Offizielle Amtssprache: Spanisch
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Die geographische Einteilung Mexikos ist nicht ganz klar. Unter bestimmten Vorzeichen gilt es als nordamerikanisches Land, unter anderen als mittelamerikanisches. Es gibt auch die Auffassung, nach der sieben Achtel des Territoriums zu Nordamerika gehören. In der Liste der Sprachfamilien habe ich Mexiko ganz zu Mittelamerika gezählt. Kulturell scheint es sinnvoll, den Norden des Landes Nordamerika zuzurechnen (grob Niederkalifornien, Sonora, Chihuahua, Coahuila, Nuevo León und den Norden von Tamaulipas), das übrige Land als Zentrum Mittelamerikas anzusehen. Die indianischen Kulturen unterscheiden sich nämlich im Süden der USA und in Nordmexiko kaum, stärker aber diejenigen Nordmexikos von denen Zentral- und Südmexikos.
In Mexiko überwiegt das Spanische. Es gibt Einwanderer aus verschiedenen europäischen Ländern (vor allem Spanien (überwiegende Mehrheit), Italien, Deutschland, Frankreich, Rußland, Polen) und in jüngerer Zeit auch aus asiatischen (vor allem Libanon, China, Japan, Vietnam). Auch aus lateinamerikanischen Ländern gibt es beträchtliche Einwanderung. Die Nicht-Spanischsprecher übernehmen meist spätestens in der zweiten Generation das Spanische. Unter diesen Nicht-Spanischsprechern sind auch viele Spanier, da besonders viele Vertreter der spanischen "Minderheiten" nach dem Spanischen Bürgerkrieg nach Mexiko flohen. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (über 80%) kann ihre Familie sowohl auf europäische, meist spanische, als auch auf amerindische Wurzeln zurückführen. Sie sind "Mestizen". Sie sprechen durchweg Spanisch. Als Mestizen gelten auch diejenigen Indianer, die ihre Sprache und Kultur zugunsten der spanischsprachigen, "mestizischen", aufgegeben haben. Dies sind etwa zwei Drittel der Indianer in Mexiko. Die Indianer stellen etwa ein Drittel der Bevölkerung, etwa 10% sind also Sprecher indianischer Sprachen; sie konzentrieren sich vor allem im Süden des Landes. Gut ein Sechstel dieser Sprecher spricht kein Spanisch. In Mexiko hat es wie fast überall auf der Welt im 20. Jh. viel Binnenwanderung gegeben. Dadurch gelangten auch Sprecher indianischer Sprachen in andere Gebiete. Dies sind vor allem Sprecher der drei größten indianischen Sprachen, des Nahuatl, Mixtekischen und Zapotekischen. Nahuatl-Sprecher finden sich im ganzen Land, außer in Nord-Niederkalifornien. Die "Mestizisierung" Mexikos war ein langer Prozeß, der noch heute andauert. Er begann unmittelbar mit der spanischen Eroberung im 16. Jh. Noch zu Beginn des 19. Jhs. aber waren gut zwei Drittel der Bevölkerung Indianer; sie sprachen auch meist indianische Sprachen.
Umgangssprachen: Spanisch, (Tarasco)
Man spricht Spanisch. Durch Einwanderung wohnen Tarasco im Land.
Einheimische Sprachfamilien: (Cochimí)-Yuman
In Niederkalifornien wird hauptsächlich Spanisch gesprochen (Nordmexikanisch). Es gibt Sprachinseln des Kumiái, Cocopa, Yuma, Paipai und Kiliwa. Außer letzterem werden sie hauptsächlich im Norden gesprochen. Sie haben je wenige Hundert Sprecher. Niederkalifornien ist seit 1952 ein eigener Staat, davor war es Territorium. Es gibt keine unter-30-jährigen Kiliwa; die unter-70-jährigen können meist auch Paipai.Früher wurde im äußersten Norden auch Tipay gesprochen. Im Süden des heutigen Bundesstaates siedelten Cochimí, von denen nach einigen Angaben noch Sprecher leben.
Seit den 70er Jahren sind viele Mexikaner aus anderen Regionen nach Südniederkalifornien eingewandert, darunter auch einige Sprecher amerindischer Sprachen; die größte Gruppe sind die Mixteken und die Tarasco.
Im Grenzgebiet zu den USA wohnen auch viele Menschen aus anderen Regionen Lateinamerikas, die vergeblich versuchen, in die USA auszuwandern.
