegische eine große Rolle.

Weite Teile der Finnmark sind unbewohnt, der Bereich hat sich in den letzten Jahrzehnten vergrößert. So gab es unmittelbar an der Grenze zu Rußland, in Grense Jakobselv, früher eine Siedlung, die heute unbewohnt ist.

(Bokmål-) Wikipedia.

Hedmark

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Man spricht (nord-)ostländische Dialekte. Die Hedmark ist dünn besiedelt. In Teilen des Fylke ist der Dativ erhalten.

Zu Hedmark gehört auch der Finnskog. Er war im 17. Jh. Ziel finnischer Einwanderung. Das Finnische starb hier im 20. Jh. aus. Ebenfalls zu Hedmark gehört Norwegens südlichste Siedlung von Samen, in Engerdal.

Neunorwegisch spielt keine Rolle, obwohl mehrere Gemeinden und die Fylkeregierung offiziell neutral sind. Schüler lernen bokmål bzw. Samisch.

Hordaland

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Man spricht südwestländische Dialekte. Der Dialekt Bergens ist besonders, stellt einen Inseldialekt dar; im allgemeinen ist es ein Kennzeichen norwegischer Dialekte, viele morphologische Unterscheidungen wie Kasus, Genus und Personalendungen beizubehalten. Dies kennzeichnet sie gerade gegenüber den beiden norwegischen Schriftsprachen, die weder Kasus noch Personalendungen kennen, bei einer von beiden besteht auch eine (abnehmende) Tendenz zum Zusammenfall von Maskulinum und Femininum. Der Bergensche Dialekte hat nur noch ein gemeinsames Genus neben dem Neutrum, und es gibt keine Kasus und Personalendungen. Außerdem gibt es Rachen-R, (inzwischen) auch in weiten Teilen der übrigen Region. Man kann innerhalb des Bergensk noch zwei deutlich unterschiedliche Soziolekte unterscheiden, Penbergensk und Gatebergensk, jeweils mit Zwischenstufen zwischen beiden. In jüngerer Zeit dehnt sich Bergensk auch auf das übrige Midthordland aus.

Verschlußlautschwächung kommt in Hordaland nicht vor. Der Dativ ist nur in einer kleinen Region erhalten. In Bergen gibt es auch Bokmål-sprecher.

Hordaland ist ein Zentrum des Neunorwegischen, nur Bergen ist eher bokmål-sprachig. Bis vor kurzem war sie sogar offiziell eine Bokmål-Kommune; seit 2007 ist sie aber neutral. Die meisten übrigen Kommunen sind neunorwegischsprachig oder neutral, sogar die Fylke-Regierung hat Neunorwegisch als Amtssprache. Allerdings geben über die Hälfte der Schüler bokmål als bevorzugte Sprache an.

Møre og Romsdal

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Mitten durch das Fylke, direkt durch die kleine Insel Midøya, geht die Kulturgrenze zwischen West- und Nordnorwegen. Diese Grenze äußert sich nicht nur sprachlich, sondern auch in Essens-, Bau- und religiösen Gewohnheiten (der Westen zählt noch zum "Bibelgürtel"). Dementsprechend wird im Osten Tröndisch, genauer Südtröndisch, gesprochen, im Westen Nordwestländisch. Der Dativ ist oder war überall erhalten.

Schriftsprachlich überwiegt das Neunorwegische. Die Fylke-Regierung ist neunorwegischsprachig, ebenso etwas mehr als die Hälfte der Kommunen, die übrigen sind meist neutral. 55-60% der Schüler entscheiden sich für Neunorwegisch.

Nordland

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Man spricht nordnorwegische Dialekte, im äußersten Süden auch nordtrøndische. Es gibt eine samische Minderheit. Die Dialekte im Mittel-Helgeland (gehören zum Vefnsmål, teilweise auch zum Brønnøymål) haben übrigens Verschlußlautschwächung wie die süd-norwegischen Dialekte.

Neunorwegisch spielt praktisch keine Rolle. Es gibt mehr Schüler, die Samisch wählen, als solche, die sich für Neunorwegisch entscheiden. Neunorwegischsprachige Kommunen gibt es nicht.

Nord-Trøndelag

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Man spricht tröndische Dialekte. Der Dativ ist überall erhalten. Es gibt eine südsamische Minderheit; sie tendiert aber zum Sprachwechsel zugunsten norwegischer Dialekte.

