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Niederlande

Offizielle Amtssprache: Niederländisch


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NordhollandZeelandFrieslandFlevoland
GroningenDrentheOverijsselGelderland
LimburgNordbrabantSüdhollandUtrecht
EinwandererGeschichteNiederländische Antillen

Die Dialekte in den Niederlanden gehen seit etwa 1960 zurück. Ursprünglich teilen sich die Niederlande in ein niedersächsisches Sprachgebiet (Overijssel, Drente, Gelderse Achterhoek, Groningen) und ein niederfränkisches. Ersteres ist geteilt in ein ursprüngliches und ein ursprünglich friesisches (Provinz Groningen), ähnlich der ostfriesischen Situation in Deutschland. Wie parallel im ehemals friesischen Ostfriesland ist der niedersächsische Dialekt am stärksten im Groninger Land. Insgesamt ist der Dialektgebrauch in Holland, dessen Dialekt mehr oder weniger einst die Basis für das heutige »Hochniederländisch« (Algemeen Beschaafd Nederlands, ABN) darstellte, geringer, in sprachlich weiter davon entfernten Regionen größer. Die Veränderungen im Niederländischen, vor allem im lautlichen Bereich, sind rasant. So gibt es seit wenigen Jahren das sog. Poldernederlands, das sich durch eine Verschiebung des Vokalsystems vom ABN unterscheidet, und das vor allem unter jüngeren Frauen Verbreitung findet.
Friesisch wird noch in der Provinz Friesland gesprochen, wo es zweite Amtssprache ist.

Einwanderer

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Außer den Romani-Sprechern und Juden gab es Einwanderung im größeren Stil erst im 20. Jh. Bis dahin waren zwar viele Intellektuelle aus ganz Europa eingewandert, auf Flucht vor der Zensur in ihrer Heimat, sie fallen aber zahlenmäßig nicht ins Gewicht und assimilierten sich auch sehr schnell, sofern sie nicht ohnehin nach einer Zeit das Land wieder verließen. Die meisten Einwanderer kamen aus den (ehemaligen) Kolonien, also Indonesien, Surinam und den Antillen. Daneben sind Maghrebiner, vor allem Marokkaner, Inder, Chinesen und Türken als Gastarbeiter ins Land gekommen. Diese kamen erst nach dem 2. Weltkrieg. Viele von der Einwanderer haben in der zweiten Generation ihre Muttersprache aufgegeben.

Eine größere Sprecherzahl geben verschiedene Quellen für folgende Einwanderer-Sprachen an: Aramäisch, Buru, Hindustani, Indonesisch, Jawanisch, Algerisch-Arabisch, Marokkanisch-Arabisch, Tunesisch-Arabisch, Tamazight, Taschelhit, Tarifit, Kantonesisch, Kurdisch, Ambonesisch, Papiamentu, Türkisch, Jiddisch, Kapverdisch und Romani.

Schon im 17. Jh. sind Juden aus Spanien und Portugal eingewandert. Sie sprachen meist Portugiesisch oder Spanisch (nur zu einem geringen Teil Ladino) und bewahrten diese Sprache in der neuen Heimat. Daneben fand im 19. Jh. Einwanderung von Ostjuden statt, die Jiddisch sprachen. Die meisten Juden kamen im Holocaust um, dabei haben wohl zumindest die Sepharden schon vor längerer Zeit das Niederländische angenommen.

Provinzen

Holland (Prov. Nordholland, Südholland, Utrecht)
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Einheimische Umgangssprachen: Niederfränkisch

