Offizielle Amtssprache: Deutsch
Einheimische Umgangssprachen: ·Hochdeutsch, [Niederrheinisch], Rheinisch/(Pfälzisch)
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Man unterscheidet das Niederrheinische oder Kleverländische und Südniederfränkische im Norden des Reg.-Bz. Düsseldorf vom Oberbergischen und Ripuarischen oder Rheinischen mit dem Zentrum Köln, das im übrigen Rheinland gesprochen wird. Eine gewisse Sonderstellung unter letzteren bildet das Aachnerische oder Öscher Platt (mit dem Eschweiler Platt als Übergang zum Kölschen). Das Rheinische reicht in einem schmalen Saum nach Rheinland-Pfalz hinein, das Westfälische in einem kleinen Gebiet in den Kreis Gummersbach und ins kleverländische Gebiet (da die Provinzgrenzen nicht ganz genau den Sprachgrenzen entsprachen). In kleinen Gebieten im Süden im zur Eifel gehörenden Ahrgebirge und im Westerwald werden Dialekte gesprochen, die man ursprünglich eher dem Moselfränkischen zurechnet, die aber durch jahrhundertelangen kölnischen Einfluß stark ripuarisch beeinflußt sind.
Niederrheinisch ist heute die gebräuchliche Bezeichnung für die niederfränkischen Dialekte, die auf deutschem Gebiet gesprochen werden. Bis ins 19. Jh. war am Niederrhein Niederländisch vorherrschende Schriftsprache. Die sprachliche Situation am Niederrhein ist ähnlich der in den niedersächsischen Gebieten, die Sprache ist vom Aussterben bedroht, die ältere Generation spricht ein ripuarisch klingendes Hochdeutsch, die jüngere Medienhochdeutsch. Im Rest des Rheinlandes ist der Dialekt noch etwas stärker, aber auch bedroht; eine gewisse Konservierung erfährt er im Zusammenhang mit dem Karneval (der in niedersächsischen Gebieten verschwunden war und seit den 50er Jahren in rheinischer Form wieder auflebte).
Im Westen des Ruhrgebiets liegt die niederrheinisch-westfälische Sprachgrenze, die von vorneherein weniger ausgeprägt war und heutzutage nur noch schwach zu spüren ist.
In drei Dörfern in der Nähe Kleves wird ein niederrheinisch beeinflußtes Pfälzisch gesprochen.
Zum Reg.-Bz. Düsseldorf und früher zur Rheinprovinz gehört auch das rein westfälische Essen, dessen sprachliche und historische Einordnung unter dem Eintrag zu Westfalen (s.u.) zu finden ist. Durch Eingemeindungen gehören allerdings seit den 70er Jahren auch niederrheinische und ostbergische Gemeinden zur Stadt Essen.
Essen ist unter Westfalen behandelt.
Die Eifel ist zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geteilt. Gleichzeitig ist sie sprachlich in einen "rheinischen" Norden und einen moselfränkischen Süden geteilt. Die Landesgrenze entspricht weitgehend der Sprachgrenze.
Geschichte
Die ältesten Bewohner, die wir zuordnen können, waren in der Nordeifel die germanischen Eburonen (in der Südeifel die keltischen Treverer). Sie lebten seit dem 7. Jh.v.Chr. (?) in der Region. Um 50v.Chr. wurde das Gebiet römisch. Es begann eine Romanisierung. Vor allem in den Städten, am stärksten in Trier, wurde, auch durch römische Einwanderung, Vulgärlatein zur Umgangssprache. Auf dem Land hielt sich das Eburonische bzw. Gallische bis kurz vor Ende des Reiches. Im 5. Jh. wurde das Gebiet fränkisch. Die meisten Romanen verließen es. Franken siedelten sich an. Es entstanden lokale fränkische Dialekte, die man heute mit den des Rheintals zusammenfaßt und daher umgangssprachlich meist "Rheinisch" nennt. zusammenfaßt. Nur im äußersten Süden des heutigen Nordrhein-Westfalen gehörten sie ursprünglich wohl zum Moselfränkischen. Es gab aber wohl in den darauffolgenden Jahrhunderten noch Verschiebungen. Bei der Reichsteilung kam die Region erst zum Mittelreich Lothars, später als Teil des Hzt. Lothringen zum Ostfränkischen Reich, das später das Hl. Römische Reich Dt. Nation wurde. Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich kleinere Herrschaften, die die Stammesherzogtümer ersetzten. In der Region waren dies neben mehreren kleinen reichsunmittelbaren Territorien vor allem das Erzbistum Köln, das so zum Fürstbistum wurde. Die Grenze zwischen Kurköln und dem südlich angrenzenden Kurtrier hatte großen Einfluß auf die sprachliche Situation. In den kurkölnischen Gebieten wurde die Sprache durch ein rheinisches Superstrat beeinflußt, so daß die ursprünglich moselfränkischen Dialekte im äußersten Süden heute meist unter "Rheinisch" subsumiert werden. Die Verhältnisse vor der Ausbildung der Kurfürstentümer sind aber nicht mehr zu rekonstruieren. In der Eifel fand in dieser Zeit ein jahrhundertelang währender Wirtschaftsniedergang statt, durch den die Bevölkerung der Eifel drastisch reduziert wurde. Vor allem der 30jährige Krieg hat zu einer dünnen Besiedlung geführt. Erholung gab es für die Region nur kurze Zeit, zwischen 1794-1815, als es von Frankreich annektiert war. 1815 fiel die gesamte Region an Preußen, wurde Teil der preußischen Rheinprovinz, die nach dem 2. Weltkrieg zwischen den neuen Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aufgeteilt wurde.
http://www.muelheim-ruhr.de/cms/moelmsch_platt_als_niederfraenkische_mundart1.html.
Rudolf Post (²1992): Pfälzisch. Einführung in eine Sprachlandschaft,
Landau/Pfalz: Pfälzische Verlagsanstalt.
Gabriele M. Knoll (1999): Der Niederrhein: Kultur und Landschaft am unteren Rhein:
Düsseldorf, Neuss, Krefeld, Duisburg, Wesel, Kleve (DuMont Kunstreiseführer),
Köln: DuMont.
Alfred Metzenroth (p.M.)
Walter Pippke/Ida Leinberger (1997): Die Eifel. Geschichte und Kultur des alten
Vulkanlandes zwischen Aachen und Trier (DuMont-Kunst-Reiseführer), Köln:
DuMont.