Bokmål überwiegt. Die meisten Kommunen sind neutral, die meisten Schüler wählen bokmål.

Oppland

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Man spricht vornehmlich mittelnorwegische, im Südosten auch ostländische Dialekte. Der Dativ ist meist erhalten. Bokmål überwiegt, Neunorwegisch dominiert etwa in einem Viertel der Kommunen und Schulen.

Oslo

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Oslo ist die Hauptstadt des Landes, kulturelles Zentrum und gehört zum Ostland. Bis 1925 hieß die Stadt Kristiania (bis 1877 Christiania, bis 1624 Oslo). Heute sprechen Mittel- und Oberschicht bokmål oder bokmål-nahe Dialekte. Allerdings gibt es Einwanderung aus anderen Teilen Norwegens, die zumindest in der ersten Generation noch ihren Heimat-Dialekt sprechen.

Oslo ist neutral bezüglich der Schriftsprache. Neunorwegisch spielt in der Praxis allerdings fast keine Rolle. Vor allem die Oberschicht steht der Sprache ablehnend gegenüber. Der größte Pfeiler des Neunorwegischen in Oslo ist das Norwegische Theater, das nur auf Neunorwegisch spielt.

Rogaland

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In Rogaland werden südwestländische Dialekte gesprochen. Im größten Teil des Landes wird das R im Rachen gesprochen, und in Dreiviertel des Landes sind die Verschlußlaute "geschwächt".

Neunorwegisch ist die vorherrschende Schriftsprache. Die Hälfte der Kommunen ist neunorwegischsprachig, die andere neutral, nur drei sind bokmål-sprachig, darunter die Stadt Stavanger. Von den Schülern geben allerdings drei Viertel bokmål als Sprache an, nach der Statistik von 2003 gab es auch einen samischsprachigen Schüler.

Sogn og Fjordane

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Im Westen werden nordwestländische Dialekte mit erhaltenem Dativ gesprochen, im Osten südwestländische.

Sogn of Fjordane ist der einzige rein-neunorwegischsprachige fylke. In Sogn of Fjordane spielt bokmål praktisch keine Rolle. Alle Kommunen, die Fylke-Regierung und fast alle Schüler bezeichnen sich als neunorwegischsprachig.

Sør-Trøndelag

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Man spricht tröndische Dialekte. Der Dativ ist überall erhalten. Es gibt eine südsamische Minderheit; sie tendiert aber zum Sprachwechsel zugunsten norwegischer Dialekte.

Die meisten Schüler wählen bokmål, die Statistik zählt für 2003 83 Neunorwegisch- und 3 Samischschüler auf. Die meisten Kommunen (und die Fylke-Regierung) sind neutral, es gibt keine neunorwegischsprachigen Gemeinden.

Telemark

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In Telemark werden hauptsächlich süd-mittelländische Dialekte gesprochen, im Südosten auch süd-ostländische, im Süden auch südnorwegische. Der Dativ ist nicht erhalten. Der Dialekt der West-Telemark gilt trotzdem als sehr altertümlich.

In Telemark spielt Neunorwegisch eine vergleichsweise große Rolle. Etwa die Hälfte der Kommunen ist neunorwegischsprachig, die andere neutral. In den Schulen entscheiden sich allerdings nur ein Viertel für Neunorwegisch.

Troms

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Man spricht nordnorwegische Dialekte. Es gibt eine samische Minderheit. Im 18. Jh. sind Finnen nach Troms eingewandert; sie werden hier Kvener genannt. Viele von ihnen haben später Norwegisch angenommen, einige sprechen aber noch nordfinnische Dialekte.

Neunorwegisch spielt keine Rolle, eher noch Samisch. Es gibt für beide aber nur eine kleine Zahl von Schülern. Neunorwegischsprachige Kommunen gibt es nicht.

Geschichte

Im Mittelalter wurde der Norden von Troms zur Finnmark gerechnet, zur Geschichte s. dort. Der Süden (bis Tromsø) wurde zum Hålogaland gezählt und war schon in alter Zeit Teil Norwegens.

Vest-Agder

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Man spricht südwestländische Dialekte. Im größten Teil des Landes sind die Verschlußlaute "geschwächt" (lenes) und das R wird im Rachen gesprochen; die Dialekte klingen für andere Norweger daher dänisch.