Im frühen Mittelalter wurde in Holland Friesisch gesprochen. Im Mittelalter wurde das Friesische durch das Niederfränkische überdeckt. Es entstand eine neue Sprache, die eine Mischung aus beidem darstellt. Es ist Niederfränkisch mit einem sehr starken friesischen Substrat. Das Substrat ist so stark, daß die neuentstandene Sprache, die als Niederländisch zusammengefaßt wird, eher wie das Friesische den nordseegermanischen als wie das Niederfränkische den weserrheingermanischen Sprachen zuzurechnen ist. Diese neue Sprache kann man im wesentlichen in zwei Großdialektgruppen unterscheiden, deren nördliche das Holländische ist, die heutige Sprache in Holland. Aus dem Holländischen entstand im 16. Jh. die moderne niederländische Schriftsprache. Vorher gab es in den heutigen Niederlanden und Nordbelgien eine niederfränkische Schriftsprache auf flämischer, später mehr brabantischer Grundlage. Diese Schriftsprache wurde bis ins 16. Jh. auch in Holland benutzt, neben Latein und (seit der Zugehörigkeit zu Burgund) Französisch. Seit der Existenz der holländischen Schriftsprache haben die holländischen Dialekte eine Tendenz, sich dem Standard-Niederländischen anzunähern. Aber auch Dialekte wie das Amsterdams, das Haags und das Rotterdams sind bis heute nicht ausgestorben.

Während des 80jährigen Krieges flohen viele Bewohner des heutigen Belgien nach Holland. Ihre brabantischen und flämischen Dialekte, die damals noch Grundlage der Schriftsprache waren, haben das Holländische in den Städten stark beeinflußt, tlw. dient ihr Vokabular heute noch als gehobene Stilebene für das Standard-Niederländische, so klingt fläm. zenden vornehmer als holl. sturen; heute ist sturen im Standard-Niederländischen der unmarkierte Begriff, zenden der gewählte. Durch die Verlagerung des wirtschaftlichen und politischen Zentrums entstand (langsam) eine neue Schriftsprache auf holländischer Grundlage, aber unter starker Beeinflussung des Flämischen und Brabantischen, das die Einwanderer mitbrachten. In den Städten Hollands sprechen weite Teile der Bevölkerung heute dieses Standard-Niederländische, mit geringen regionalen Unterschieden. Dabei sind weite Gebiete Nord- und Südhollands heute faktisch eine Stadt, die sog. Randstad Holland (vgl. die ähnliche Situation im Ruhrgebiet). Diese Region umfaßt weite Teile des Gebiets südlich der ehem. IJ, des heutigen Nordseekanals. Im übrigen Holland setzt sich Standard-Niederländisch auch immer mehr durch.

Der Norden der Provinz Nordholland wird bis heute Westfriesland genannt, auch wenn dort seit dem (späten) Mittelalter kein Friesisch mehr gesprochen wird; es hatte sich dort allerdings etwas länger gehalten als im übrigen Holland. Im frühen Mittelalter gehörte ganz Holland dem friesischen Sprachgebiet an. Das friesische Westfriesisch wurde ersetzt durch einen friesisch beeinflußten holländischen Dialekt, der inzwischen aber gleichfalls ausgestorben ist. Die letzte Sprecherin lebte auf Vlieland, das seit dem II. Weltkrieg zu Friesland gehört, und starb 107jährig 1993. Südlich Westfrieslands sind das Kennemerland, das Waterland und der Zaanstreek, in denen Waterlands, Kennemerlands und Zaans gesprochen werden, die aber vom Aussterben bedroht sind. Weite Teile Nordhollands sind durch Landgewinnung dem Meer abgerungen. Dort siedelten sich Siedler an, die in der zweiten Generation ihre mitgebrachten Dialekte ablegen und zu Standard-Niederländisch wechseln. Insgesamt herrscht heute in beiden Holland also Standard-Niederländisch vor. Im Nordsee-Küstenbereich Nord- und Südhollands herrschte früher Strand-Hollands vor, heute eher Standard-Niederländisch. Auf Goeree-Overflakkee sowie in Voorne im äußersten Süden Südhollands wird bereits Zeeländisch gesprochen. Die Dialekte sind hier auch noch die normale Umgangssprache.

Aufgrund seines wirtschaftlichen Übergewichts ist Holland das Zentrum von Binnenwanderung, was zu einer weiteren Sprachvereinheitlichung führt. Auch die Rückwanderer aus Niederländisch-Indien, heute Indonesien, nach dem 2. Weltkrieg siedelten sich in der Regel in Holland an.