Frühere Sprachfamilien: Cochimí, Guaicura, Pericú, Huchiti
In Südniederkalifornien werden keine einheimischen Sprachen mehr gesprochen. Man spricht Spanisch (Nordmexikanisch). Das Gebiet ist sehr dünn besiedelt. Es ist seit 1974 Staat, davor Territorium.Früher wurde im größten Teil des Landes Cochimí gesprochen. Im Süden wurden die Isolate Guaicura, Huchiti und Pericú gesprochen. Die meisten Sprecher dieser Sprachen wurden durch Seuchen getötet, die die Jesuiten, die im 18. Jh. einige Missionen in Niederkalifornien hatten, einschleppten.
Einheimische Sprachfamilien: Maya
Campeche wurde 1857 von Yucatan getrennt. Wie dieses ist es vornehmlich vom Yucatekischen geprägt. Ein Siebtel der Bevölkerung gehört dieser Gruppe an. Es gibt auch einige plautdietschsprachige Mennoniten.Gesprochene Sprachen: Spanisch, Seminolisch-Kreolisch, Kickapoo
Man spricht hauptsächlich Spanisch (Nordmexikanisch). Die im Land lebenden Indianer sind vornehmlich aus den USA im 19. Jh. eingewanderte Kickapoo (in Mexiko Kikapú geschrieben), von denen nach einer Odyssee aus dem Norden der USA ein Teil über die Grenze geflüchtet ist; sie leben im Grenzgebiet und unterhalten Kontakt zu den Kickapoo in Texas. Sie dürfen im Gegensatz zu anderen Mexikanern die Grenze ungehindert passieren.In El Nacimiento haben sich auch afrikanischstämmige ehemalige Sklaven aus den USA angesiedelt, die eine englisch-basierte Kreolsprache sprechen; sie sind bilingual kreolisch-spanisch.
Im Grenzgebiet zu den USA wohnen auch viele Menschen aus anderen Regionen Lateinamerikas, die vergeblich versuchen, in die USA auszuwandern.
Die dem Land den Namen gebenden Coahuilteco sind ausgestorben bzw. sprechen heute Spanisch, ebenso die Cotoname und die Comecrudo.
Gesprochene Sprachen: Spanisch
In Colima wird nur Spanisch gesprochen.Einheimische Sprachfamilien: Maya, Mixe-Zoque
Ein Viertel der Bevölkerung sind Indianer, davon sprechen die meisten eine indianische Sprache, meist eine Maya-Sprache (auch das mit dem Huastekischen verwandte Chicomucelteco wurde hier früher gesprochen). Gut ein Fünftel von ihnen beherrscht kein Spanisch. Chiapas gehörte bis 1830 vollständig zu Guatemala, kam dann in mehreren Teilen im Verlauf der nächsten Jahrzehnte zu Mexiko.Einheimische Sprachfamilien: Uto-Aztekisch
In Chihuahua wird Guarijío, Pima, Tarahumara, Tepecano, früher auch Tubar, Jova und Concho gesprochen. Diese Sprachen haben jeweils einige Tausend Sprecher, sie konzentrieren sich vor allem im Südwesten des Landes. Im übrigen wird Spanisch gesprochen. Früher wurde wohl auch Apache gesprochen. Die Apache wurden aber in Kriegen ausgerottet oder nach Norden vertrieben.In Chihuahua leben auch Gruppen von plautdietschsprechenden Mennoniten; sie sind Anfang des 20. Jhs. aus den USA eingewandert. Auch einige englischsprachige Mormonen leben im Land.
Im Grenzgebiet zu den USA wohnen auch viele Menschen aus anderen Regionen Lateinamerikas, die vergeblich versuchen, in die USA auszuwandern.
Ursprüngliche Sprachfamilie: Uto-Aztekisch
Hauptsächliche Umgangssprache: Spanisch
Der Bundesbezirk ist heute der einzige Teil Mexikos, der nicht einem Staat angehört. Er wird heute von einem Bürgermeister regiert, früher von der Bundesregierung. Er umfaßt die Stadt Mexiko. Die Stadt ist heute das Zentrum einer Agglomeration, die sich weit in die Bundesstaaten Mexiko, Morelos und Hidalgo hineinzieht. An der Stelle des heutigen Zentrum von Mexiko-Stadt stand vor der spanischen Eroberung die Stadt Tenochtitlán, Hauptstadt des aztekischen Reiches. Ihre Sprache war Nahuatl. Im heutigen Mexiko-Stadt wird aber kaum noch Nahuatl gesprochen, meist Spanisch, genauer Zentralmexikanisch. Durch Einwanderung gibt es Mazatekisch-, Mazahua- und Mixtekischsprecher. Es gibt auch noch 15 Ópata-Sprecher.