In Vest-Agder spielt Neunorwegisch eine Rolle, aber eine geringe. Nur zwei der fünfzehn Kommunen haben neunorwegische Amtssprache, und nur knapp tausend Schüler entscheiden sich für Neunorwegisch.

Vestfold

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In Vestfold werden ostnorwegische Dialekte gesprochen. Buchnorwegisch kommt als Umgangssprache ebenso vor, auch aufgrund der Nähe zu Oslo. Neunorwegisch spielt keine Rolle.

Østfold

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In Østfold werden ostnorwegische Dialekte gesprochen. Die Dialekte ähneln denen im Westen des schwedischen Bohusläns, das bis 1658 zu Norwegen gehörte. Das Buchnorwegische spielt aber eine große Rolle. Oslo ist nah. Neunorwegisch spielt keine Rolle. Fast alle Kommunen sind bokmål-sprachig, auch die Fylkeregierung. Es gibt allerdings ein paar samischsprachige Schüler.

Geschichte
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Zwei Kulturräume teilen sich das heutige Norwegen: das Gebiet der Samen im Norden und das übrige Norwegen. Ersteres war als Finnmark bekannt, umfaßte aber neben der heutigen Finnmark auch den Norden von Troms. Die Geschichte dieses Kulturraums ist unter dem Eintrag zur Finnmark beschrieben.

Im übrigen Norwegen sind Nordgermanen die älteste feststellbare Bevölkerung. Sie lebten in einer Reihe von Kleinkönigreichen. Die Nordgermanen sprachen bis zur Zeitenwende nach allgemeiner Auffassung noch Urgermanisch. Um die Zeitenwende trennte sich das Nordgermanische vom Ost- und Südgermanischen, das Urnordische entstand, etwa um 200. In dieser Zeit wurde auch das Runenalphabet geschaffen, in dem wir sporadische Inschriften des Urnordischen finden. Mit den Runen wird in der Forschung allgemein nur in Ansätzen eine Schriftkultur verbunden. Um 500 fand die "Synkopezeit" statt, in der das Urnordische stark verändert wurde (so wurde aus AnulaibaR Óláfr). Seit dem 8. Jh. sprechen wir vom Altnordischen (norw. Norrønt). Seit dieser Zeit sind Dialektunterschiede zwischen Ostnordisch und Westnordisch (das in Norwegen gesprochen wurde) festzustellen. In dieser Zeit begannen vor allem Norweger die Wikinger-Raubzüge durch Europa. In dessen Folge nahmen Norweger die Shetland- und Orkney-Inseln in Besitz, später auch die Färöer, im 9. Jh. Island, im 10. Jh. Teile der grönländischen Küste. Auch in anderen Teilen Europas errichteten Norweger, dort Normannen genannt, Herrschaften; sie assimilierten sich dort allerdings meist sprachlich.

Im 10. Jh. wurden die Kleinkönigreiche zu einem Kgr. Norwegen vereint. Viken (die heut. fylker Akershus, Oslo, Vest- und Østfold) kam in dieser Zeit allerdings unter dänische Herrschaft und blieb dort bis ?; die Dänen waren zu dieser Zeit bereits Christen. Im 11. Jh. wurde Norwegen christianisiert. Mit der Christianisierung wurde die lateinische Schrift eingeführt, es entstand eine Schriftkultur für das Altnordische.

Im 13. Jh. hatten sich die Dialektunterschiede so weit verfestigt, daß wir das Westnordische als eigene Sprache begreifen, das Altnorwegische. In dieser Zeit gesellte sich auch das Latein neben das Altnorwegische als Schriftsprache, ohne dieses allerdings zu verdrängen. In dieser Zeit wurden auch die meisten norwegischen Siedlungsgebiete außerhalb Norwegens dem Kgr. angegliedert: Island, die grönländische Küste, die Färöer sowie die Shetland- und Orkney-Inseln, außerdem die Insel Man, wo sich die Norweger allerdings an die heimische Manx-Kultur assimiliert hatten. Man fiel 1266 an Schottland, im 15. Jh. auch die Shetland- und Orkney-Inseln. 1349 erreichte die Pest Norwegen. Das Land verlor die Hälfte bis zwei Drittel seiner Bevölkerung. Dabei starben auch viele Schriftkundige. Jedenfalls wird diesem Ereignis der Übergang von der altnorwegischen zur mittelnorwegischen Schriftsprache zugeschrieben, während der ein großer Teil der Morphologie verlorenging. Kurz nach der Pestwelle begann der Handel mit der Hanse (ein möglicher zweiter Grund für die Entstehung des Mittelnorwegischen). In dieser Zeit siedelten viele norddeutsche Händler vor allem in Bergen. Das lübische Mittelniederdeutsch wurde lingua franca in Bergen. Dabei gelangten viele mittelniederdeutsche Wörter ins Norwegische, auch in andere Dialekte. Heute bewegt sich der Anteil niederdeutscher Wörter im Norwegischen bei gut 50%.