In Utrecht, dem Osten Südhollands und der Gegend um Hilversum (das Gooi genannt) werden Übergangsdialekte von Gelders zu (Süd-)Holländisch gesprochen. Sie werden genauer als Utrecht-Alblasserwaards bezeichnet. Die stärker Gelders geprägten Dialekte (weit) im Osten (des Utrechter Hügelrückens) werden als Eemlands zusammengefaßt. Im Süden bilden die Dialekte auch den Übergang zum Südgelders und zum Brabantischen. Auch in Utrecht sind die Dialekte allerdings zugunsten des Standard-Niederländischen bedroht.

Zeeland
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Einheimische Umgangssprachen: Zeeuws/Flämisch/Niederländisch

Die zeeländischen Dialekte (Zeeuws) werden schon mit den westflämischen im Zusammenhang gesehen. Auch sie weisen allerdings noch ein (im Vergleich zum Holländischen schwächeres) friesisches Substrat auf.

Noch etwa 60% der Bevölkerung sprechen Zeeuws. Vor allem auf dem Land ist es noch die normale Umgangssprache. In den Städten gilt dies weniger, hier werden teilweise auch holländische Dialekte mit zeeländischem Substrat, Burgerzeeuws genannt, gesprochen. Sie sind hier auch bedroht. Zeeland besteht aus verschiedenen (Halb-)Inseln. Jede dieser (Halb-)Inseln weist einen eigenen Dialekt auf.

Es gibt einen festländischen Teil Zeelands. Dieser heißt Zeeuws-Vlaanderen. Hier sprechen noch 90% der Bevölkerung Dialekt. Die Dialekte gehören im Westen zum Westflämischen, im Osten in der Gegend um Hulst zum Ostflämischen. Übrigens gehörte die ostflämische Region vor 1795 zu den Generalitätslanden, die Bevölkerung ist katholisch, während die westflämische schon damals zeeländisch war und zu dieser Zeit auch noch mehrere Inseln darstellte, die erst später mit dem Festland zusammenwuchsen.

Friesland
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Offizielle Amtssprache: Friesisch, Niederfränkisch

Einheimische Umgangssprachen: Westfriesisch, Niedersächsisch, Niederfränkisch

In den Städten Ljouwert/Liwwadden/Leeuwarden, Dokkum, Harns/Harlingen, Snits/Sneek und It Hearrenfean/Heerenveen wird meist Stadtfriesisch gesprochen, ein stark friesisch beeinflußter niederländischer Dialekt. Stedfrysk ist allerdings gegenüber dem Standard-Niederländischen bedroht. Auch das Bildts an der Küste ist ein friesisch beeinflußter niederländischer Dialekt. Het Bildt wurde erst im 15. Jh. von der See gewonnen und dann mit Südholländern und wenigen Friesen besiedelt. Der friesische Dialekt von Ameland ist ausgestorben und durch einen niederländischen Neudialekt ersetzt worden, der ebenfalls stark friesisch beeinflußt ist. Auch die Mitte von Terschelling haben einen solchen Dialekt angenommen; es wird Midslands genannt. Alle diese Neu-Dialekte sind bedroht durch Standard-Niederländisch.

Eine Region im Osten (Kollumerland) sowie die Landschaft Stellingwerven, die den Grenzstreifen Frieslands gegenüber Drenthe ausmacht, sind niedersächsischsprachig (außer den Dörfern Haulerwijk und Waskemeer, wenn man sie zur Landschaft dazurechnet). In einem Teil der Stellingwerven (um Noordwolde herum) spricht man einen Dialekt, der dem Veenkoloniaals zuzurechnen ist (s. Groningen und Drenthe). Das Stellingwerfs wird noch von der Hälfte der Bevölkerung im Alltag benutzt. Es gibt (aufgrund von Binnenwanderung) eine friesischsprachige Minderheit in allen nicht-friesischen Gebieten.