Einheimische Sprachfamilien: Uto-Aztekisch
Es gibt Tepehuan und Nahuatl in Durango, auch Gruppen von plautdietschsprachigen Mennoniten. Im übrigen wird Nordmexikanisch gesprochen. Das Acaxee ist wohl ausgestorben.Einheimische Sprachfamilien: Otomangisch
In Guanajuato werden außer zentralmexikanischem (?) Spanisch Otomí und Chichimekisch (Chichimeca-Jonaz) gesprochen. Otomí wird noch in anderen Bundesstaaten gesprochen, das Chichimeca-Jonaz nur noch von wenigen hundert Menschen, darunter viele einsprachige Frauen.Einheimische Sprachfamilien: Otomangisch, Uto-Aztekisch
Guerrero, zu dem auch einige Touristenzentren wie Acapulco gehören, ist das Übergangsland zu Südmexiko. Hier werden neben Küstenmexikanisch Amuzgo, Mixteco, Nahuatl und Tlapaneco gesprochen, früher auch Cuitlateco.Einheimische Sprachfamilien: Otomangisch, Uto-Aztekisch, Totonakisch
Neben Zentralmexikanisch wird in Hidalgo Nahuatl, Otomí, Tepehua und Chinanteco gesprochen, früher auch Süd-Pame.Einheimische Sprachfamilien: Uto-Aztekisch
In Jalisco wird außer (küstenmexikanischem) Spanisch nur noch Cora und Huichol gesprochen, früher auch noch Tepecano (Süd-Tepehuan).Einheimische Sprachfamilien: Uto-Aztekisch, Otomangisch
Neben Zentralmexikanisch und Nahuatl wird Matlatzinca, Mazahua und Otomí gesprochen, von 4 Sprechern auch noch Ópata.Einheimische Sprachfamilien: Tarasco, Otomangisch, Uto-Aztekisch
Neben Zentralmexikanisch (?) wird in Michoacán Mazahua, Tarasco und Nahuatl gesprochen.Einheimische Sprachfamilien: Uto-Aztekisch, Otomangisch
Neben Zentralmexikanisch spricht man Mixteco, Nahuatl und Zapoteco.Einheimische Sprachfamilien: Uto-Aztekisch
Nayarit ist seit 1917 Bundesstaat, davor war es der Tepic-Militärbezirk. Bis 1885 war es Teil des Bundesstaates Jalisco.Man spricht Küstenmexikanisch. Sprecher indianischer Sprachen finden sich vor allem im Norden des Landes (Kreis El Nayar, kleinere Gruppen aber auch in allen anderen Kreisen): die Cora, die Huichol sowie eine kleinere Gruppe von Süd-Tepehuan.
Gesprochene Sprachen: Spanisch, Kickapoo
Man spricht Nordmexikanisch.Das Kickapoo-Gebiet ragt wohl nach Nuevo León hinein. Der Staat ist stark von jüdischen, germanischen und slawischen Siedlern geprägt, deren Nachfahren aber ebenso Spanisch sprechen wie der Rest der Bevölkerung.
Im Grenzgebiet zu den USA wohnen auch viele Menschen aus anderen Regionen Lateinamerikas, die vergeblich versuchen, in die USA auszuwandern.
Das Quinigua, dessen genealogische Einordnung nicht ganz klar ist, ist ausgestorben.
Einheimische Sprachfamilien: Uto-Aztekisch, Otomangisch, Tequistlatekisch, Mixe-Zoque, Huave
In Oaxaca spielen indianische Sprache eine große Rolle. Das Gebiet kann schon zu Südmexiko gerechnet werden. Es werden mehrere verschiedene Sprachfamilien gesprochen. Im übrigen spricht man Küstenmexikanisch.Einheimische Sprachfamilien: Uto-Aztekisch, Otomangisch, Totonakisch
In Puebla gibt es eine große Nahuatl-sprachige Minderheit, auch Mixtekisch ist stark vertreten. Kleiner sind die Gruppen von Otomí-, Popoloca-, Tepehua-, Mazatekisch-, Chocho- und Totonakisch-Sprechern. Die Mehrheit spricht Zentralmexikanisch.Einheimische Sprachfamilien: Otomangisch
In Querétaro wird außer Zentralmexikanisch Otomí gesprochen, früher auch Süd-Pame.Einheimische Sprachfamilien: Maya
Quintana Roo war bis 1902 Teil des Bundesstaats Yucatán, danach bis 1974 Territorium. Außer Yukatan-Spanisch wird von einem Drittel der Bevölkerung Yukatekisch gesprochen. Nicht-Indianer waren um 1840 nach dem "Krieg der Kasten" aus dem heutigen Quintana Roo vertrieben worden und konnten sich teilweise erst im 20. Jh. wieder dort niederlassen. In jüngster Zeit gibt es aufgrund des Tourismus Einwanderung aus Yucatán, Campeche, Tabasco und Veracruz.Einheimische Sprachfamilien: Pamisch, Uto-Aztekisch, Huastekisch
In San Luis Potosí wohnen große Gruppen von Huasteken, die eine Maya-Sprache sprechen, und Nahuatl. Eine kleinere Gruppe sind die (Nord-)Pame. Die indianischen Gruppen wohnen konzentriert im Zentrum des Landes. Im übrigen wird Spanisch gesprochen.Einheimische Sprachfamilien: Uto-Aztekisch, ·Mixtekisch
Man spricht hauptsächlich nordmexikanisches Spanisch. Es gibt vor allem im Norden Mayo-Sprecher, früher auch Sprecher des Tubar und des Guazave. Es gibt noch einige Cora.Wohl durch Einwanderung wohnen einige Mixteken in Culiacán.
