
Offizielle Amtssprache: Rumänisch
Umgangssprachen: Rumänisch, Russisch, Gagausisch, Ukrainisch, Bulgarisch
[Die grünen Flächen zeigen das autonome Gebiet Gagausien, die
rosanen die abtrünnige Republik Transnistrien, die international nicht anerkannt
ist. Ein Klick auf die rosanen Flächen führt auf die Transnistrien-Seite.]
Auf dem Land werden in der Regel moldawische Dialekte gesprochen. In den Städten haben sich städtische Ausgleichsdialekte gebildet, die im code switching mit Russisch gesprochen werden. Beide Sprachen haben dabei in der Regel einen Anteil von gut 50%. Dabei gibt es russische Einflüsse in den moldawischen Anteilen, aber auch moldawische Einflüsse in den russischen. In der Stadt herrscht Moldawien bildet zusammen mit dem heute ukrainischen Budschak die Landschaft Bessarabien. Daneben gehört offiziell zu Moldawien ein Streifen jenseits des Dnestr, heute Transnistrien genannt. Er stellt den Rest der Moldawischen ASSR dar, die zwischen 1918 und 1940 in der Sowjetunion bestand, praktisch nur von Ukrainern und Russen bewohnt und wohl hauptsächlich dazu diente, den sowjetischen Anspruch auf Bessarabien zu betonen. Es gab und gibt in der ehem. Moldauischen ASSR rumänische bzw. moldawische Streusiedlungen, die im Ausgang des Mittelalters entstanden.
Die Landschaft Bessarabien entstand 1812, indem ein Teil des Fürstentums Moldau an Rußland fiel. 1918-1940/1944 gehörte Bessarabien zu Rumänien. 1940/1944 fiel Süd-Bessarabien (der Budschak) an die Ukraine, das größere Nord-Bessarabien bildete zusammen mit einem Teil der ehem. Moldawischen ASSR (heute Transnistrien) die Moldawische SSR. Nach 1990 wurde erneut eine Vereinigung mit Rumänien angestrebt, sie scheiterte aber am Widerstand der Gagausen und der Russen in Transnistrien.
Seit Anfang der Neunziger Jahre wird Moldawisch mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Die Schriftsprache weicht aber immer noch von der in rumänischen gültigen ab. Der Dialekt von Kischinew ist Zentrum dieser Schriftsprache, die vorher mit kyrillischen Buchstaben geschrieben wurde. Die moldawische Schriftsprache unterscheidet sich aber nur wenig von der rumänischen. In den Städten ist heute Russisch übliche Umgangssprache zwischen Fremden. Das Umgangsmoldawische ist zudem stark russisch beeinflußt. Man spricht auch oft ein kreolisiertes Moldawisch mit starkem russischem Substrat oder eine russische-moldawische Mischsprache oder pflegt code switching zwischen Moldawisch und Russisch.
Die Dialekte spielen eine große Rolle, in einem schmalen Streifen im Osten des Landes (Transnistrien) leben vorwiegend Russen. Sie sind faktisch unabhängig von der Zentralverwaltung. Im Süden des Landes leben Gagausen. Sie haben einen autonomen Bezirk.
Vom 19. Jh. bis 1940 lebten auch einige Bessarabiendeutsche im Land. Die meisten lebten allerdings im Budschak. Sie sind nach Polen ausgesiedelt worden.
Offizielle Amtssprache: Gagausisch, Moldawisch, Russisch
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (82%) besteht aus Gagausen, dem einzigen christlichen Turkvolk. Daher ist es auch lingua franca der Region. Es gibt Minderheiten, je um die 5%, von Bulgaren, Russen, Rumänen/Moldawiern und Ukrainern.
Nachdem in sowjetischer Zeit die Gagausen kaum Minderheitenrechte hatten, erklärte sich Gagausien etwa in den heutigen Grenzen 1991 für unabhängig. Seit 1994 ist es als autonomes Gebiet wieder in den moldawischen Staat integriert.
http://www.east-west-wg.org/cst/cst-mold/diana.html.
http://www.uni-klu.ac.at/eeo/Moldawisch.pdf.
Horst G. Klein/Katja Göring (1995): Rumänische Landeskunde,
Tübingen: Narr
http://www.kloestitzgenealogy.org/besiedlung.htm.