Im übrigen Friesland wird Friesisch gesprochen, auf deutsch besser Westfriesisch genannt. Dabei haben die Inseln jeweils einen eigenen Dialekt, der sich vom Festlandfriesischen stark unterscheidet. Auch der Dialekt der Stadt Hiddenlopen (fries. Hylpen) ist in diesem Sinne als ein Inseldialekt zu betrachten. Im übrigen wird im Westen Klaifriesisch, im Osten Waldfriesisch, nördlich des Waldfriesischen Nordklaifriesisch gesprochen. Wer Friesisch spricht, spricht in der Regel einen örtlichen Dialekt. Standard-Friesisch, das auf dem Klaifriesischen aufbaut, dient nur als Schriftsprache. Das Westers auf Terschelling ist bedroht. Auf Vlieland, das wie Terschelling bis zum 2. Weltkrieg zur Prov. Nordholland gehörte, wird heute Standard-Niederländisch gesprochen, mit einigen wenigen friesischen Einflüssen. Früher gehörte die Insel zum Dialektgebiet des Westfriesischen im ursprünglichen Sinne; zu diesem gehörte sonst noch Nord-Nord-Holland (einschl. der Insel Texel), das bis heute "Westfriesland" heißt. Dabei ist "Westfries/Westfrysk" als friesischer Dialekt schon vor langer Zeit ausgestorben. Es entstand ein niederländischer Dialekt mit friesischem Substrat, der dann "West-Fries" genannt wurde. Die letzte Sprecherin dieses Dialekts wohnte auf Vlieland und starb 1993 im Alter von 107 Jahren.

Flevoland
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Einheimische Umgangssprachen: Niederfränkisch

Wo sich heute Flevoland befindet, war bis in die 30er Jahre eine Bucht der Nordsee, die Zuiderzee. Es gab auf dem Gebiet der heutigen Provinz nur zwei trockene Flecken, die Inseln Urk und Schokland. Die Bevölkerung Schoklands wurde 1858 aus Sicherheitsgründen ausgesiedelt; die Insel war also unbewohnt. In den 40er Jahren wurde Teile der durch den Afsluitdijk ("Abschlußdeich") 1932 zum Binnenmeer gewordenen Zuiderzee, jetzt IJsselmeer genannt, trockengelegt. Es entstanden im Laufe der Zeit insgesamt drei Polder: der Noordoostpolder, das östliche Flevoland und das westliche Flevoland. Die Grenze zwischen beiden letzteren ist nicht mehr sichtbar. Außer der ehem. Insel, heut. Gemeinde Urk sind also alle Einwohner Flevolands notwendig Einwanderer bzw. Kinder (inzwischen auch schon Enkel) von Einwanderern. Flevoland war als Bauernkolonie gedacht, zumindest der Süden ist aber zunehmend Teil der Amsterdammer Agglomeration geworden. Urk gehörte bis 1950 zu Nord-Holland, dann zu Overijssel. Auch die Polder wurden zunächst als Teil Overijssels eingeteilt. 1986 entstand die neue Provinz Flevoland.

Vorherrschende Sprache in Urk ist bis heute Urkers, das ist ein Übergangsdialekt zwischen Niedersächsisch und Niederfränkisch. Im übrigen Land herrscht wohl unter den in Flevoland geborenen Standard-Niederländisch, tlw. auch Amsterdammer Dialekt, vor. Die Weiterentwicklung des Standard-Niederländischen als Umgangssprache wird Polderniederländisch genannt. Sie wirkt sich vor allem auf die Aussprache der Vokale aus und wurde zunächst vornehmlich von Frauen bzw. Mädchen benutzt. Inzwischen breitet sich diese Sprachform unter Muttersprachlern des Standard-Niederländischen immer weiter aus. Da die Sprachform quasi nach den Poldern benannt ist, hat sie hier wahrscheinlich eine besonders starke Position.