Einheimische Sprachfamilien: Hokan, Uto-Aztekisch
Das Cocopa-Gebiet an der Grenze zu Niederkalifornien ragt nach Sonora hinein. Darüber hinaus werden außer in zwei seri-sprachigen Dörfern in Sonora nur noch im Süden einheimische Sprachen gesprochen. Diese sind Yaqui, Guarijío, Mayo, Ópata, Tarahumara und Pima Bajo, früher auch Tubar. Auch das Eudeve im Süden ist ausgestorben.Im Grenzgebiet zu den USA wohnen auch viele Menschen aus anderen Regionen Lateinamerikas, die vergeblich versuchen, in die USA auszuwandern.
Einheimische/Frühere Sprachfamilien: Maya, Mixe-Zoque, Uto-Aztekisch
In Tabasco spricht nur ein kleiner Teil der Bevölkerung indianische Sprachen. Die einzige größere Gruppe sind die Chontal, die zu den Maya gehören. Die Zoque sind nur ein paar Hundert Menschen, das Nahuatl von Tabasco ist in den letzten Jahrzehnten ausgestorben. Man spricht Yucatan-Mexikanisch (?).Einheimische Sprachfamilien: Huastekisch
In Tamaulipas wird vornehmlich Spanisch gesprochen. Das huastekische Sprachgebiet ragt allerdings im Süden nach Tamaulipas hinein. Das Naolanes-Pisón ist im 20. Jh. ausgestorben.Im Grenzgebiet zu den USA wohnen auch viele Menschen aus anderen Regionen Lateinamerikas, die vergeblich versuchen, in die USA auszuwandern.
Einheimische Sprachfamilien: Uto-Aztekisch, Otomangisch
In Tlaxcala spricht man neben Zentralmexikanisch Nahuatl und Otomí, letzteres aber nur noch von wenigen Sprechern.Einheimische Sprachfamilien: Huastekisch, Otomangisch, Totonakisch, (Mixe-Zoque), Uto-Aztekisch
Man spricht ein karibisch beeinflußtes Küstenmexikanisch. Im Küstengebiet sind viele von ihnen afrikanischstämmig oder tlw. afrikanischstämmig. Im Norden wird auch Huasteco gesprochen, Otomí im Nordwesten. Das größere indianischsprachige Gebiet ist der Süden: Mazateco, Chinanteco, mehrere Gruppen Popoluca im Südosten, Tepehua. Große Gruppen von Totonakisch im Süden. Es gibt kleinere Gruppen von Zapoteken. Das Mixe-Gebiet ragt vielleicht nach Veracruz hinein. Es gibt im ganzen Land viele Nahuatl-Sprecher.Einheimische Sprachfamilien: Maya
Ein Drittel der Bevölkerung spricht Yukatekisch, der Rest Yukatan-Spanisch. Bis 1902 gehörte Quintana Roo, bis 1857 auch Campeche zum Staat Yucatán.Gesprochene Sprachen: Spanisch, Niedersächsisch, Aztekisch
In Zacatecas werden keine indianischen Sprachen mehr gesprochen, von Einwanderung abgesehen. Wie (fast) überall in Mexiko gibt es daher (hier 330) Aztekisch-Sprecher. Es gibt aber Gruppen von plautdietschsprachigen Mennoniten.Für die vorkolumbianische Zeit teilt sich Mexiko in drei kulturelle Großräume, die auch heute noch relevant sind: Nordmexiko, Westmexiko und das Maya-Gebiet. Der Norden bis zu einer Linie nördlich Guadalajara bis Tampico gehörte zu den nordamerikanischen Kulturen: zu der des Südwestens (Pueblo-Kultur) und des Südostens, zu der auf us-amerikanischer Seite allerdings nur der äußerste Süden von Texas gehörte.
