Zurück zur Startseite


Ich freue mich über alle Hinweise, Email s. Impressum.

Kirgisien

Offizielle Amtssprache: Kirgisisch, Russisch

Sprachfamilien: Turksprachen, Slawisch, Chinesisch, Germanisch, weitere Sprachfamilien von Einwanderern

Umgangssprachen: Kirgisisch, Russisch, Usbekisch, Kasachisch?, Uigurisch, Dunganisch, (Plautdietsch, weitere Sprachen von vor allem sowjetischen Einwanderern)

Zurück zur Asien-Seite

Etwa 60% der Bevölkerung sprechen Kirgisisch. Wichtige Bevölkerungsgruppen sind außerdem die Russen und die Usbeken; letztere leben im Oblast Osch. Russisch ist zweite Amtssprache, um russischsprachige Fachkräfte im Land zu halten. Unter Kirgisen sind Russischkenntnisse vergleichsweise wenig (20%) verbreitet. Unter den mittelasiatischen Sprachen findet sich vor allem in Kirgisien eine kleine Gruppe von Hui, chinesischen Muslimen, die einen nordchinesischen Dialekt namens Dunganisch sprechen. An der chinesischen Grenze gibt es ein deutschsprachiges Dorf: Bergtal oder Rot-Front. Die meisten Einwohner sind aber in den 90er Jahren nach Deutschland ausgewandert.

Der Ethnologue führt unter den Sprachen für Kirgisien nur Dunganisch und Kirgisisch auf, des weiteren: Armenian 3,285, North Azerbaijani 17,207, Bashkir 3,250, Belarusan 7,676, Chechen, Chuvash 2,092, Crimean Turkish 38,000, Dargwa 1,419, Erzya 5,390, Georgian 1,002, Standard German 101,057, Kalmyk-Oirat, Karachay-Balkar 1,973, Karakalpak, Kazakh 37,000, Korean 18,000, Kurmanji 14,000, Lak 257, Lezgi 1,599, Lithuanian 430, Halh Mongolian, Romanian 1,375, Tajiki 34,000, Tatar 70,000, Turkish, Turkmen 352, Ukrainian 109,000, Uyghur 37,000.

Dem ist vielleicht noch Plautdietsch hinzuzufügen. Standard German ist wohl durch alemannische, bairische, fränkische oder mitteldeutsche Dialekte zu ersetzen.

Bis in die 20er Jahre hatte Kirgisien mit Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan und Aserbaidschan eine gemeinsame Schriftsprache, das Tschagatai-Türkische, das mit arabischen Buchstaben geschrieben wurde. In den 20er Jahren wurde die kirgisische Schriftsprache geschaffen, erst mit arabischen, dann mit lateinischen, seit den 40ern mit kyrillischen Buchstaben. 2005-2010 soll eine lateinische Rechtschreibung eingeführt werden, die der kasachischen ähnlich ist; sie wird allerdings bisher kaum verwendet.

Das Kirgisische wird in eine nördliche und eine südliche Dialektgruppe unterteilt. Letztere ist vom Usbekischen beeinflußt.

Geschichte

Kirgisien läßt sich in drei Großlandschaften teilen (?): den Südrand des Siebenstromlandes im Norden, den kirgisischen Anteil am Fergana-Becken im Westen und die Gebirgslandschaften des Tienschan. Die Bewohner des Siebenstromlandes werden meist zu den Kasachen gerechnet. Im Ferganabecken wohnen traditionell mehrere Völker zusammen, vor allem Tadschiken, Usbeken, Kirgisen und Tataren. Im Tienschan wohnen hauptsächlich Kirgisen, im Osten auch Uiguren.

Das älteste Volk, das wir geschichtlich fassen können, siedelte in allen drei Regionen: die Skythen (in persischen Quellen Saken genannt). Sie lebten seit dem 7. Jh. im Tianshan. Seit dem 6. Jh. gehörten sie zum Persischen Reich. Im 3. Jh.v.Chr. wurden die Skythen von den Hunnen verdrängt. Diese waren ihrerseits aus dem Altai vor den wahrscheinlich türkischen Usunen geflohen, die sich nun im Siebenstromland ansiedelten. Bald darauf eroberten die Hunnen das Siebenstromland. Die Usunen wichen in den Tianshan aus. ...

Wikipedia.
http://www.kirgistan-reisen.de/deu/allgemein/index.html.
http://www.uni-graz.at/geowww/geo/geoweb_magazin_artikel_detail.php?recordID=36.
Thomas Scholl (2003): Kirgistan entdecken; zu den Gipfeln von Tien-Schan und Pamir, Berlin: Trescher.
ZDF-Auslandsjournal 3. Juni 2009.