Groningen
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Einheimische Umgangssprachen: Niedersächsisch, ·Niederfränkisch, (Westfriesisch)

Die Provinz Groningen wird traditionell in folgende Landschaften unterteilt: das Gorecht um die Hauptstadt, Westerwolde im Südosten sowie die Ommelanden: Westerkwartier, Hunsingo, Fivelingo und Oldambt. Eigentlich gehört noch ein Teil der Landschaft, die in Deutschland Rheiderland und in den Niederlanden Reiderland genannt wird, zur Prov.; der niederländische Anteil wird heute aber meist unter Oldambt subsumiert. Gorecht und Westerwolde sind traditionell niedersächsischsprachig. In Gorecht wird Nord-Drents gesprochen, in Westerwolde Emsländisch. Die Veenkolonien, die den östlichen Teil des Grenzstreifen zu Drenthe einnehmen, sind erst in junger Zeit besiedelt worden, ihr Dialekt ist niedersächsisch, aber relativ stark standardniederländisch beeinflußt. Die Ommelanden sind ursprünglich friesischsprachig. Ab dem 15. Jh. gingen sie (beeinflußt von der Hauptstadt) zum Niedersächsischen über. Die heutigen Dialekte weisen ein starkes friesisches Substrat auf, ähnlich dem Ostfriesischen Platt jenseits der Staatsgrenze. Im äußersten Westen hat sich das Friesische in drei Dörfern (Marum/Mearum, De Wilp/De Wylp und Opende/De Grinzer Pein) erhalten; in Marum wird es von einem Viertel der Bevölkerung gesprochen, in De Wilp und Opende sprechen die meisten sowohl Westerkwartiers als auch (Wald-)Friesisch.

Nirgendwo sonst haben sich niedersächsische Dialekte eine solche Bedeutung bewahrt; noch gut 65% benutzen sie noch.

Die einzigen zur Prov. Groningen gehörenden westfriesischen Inseln, Rottumeroog, Simonszand und Rottumerplaat, sind unbewohnt.

Drenthe
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Einheimische Umgangssprachen: Niedersächsisch, ·Niederfränkisch

Hier wird Westniedersächsisch gesprochen. Es gibt westfälische Einflüsse. Die Dialekte sind im Vergleich mit den verwandten Dialekten östlich der Staatsgrenze stark, im niederländischen Vergleich schwach. Das Niederländische nimmt zu, meist aber noch mit drentischer Aussprache. Etwa die Hälfte der Bevölkerung spricht die Sprache noch, vor allem Akademiker bevorzugen aber das Standardniederländische. Der Norden Drenthes gehört sprachlich schon zum Groningischen. Im übrigen muß man zwischen Sand- und Veen-Dialekten unterscheiden. Veen sind trockengelegte Moorgebiete, die erst spät besiedelt wurden. Sie liegen im Grenzstreifen zu Groningen. Die Veen-Dialekte sind stärker niederländisch beeinflußt. Die Dialekte im Grenzbereich zu Friesland sind dem Stellingwerfs zuzurechnen.

Overijssel
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Einheimische Umgangssprachen: Niedersächsisch, ·Niederfränkisch

Die Provinz läßt sich in drei Großlandschaften einteilen: Twente im Osten, Salland und den Kop van Overijssel oder das Steenwijkerland im äußersten Norden. Im Steenwijkerland wird Stellingwerfs gesprochen. Das Twents ist bereits dem Westfälischen zuzurechnen. Die Dialekte, die stärker sind als jenseits der Grenze, standen unter dem Einfluß der westfälischen Diphthongisierung (Bildung von Zweilauten: aus ääten wird iäten) und fügen diesem noch eine weitere Entwicklung hinzu (eine ähnliche Entwicklung findet sich im Sauerland): die neuerliche Entdiphtongisierung (aus iäten wird ätten). Das Sallands ist bereits holländisch beeinflußt; es wird deshalb zu einer niedersächsischen Dialektgruppe mit z.B. dem Stellingwerfs zusammengefaßt, die ich hier "Ostniederländisch" nenne.

