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Johannes Reese

Textzusammenfassung · Internat. Layout · Übersetzungen · Aussprachetraining · Historische Recherche · Ghostwriting

Niger

Offizielle Amtssprache: Französisch

Sprachfamilien: Tschadisch, Nilosaharanisch, Atlantisch, Berber, Arabisch, Gur


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Agadez Diffa Dosso Maradi
Tahoua Tillaberi Zinder Niamey

Hausa stellen 54% der Gesamtbevölkerung Nigers, Djerma und Songhay 21%, Tuareg 10%, Fulbe 9%, Kanuri 4%, Tubu 1%, übrige 1%, darunter Araber, Gourmantché und Europäer, hauptsächlich Franzosen. Tubu und Kanuri leben in der östlichen Wüstenregion und südlich davon, Tuareg im Westen der nigerischen Sahara, die Hausa in einem Streifen an der Südgrenze des Landes, Djerma und Songhay im Westen, Gourmantché zwischen dem Fluß Niger und der Grenze zu Burkina Faso, Europäer in den größeren Städten, vor allem Niamey, Araber im Norden des Dep. Tahoua.

Agadez
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Der überwiegende Teil des Departements ist Wüste. Man unterscheidet verschiedene Regionen: die völlig unbewohnte Ténéré, die Regionen Djado und Kawar östlich davon, in denen es ein Netz von Oasen gibt, die Aïr-Berge und die Regionen Talak und Azawagh im Westen. Am "dichtesten" sind die Aïr-Berge besiedelt, die im Vergleich zum Umland fruchtbar sind. Hier leben Tuareg teilweise sogar seßhaft. In den übrigen Regionen gibt es vornehmlich eine Reihe von Oasen, in denen sich die Bevölkerung konzentriert. In den Regionen westlich von Agadez sind diese meist Tuareg. Die Tuareg teilen sich sozial in die hellhäutigen eigentlichen Tuareg und die dunkelhäutigen Iklan und Emaden; letztere sind Schmiede, erstere die ehemaligen Sklaven der Tuareg. Alle diese Gruppen fühlen sich aber der Tuareg-Kultur verpflichtet und sprechen Tamaschek.

Östlich der Ténéré stellen die Tubu die Wüstenbewohner dar. Sie sehen den Äthiopiern ähnlich, sprechen aber saharanische Sprachen: Tedaga und Dazaga, im Dep. Agadez vornehmlich Tedaga. Im Gebiet der Kawar-Oasen leben Kanuri. Sie sind seßhaft. Es gibt auch ein Mischvolk aus Kanuri und Tubu, die Gezebida. Sie sprechen ?. Es gibt auch hellhäutige Sahara-Araber.

Die Stadt Agadez ist sozusagen der Treffpunkt der Wüsten- und der Sahelvölker. Hier leben Hausa, Djerma, Songhay, Tuareg, Fulbe und Araber (die Sahara-Arabisch sprechen). Verkehrssprachen sind vor allem Hausa und Tamaschek.

Vor allem im Süden des Dep. wandern Fulbe-Hirten, die vor allem zum nur teilweise islamisierten Stamm der Bororo gehören. Es gibt außerdem eine kleine Tasawaq- und eine sehr große Tagdal-Sprachinsel.

Diffa
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Umgangssprachen: (Manga-)Kanuri, ...

Das Dep. besteht aus der Region Manga und einem Teil der Sahara. In der diffaischen Sahara gibt es eine Schnur von Ortschaften, die von N'Guigmi, das ursprünglich am Tschad-See lag, bis Bilma im Dep. Agadez reicht. Hier leben meist Tubu, Araber und Fulbe-Hirten, außerdem sind einige Beamte hierhin abkommandiert, die meist Hausa oder Djerma sind. Außerhalb der Ortschaften findet man Tubu, während die Araber, die Fezzan-Arabisch oder Tschadisch-Arabisch sprechen, vornehmlich wandernde Händler sind. Ein großer Teil von ihnen ist in den 80er Jahren aus dem Tschad eingewandert.

Manga steht für einen Kanuri-Stamm. Kanuri sind die hauptsächliche Bevölkerung der Region. Früher war ihre Sprache lingua franca der Region, das Gebiet gehörte zu den kanuri-beherrschten Reichen Kanem und Bornu. Heute hat die Sprache an Einfluß verloren, lingua franca ist eher Hausa. Es gibt auch Tubu, die sonst hauptsächlich in der Wüste leben. Durch die Region ziehen nomadische Fulbe. Ein Teil von ihnen hat in den Dürren der 70er Jahre ihre Herden verloren und arbeiten jetzt als Fischer am Tschad-See, wie die Buduma, die traditionellen Tschad-See-Fischer.

Norbert Cyffer (1998): A Sketch of Kanuri (Grammatische Analysen afrikanischer Sprachen; 9), Köln: Rüdiger Köppe.
Wikipedia.
Ethnologue.