In Zentral- oder Westmexiko gab es eine ganze Reihe verschiedener Hochkulturen: Die ersten waren die Olmeken (1450-475v.Chr.; die Periode wird Vorklassik genannt); sie sind die Grundlage der altmexikanischen Hochkulturen. Nach ihnen folgten in der Klassik (350-900) mehrere verschiedene Kulturen: das Reich von Teotihuacán im Hochtal von Mexiko, die zapotekische Kultur um Monte Albán in Oaxaca, die totonakische Remojadas-Kultur an der Golfküste sowie nördlich von dieser die Huasteken (eigentlich ein Maya-Volk, das sich aber unabhängig von der Maya-Kultur entwickelte), außerdem einige kleinere Hochkulturen im Westen wie die Tarasken. Die zapotekische Kultur wurde später von Mixteken überlagert und schließlich abgelöst, Teotihuacán verschwand und gab Raum für kleinere Hochkulturen, die schließlich durch Nahuatl-Einwanderung in der toltekischen Kultur gipfelte. Im 14. Jh. begann der Aufstieg der Azteken. Zur Zeit der spanischen Eroberung war fast ganz Zentralmexiko unter der Herrschaft der Azteken, allerdings war die Herrschaft nur eine nominelle bzw. durch Tributverhältnisse geprägt. Die örtlichen Kulturen entwickelten sich nahezu unabhängig weiter. Dabei gab es Inseln, die den Azteken nicht tributpflichtig waren, so Tlaxcala, Yopitzingo, Tototepec und das taraskische Gebiet.
Das Maya-Gebiet gehört bereits zu Mittelamerika, sowohl nach einer der verschiedenen geographischen Definitionen als auch kulturell; noch heute ist das Spanische der Region im Verbund mit den mittelamerikanischen Varianten zu betrachten. Hier florierte in mehreren voneinander getrennten Epochen die Maya-Kultur. Sie war eigenständig, nur Chichén Itzá war stark von Westmexiko geprägt (genauer den Tolteken), auch durch zahlreiche westmexikanische Einwanderer.
Durch die Conquista im 16. Jh. wurde aus dem heutigen Mexiko die spanische Kolonie Neu-Spanien. Eine spanische Herrschaftsschicht kam ins Land. In späterer Zeit unterteilte sich diese in unmittelbar aus Spanien kommende Herrschaftsschicht und darunter die inzwischen "einheimische" spanische Oberschicht, die criollos. Wahrscheinlich bildete sich neben den indianischen Sprachen eine oder mehrere Pidgin-, später vielleicht auch eine oder mehrere Kreolsprache(n) auf spanischer Grundlage heraus. Mit der Eroberung begann auch die "Entstehung" einer Schicht von Mestizen, die zwischen criollos und Indianern standen. Diese Schicht wuchs langsam, aber beständig. Erst gegen Ende des 19. Jhs. stellte sie aber die Mehrheit der Bevölkerung. Die weiße Oberschicht blieb zahlenmäßig unbedeutend. Die indianischen Sprachen wurden unverändert gesprochen, von den Spaniern wurde das Aztekische präferiert, das sich so zu einer lingua franca entwickelte, mehr oder weniger in ganz Mexiko außer dem Maya-Gebiet. Nach der Unabhängigkeit nahm durch die Mestizisierung der Bevölkerung die Bedeutung des Spanischen zu. Auch die eventuelle spanischbasierte Kreolsprache verschwand (wann, ist ebenso ungeklärt wie ihre Existenz an sich).
Heute ist Spanisch die allesüberragende Umgangssprache des Landes. Es gibt noch in Rückzugsgebieten einzelne Indianergruppen, die in der Regel noch ihre Sprache bewahrt haben, die aber meist schon bedroht ist. Einwanderung aus nicht-spanischsprachigen Ländern spielt in Mexiko auch eine im amerikanischen Vergleich geringe Rolle, so daß die Position des Spanischen auch von dieser Seite her kaum begrenzt wird.
Ethnologue.
Wikipedia.
Christian F. Feest (Hrsg.)(2000):
Kulturen der nordamerikanischen Indianer. Köln: Könemann.
Ulrike Peters (2004): Das Alte Mexiko (DuMont Schnellkurs), Köln: DuMont.