Die Dialekte sind stärker als im benachbarten Deutschland, aber schwächer als in den übrigen Niederlanden, mit Ausnahme vielleicht von Drenthe. In den Städten und unter Akademikern herrscht bereits das Standard-Niederländische vor.

Gelderland
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Einheimische Umgangssprachen: Niedersächsisch, Niederfränkisch

Gelderland läßt sich in drei Großlandschaften einteilen: das Achterhoek im Norden, die Veluwe im Westen und die Betuwe im Süden.

Im Achterhoek wird Niedersächsisch gesprochen. Der äußerste Norden ist noch dem Twents bzw. Sallands zuzuordnen, der Rest wird als Achterhoeks bezeichnet. Das Achterhoeks ist westfälisch beeinflußt, hat ein westfälisches Vokalsystem. Die Dialekte der Veluwe werden tlw. dem Niedersächsischen, tlw. schon dem Holländischen zugeordnet, sie sind auf jeden Fall Übergangsdialekte zwischen Holländisch und Niedersächsisch. Der gesamte Übergang bezieht aber die Übergangsdialekte Utrechts mit ein, in diesem Sinne ist das Veluws noch stärker niedersächsisch geprägt (vor allem das Nord-Veluws). In der Betuwe werden im Norden Übergangsdialekte zwischen Niedersächsisch und Südgelderisch gesprochen. Im Süden wird Südgelderisch gesprochen, das dem Brabantischen zuzurechnen ist - streng genommen nicht einmal eine gemeinsame Dialektgruppe ausmacht, sondern mehr wegen der politischen Grenze vom Brabantischen getrennt betrachtet wird.

Die Dialekte in Gelderland gehen zurück, mit nach Norden noch zunehmender Geschwindigkeit. In den Städten werden sie bereits wenig gesprochen.

Limburg
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Einheimische Umgangssprachen: Niederfränkisch, Fränkisch

Auch in Belgien gibt es eine Provinz Limburg; sie wurde durch den spanisch-niederländischen Frieden von Münster 1648 geteilt. Bis zu Napoleons Zeiten war Limburg allerdings mehr eine niederländische Kolonie als Teil der Republik. Es gehörte zu den Generalitätslanden.

Limburgisch ist die zusammenfassende Bezeichnung für Übergangsdialekte zwischen dem Brabantischen (zu dem auch das Südgelderische gehört) und dem Rheinischen. Da Brabantisch und Rheinisch sehr verschieden sind, sind die Dialekte sehr differenziert. Im äußersten Südosten sind sie bereits eindeutig rheinisch. Die übrigen Dialekte sind in ihrem Charakter auch eher dem Rheinischen zuzuordnen, aber sie erfüllen nicht die klassischen Kriterien der historischen Phonologie, um sie dem Fränkischen (zu dem das Rheinische gehört) zuzuordnen. Daher gelten sie als Niederfränkisch. Der Norden ist alllerdings bereits dem Südgelderischen zuzuordnen.

Bis ins 20. Jh. war vorherrschende Schriftsprache im Südwesten Französisch, im Südosten Deutsch.

Das Limburgische ist seit 1977 als regionale Sprache erkannt, allerdings nicht als Amtssprache. Das Limburgische wird auch heute noch von der Mehrheit der Bevölkerung als Umgangssprache benutzt.

Nordbrabant
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Einheimische Umgangssprachen: Niederfränkisch

Hier wird vornehmlich Brabantisch gesprochen, bis ins 16. Jh. eine der Grundlagen der niederländischen Schriftsprache. Auch Standardniederländisch sprechen die Nordbrabanter mit einem belgisch klingenden Akzent. Das Standard-Niederländische ist allerdings im Vormarsch, die Dialekte sind nicht so stark wie in Belgien. Bis zu Napoleons Zeiten war Nordbrabant mehr eine niederländische Kolonie als Teil der Republik. Es war Teil der Generalitätslande und wurde Staats-Brabant genannt. Nordbrabant wurde durch den Frieden von Münster 1648 vom übrigen Brabant, das heute zu Belgien gehört, getrennt. In einigen Städten, vor allem Breda und Eindhoven, herrscht heute Standard-Niederländisch vor. Hier hat es holländische Einwanderung gegeben.