Seit 1380 war Norwegen mit Dänemark in Personalunion verbunden (bis 1523 auch Schweden). Im 16. Jh. wurde es ganz in Dänemark integriert. Gleichzeitig wurde die lutherische Reformation eingeführt. Damit wurde die Schriftsprache Dänisch.

Auch die Dialekte wurden dänisch beeinflußt. In der Oberschicht Ostnorwegens (d.i. vor allem die Beamtenschicht, Adlige waren in dieser Zeit ohnehin Dänen) übernahmen im 17. Jh. viele Dänisch mit starkem ostnorwegischen Substrat oder stark dänisch beeinflußtes Ostnorwegisch als Umgangssprache. Im 18. Jh. verstärkte sich der dänische Einfluß dieser "gebildeten Umgangssprache", so daß sie auf jeden Fall als Dänisch mit norwegischem Substrat gelten kann.

Im 16. Jh. wanderten Finnen in mehrere Waldregionen in Norwegen ein, bis hinunter nach Südnorwegen. Sie assimilierten sich erst im 19. (?) Jh.; teilweise gibt es sie noch heute. 1645/1658 verlor Norwegen weite Teile im Osten, die heute schwedisch sind: Härjedalen, Jämtland, Båhuslen (Bohuslän). Auch der Trøndelag kam 1658-1660 unter schwedische Herrschaft; der Norden war in dieser Zeit vom übrigen Norwegen getrennt.

1814 endete die Union mit Dänemark, sie wurde durch eine Union mit Schweden ersetzt, bei der allerdings die Innenpolitik ganz autonom war (kurz nachher wurde der Adel übrigens abgeschafft). Im 19. Jh. begann eine Bewegung, die dänische Schriftsprache zu norwegisieren. Dies beschränkte sich zunächst auf den lexikalischen Bereich. Mitte des Jhs. versuchte Ivar Aasen, auf der Grundlage mehrerer norwegischer Dialekte eine neue norwegische Schriftsprache zu schaffen; das Ergebnis wurde landsmål genannt. Beide Bestrebungen konkurrierten. Seit dieser Zeit gibt es zwei Schriftsprachen in Norwegen. 1862 wurde die Rechtschreibung des norwegischen Dänisch reformiert. In den 1880er Jahren gewann landsmål zunehmend an offiziellem Status.

1907 wurde nochmals eine neue Rechtschreibung eingeführt. Gleichzeitig wurden in der Grammatik norwegische Elemente eingefügt. Seit dieser Zeit spricht man nicht mehr von einer dänischen Schriftsprache in Norwegen. Gleichzeitig mit der norwegisierten dänischen Schriftsprache, die jetzt riksmål genannt wurde, wurde landsmål zweite Amtssprache. Dabei dominierte im ländlichen Westnorwegen landsmål, im übrigen Land und in größeren Städten riksmål. 1917 wurden beide Schriftsprachen noch einmal verändert. In dieser Zeit kam eine Bewegung auf, die die beiden Schriftsprachen zu einer vereinigen wollten, die den Namen samnorsk erhalten hätte. 1929 wurde riksmål in bokmål umbenannt,landsmål in nynorsk, d.h. "Neunorwegisch". Unter diesem Namen ist nynorsk heute auch im Deutschen bekannt, während unter "Norwegisch" meist bokmål verstanden wird.