Dosso
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Die Stadt Dogondoutchi am Ostrand des Dep. markiert die Siedlungsgrenze zwischen Songhay-Djerma im Westen und Hausa. In Dogondoutchi (kurz: Doutchi) leben neben Djerma Tuareg und Fulbe, die Mehrheit der Stadtbevölkerung sind Hausa. Der Distrikt Dogondoutchi ist die traditionelle Hochburg der Azna, der nicht-islamischen Hausa. Die Hausa teilen sich hier in die Stämme der Gubawa und Arewa, die als Mawri zusammengefaßt werden. In jüngster Zeit konvertierten viele Azna auch hier zum Islam, dabei bleiben aber entweder mehr animistische Gewohnheiten bestehen oder die Islamisierung ist bei den meisten als oberflächlich anzusehen. Man spricht im Osten Hausa, im Westen Zarma, überall Ful, im äußersten Nordzipfel auch Tamaschek.

Maradi
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Maradi ist Hausa-Land. Das Gebiet gehörte zum Staat Katsina, bis dieser im 19. Jh. von Ousman Dan Fodio erobert wurde. Der Süden des heutigen Dep. wurde als Nord-Katsina faktisch unabhängig, verweigerte sich auch der Islamisierung. Maradi war der Titel des Herrschers dieses Staates, davon ging der Name auf die Hauptstadt über. Später wurde Gobir nördlich davon von diesem Staat unabhängig. Als die Franzosen kamen, bestanden also zwei Hausa-Staaten im heutigen Dep.: Nord-Katsina und Gobir. Während des 20. Jh. wurden beide doch noch islamisiert.

Der Süden Maradis ist fruchtbar. Nach Norden hin nimmt die Fruchtbarkeit ab, hier finden sich dann auch Fulbe-Wanderhirten. Der äußerste Norden ist schon der Sahara zuzurechnen. Hier leben Tuareg, Kanuri (im südlichen Teil) und Tagdal-Sprecher.

Tahoua
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Das Dep. teilt sich in einen Norden, der zur Sahara gehört (Tamesna) und einen Süden, der bei Tahoua beginnt (Ader). Im saharanischen Anteil leben vor allem arabischsprachige Nomaden. Sie sprechen Sahara-Arabisch (oder auch Hassaniye ?) und stammen wohl zu einem Gutteil von arabisierten Berbern ab. Es gibt auch einige Tagdal-Sprecher. Am Südrand der Sahara nördlich von Tahoua ziehen auch Fulbe-Hirten vom Stamm der nur teilweise islamisierten Bororo durch das Land. In Tahoua selbst stellen Hausa die Mehrheit, es gibt aber Minderheiten von Tuareg, Fulbe, Arbern und Djerma. Südlich von Tahoua beginnt das Siedlungsgebiet der Hausa. Die Hausa sind meist Azna, das heißt, sie waren zumindest bis ins 20. Jh. nicht islamisiert. Heute herrscht der Islam vor. In dem Gebiet lag früher der Hausa-Staat Kanni.

Tillabéri
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Im Norden ist das trockene Zarmaganda-Plateau. Hier leben Nomaden: Fulbe, Bella und Tuareg. Diese wandern zum Niger in der Trockenzeit. Am Niger und westlich davon (Liptako) leben Songhay und Djerma. Im äußersten Süden ist das große Naturschutzgebiet »Parc National du `W'«. Nördlich davon siedeln Gourmantchéma und Fulbe.

Zinder
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Die seßhafte Bevölkerung besteht überwiegend aus Hausa. Vor allem in den Städten gibt es auch Kanuri. Außer im Süden durchstreifen Fulbe als Nomaden das Dep. Der Norden gehört noch zur Sahara. Hier leben vornehmlich Tubu.

Bis ins 18. Jh. war der südliche Dep. hauptsächlich von Hausa bewohnt. Im 1736 wurde hier das Sultanat Damagaram gegründet, von Kanuri, die das Bornu-Reich verlassen hatten. Seitdem besteht die Aristokratie in Damagaram aus Kanuri. Den überwiegenden Teil der Bevölkerung stellen aber weiterhin die Hausa dar. In früheren Zeiten zogen die Karawanen bis Zinder, so daß zeitweise Mitglieder der Karawanen, meist Tuareg, in der Stadt wohnten. In der Stadt gibt es auch seit ihrem Aufschwung im 18. und 19. Jh. nach der Gründung des Sultanats Fulbe und Tubu, seit der Kolonialzeit auch Franzosen. Man spricht Hausa und Ful, im Nordwesten auch Tamaschek, im Süden auch Kanuri, im Osten auch Tedaga und Dazaga.

Niamey (Hauptstadtbezirk)
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Niamey liegt im Siedlungsgebiet der Djerma. Als Niamey 1905 erstmals Hauptstadt des damaligen französischen Militärterritoriums wurde, lebten neben Djerma Songhay und Fulbe in der Stadt. Seit dem 2. Weltkrieg ist Niamey unaufhörlich gewachsen und zog Einwanderer aus ganz Niger an. Verkehrssprache bleibt aber Djerma. Die Djerma kooperierten mit der französischen Besatzung und wurden von dieser daher priviligiert. Die damals gewonnene Vormachtstellung konnten die Djerma bis heute bewahren.

Sprachfamilien-Karte West-Nigers (Ethnologue)
Sprachfamilien-Karte Ost-Nigers (Ethnologue)