Im Norden (Willemstad) wird bereits holländisch gesprochen, in den Dörfern Budel, Maarheeze und Soerendonk an der Grenze zu Limburg bereits Limburgisch.

Geschichte

Im Süden der heutigen Niederlande lebten in der Antike Kelten bzw. die Belgen, deren Zugehörigkeit zu den Kelten nicht völlig außer Zweifel ist, so in Zeeland die Menapier. Um 50v.Chr. wurde das Gebiet Teil des Römischen Reichs. Römer wanderten ein, das Gebiet wurde teilweise romanisiert. Doch hielt sich das Keltische oder Belgische bis zum Ende des Römischen Reichs. Um 400 verließen die Römer das Land. Zeeland wurde in dieser Zeit überflutet, die Bevölkerung mußte fliehen. Es wurde im 6. Jh. von Friesen wiederbesiedelt. Ende des 7. Jhs. eroberten die Franken das Land. Die Bevölkerung wurde frankisiert, es blieb aber ein starkes friesisches Substrat zurück, daß noch heute spürbar ist. Der Norden wurde erst im 8. Jh. fränkisch, die Bevölkerung blieb beim Friesischen. Im Laufe der Jahrhunderte schrumpfte das friesische Sprachgebiet aber immer mehr. ...

Nach Kuhn u.a. (1962) wohnten im Osten um die Zeitenwende die Völker des Nordwestblocks, die ihmzufolge vielleicht eine mit dem Venetischen verwandte Sprache sprachen. Diese Theorie ist bis heute weder bewiesen noch widerlegt. Diese Nordweststämme wurden in den ersten Jahrhunderten n.Chr. germanisiert. Glaubt man Kuhn nicht, waren die Stämme schon vorher germanisch und sind ín den ersten vorchristlichen Jahrhunderten eingewandert. Im 5.& 6. Jh. wurden die Stämme von den Sachsen erobert und assimiliert. Es entstand das Altsächsische. Die Sachsen wurden Ende des 8. Jhs. von den Franken (Karl dem Großen) erobert. Einige fränkische Adlige wanderten ein, es bildete sich ein fränkisches Superstrat. Hauptsächliche Schriftsprache blieb Latein, doch entstand im Hochmittelalter eine neue Schriftsprache, das Mittelniederdeutsche, das mit dem Lateinischen konkurrierte, hauptsächlich aber als Verwaltungssprache (auch im Handel) Anwendung fand.

Die heutigen Niederlande wurden bei der fränkischen Reichsteilung Teil Lotharingiens, bei der Neuaufteilung wenige Jahrzehnte später Teil des Ostfränkischen Reichs. Dieses gewann bald eine föderale Struktur, die heutigen Niederlande waren Teil des Herzogtums Niederlothringen, der Osten Teil des Herzogtums Sachsen. Im Hochmittelalter lösten sich die Herzogtümer auf, Kleinstaaten traten an ihre Stelle. In den heutigen Niederlanden waren dies die Grafschaften Holland, Seeland, Veluwe, Zutphen, Flandern (das zum Westfränkischen Reich gehörte), die Herzogtümer Brabant und Geldern und das Fürstbistum Utrecht...

Im Laufe des 14. Jhs. kamen alle diese Herrschaften (außer Utrecht) unter die Herrschaft des Hauses Burgund, das seinen Stammsitz in Westfranken bzw. Frankreich, wie es in der Zeit schon genannt wird, hatte. Burgund wurde ein kulturelles Zentrum Westeuropas. Allerdings waren die nördlichen Provinzen von dieser Entwicklung abgeschnitten, es betraf außer den französischsprachigen Teilen vor allem das heutige Belgien. Dort blühte eine niederländischsprachige Kultur auf; das Flämische und Brabantische entwickelten sich zu Schriftsprachen, die neben Latein auch in den nördlichen Provinzen Fuß faßten.