1938 war der Höhepünkt dieser Entwicklung. Bokmål wurde stark dem Neunorwegischen angeglichen (das seinerseits leicht ans Bokmål angepaßt wurde); mit dieser Rechtschreibänderung wurde übrigens auch das "å" eingeführt (statt vorher "aa"). Diese Zeit war auch die Glanzphase des Neunorwegischen insgesamt. So wurde 1943 an der Hälfte der norwegischen Schulen Neunorwegisch gebraucht. Dies erzeugte unter den Bokmål-Verfechtern eine Gegenbewegung; sie propagieren seitdem ein neues riksmål, das die Veränderungen von 1938 nicht mitmacht; diese Sprache hat aber keinen offiziellen Status. In den 50er Jahren wurde die Entwicklung dennoch etwas zurückgedreht. 1959 wurde Bokmål wieder stärker dem Standard von vor 1938 angenähert, Neunorwegisch stärker zum Bokmål hin verändert (seitdem gibt es eine kleine Zahl von Verfechtern des ursprünglichen Neunorwegisch, das sie nun høgnorsk, "Hochnorwegisch", nennen). Seitdem, seit 2002 auch offiziell, ist die Samnorsk-Bewegung tot. 1981 (und 2005) wurden die Tendenzen von 1959 noch einmal verstärkt. Das heutige Bokmål ist aber immer noch deutlich "norwegischer" als vor 1938.

(norw.) Wikipedia.
http://www.sprakrad.no/Politikk-Fakta/Fakta/Talemaal/.
http://www.apollon.uio.no/vis/art/1998/1/dialekt.
Fritz Petrick (2002): Norwegen. Von den Anfängen bis zur Gegenwart (Geschichte der Länder Skandinaviens), Regensburg: Pustet.
http://www.uib.no/info/dialektleiken/om_bergensk.html.
http://www.gutenberg.org/files/20550/20550-8.txt.
http://fulltekst.bibsys.no/hihm/rapport/2002/08/rapp08_2002.pdf.


Svalbard

Offizielle Amtssprache: Norwegisch

Umgangssprachen: Norwegisch, Norwegische Dialekte, Russisch

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Svalbard besteht aus einer Inselgruppe, bestehend aus Spitzbergen und einigen kleineren Inseln, und der Bäreninsel. Auf der Bäreninsel wohnen nur einige Meteorologen. Die Inselgruppe, deren größte Spitzbergen ist, besteht aus den Inseln Spitzbergen, Nordostland, der Barentsinsel, Edgeøya, Prinz-Karl-Vorland, Hopen und einigen weiteren kleinen Inseln. Von all diesen ist nur Spitzbergen bewohnt.

Auf Spitzbergen leben kaum Menschen, die dort geboren werden (sie sterben in der Regel auch nicht dort; Rentner leben keine auf Spitzbergen); es gibt aber Menschen, die dort aufwachsen. Im wesentlichen sind zwei Volksgruppen zu unterscheiden. Sie werden vorwiegend aus strategischen Gründen von ihren Regierungen hierher "gelockt" werden, und zwar zum einen von der norwegischen, zum anderen von der russischen. Zumindest die Norweger behalten immer auch einen Wohnsitz im übrigen Norwegen. Norweger und Russen haben in der Regel keinen Kontakt miteinander. Polen unterhält eine Forschungsstation in Hornsund mit acht polnischen Wissenschaftlern. In den russischen Siedlungen leben Russen und Ukrainer, untereinander wird Russisch gesprochen, in den norwegischen verschiedene norwegische Dialekte oder bokmål - je nach der Herkunft der Norweger. Die meisten von ihnen (mindestens 50%) kommen aus Nordnorwegen, dementsprechend dominieren nordnorwegische Dialekte. Schriftsprache in den norwegischen Siedlungen ist bokmål, und alle 180 norwegischen Kinder lernen bokmål als Hauptsprache. Die auf Spitzbergen aufwachsenden Kinder sprechen meist nordnorwegische Ausgleichsdialekte, die auch stark vom bokmål beeinflußt sind; auch code switching betreiben sie viel. Der Einfluß der Sprache der Eltern ist aber stärker als andernorts, so daß in der Praxis fast jedem sein eigener Ausgleichsdialekt zugeordnet werden kann, da jeweils ein bestimmter (meist) nordnorwegischer Ortsdialekt eine größere Rolle spielt als im Dialekt eines Nachbarkindes.

Jan Mayen

Offizielle Amtssprache: Norwegisch

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Es gibt nur einige Meteorologen auf der Insel. Sie gehört seit den 30er Jahren zu Norwegen. Davor war sie unbewohnt.

Bouvet-Insel

Offizielle Amtssprache: Norwegisch

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Die Insel ist von einigen Forschern abgesehen unbewohnt.

Peter-I.-Insel

Offizielle Amtssprache: Norwegisch

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Die Insel ist unbewohnt. Da sie südlich des 60. Breitengrads liegt, wird der norwegische Anspruch auf die Insel international nicht anerkannt.