Durch Heirat kam Burgund 14?? an das Haus Habsburg, das seinen Schwerpunkt damals in Spanien hatte. Zumindest wurde die Herrschaft als eine spanische empfunden. Im 16. Jh. nahmen viele Niederländer den calvinistischen Glauben an und gerieten dadurch in Gegnerschaft zur spanischen Herrschaft. Es kam zu einem Aufstand, aus dem der Achtzigjährige Unabhängigkeitskrieg der Niederlande erwuchs. Der Krieg endete 1648 im Frieden von Münster mit der Unabhängigkeit der nördlichen Niederlande, die dem Gebiet des heutigen Königreichs entspricht. Der neue Staat war eine Föderation von sieben unabhängigen Provinzen, außerdem gab es einen Streifen Landes im Süden, der katholisch geblieben war und als Untertanenland behandelt wurde, die Generalitätslande. Sie bestanden aus den heutigen Prov. Nordbrabant und Limburg sowie einem kleinen Teil von Zeeland (östl. Zeeuws-Vlaanderen). Viele Südniederländer flüchteten in die unabhängigen Niederlande. Sie brachte die südniederländische Hochkultur ins Land. Dennoch entwickelte sich eine neue Schriftsprache auf holländischer Grundlage, die allerdings ein starkes Substrat durch die südniederländischen Flüchtlinge erfuhr. Diese Sprache wurde später als Algemeen Beschaafd Nederlands (ABN), als Standard-Niederländisch, bekannt. Seit der Unabhängigkeit legten auch die Ostniederländer und Friesen das Mittelniederdeutsche (bzw. das Mittelniederdeutsche und das Altfriesische) als Schriftsprache zugunsten des Niederländischen ab (dieser Schriftsprachenwechsel machte übrigens nicht an den Grenzen halt, auch in den reformierten Grenzgebieten des Hl. Röm. Reichs, in West-Ostfriesland, Bentheim, Steinfurt und dem Niederrhein setzte sich diese Sprache als Schriftsprache durch, zunächst noch neben Latein, dessen Stellung aber kontinuierlich sank).

1795 wurden die Niederlande von Frankreich besetzt, es entstand die Batavische Republik, 1805 Königreich Holland, ab 1810 Teil Frankreichs. 1815 wurden die Niederlande wieder unabhängig, es entstand das Königreich der Niederlande (als Zentralstaat), zu dem bis 1830 auch das heutige Belgien gehörte; in Personalunion waren die Niederlande bis 1890 mit Luxemburg verbunden. Im 19. Jh. begann in Holland ein Prozeß, in dem viele Angehörige der Oberschicht ihren Dialekt zugunsten des ABN als Umgangssprache aufgaben. Im 20. Jh. erfaßte dieser Prozeß auch andere Schichten und andere Provinzen. Heute sind in den Städten die Dialekte fast ausgestorben, auf dem Lande (soweit vorhanden) in Holland auch. Nicht gefährdet sind die Dialekte vor allem im ländlichen Zeeland, Nord-Brabant und Limburg sowie im friesischsprachigen Teils Frieslands. Im 20. Jh. entstand auch eine friesische Schriftsprache in der Prov. Friesland, die heute Minderheitenschutz genießt. Seit jüngster Zeit genießt auch das Niedersächsische in der Ostniederlanden Minderheitenschutz, ebenso das Limburgische, Brabantische und Zeeländische, es hat sich aber jeweils keine Schriftsprache gebildet.

Wikipedia.
Rolf Hachmann/Georg Kossack/Hans Kuhn (1962): Völker zwischen Germanen und Kelten. Schriftquellen, Bodenfunde und Namengut zur Geschichte des nördlichen Westdeutschlands um Christi Geburt, Neumünster: Karl Wachholtz.
verschiedene Werke zur niederländischen Geschichte.