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Johannes Reese

Textzusammenfassung · Internat. Layout · Übersetzungen · Aussprachetraining · Historische Recherche · Ghostwriting

Kanada

Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch

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Britisch-Kolumbien Alberta Saskatchewan
Manitoba Ontario Quebec
Neufundland und Labrador Neubraunschweig Prinz-Eduard-Insel
Neuschottland Yukon-Territorium Nordwest-Territorien
Nunavut

In Quebec und in Akadien wird vornehmlich Französisch gesprochen, im übrigen Land kanadisches Englisch, dessen Aussprache stark der amerikanischen entspricht. Einwanderer stammen vornehmlich aus Europa, die Position der Eskimo und Indianer ist relativ stark, erstere sind vornehmlich in den Territorien ansässig.

Britisch-Kolumbien

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Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch

Einheimische Sprachfamilien: Na-Dene, Penutian, Mosan, Kutenai

Umgangssprachen von Einwanderern: Englisch, Plautdietsch, Kantonesisch, weitere Sprachen von Einwanderern

Einheimische Umgangssprachen: Babine-Witsuwit'en, Beaver, Bella Coola, Carrier, Süd-Carrier, Chilcotin, Chinook Wawa, Comox, Gitxsan, Haida, Haisla, Halkomelem, Heiltsuk, Kaska, Kutenai, Kwakiutl, Lillooet, Nisga'a, Nootka, Okanagan, Straits-Salish, Sechelt, Sekani, Shuswap, Slavey, Squamish, Tahtlan, Thompson, Tlingit, Tsimshian, [Klallam]

Die Mehrheit der Bevölkerung ist immer noch europäischstämmig. Man spricht Englisch. Französisch hat nur eine theoretische Position als Amtssprache. In den letzten Jahren ist besonders Britisch-Kolumbien Ziel asiatischer, vor allem chinesischer Einwanderung, geworden. So sind viele Bewohner Hongkongs vor der Übergabe an China nach Vancouver ausgewandert.

Geschichte

Die Indianerkulturen Britisch-Kolumbiens verteilen sich auf: Nordwestküstenkultur an der Küste, Plateau-Kultur im übrigen Süden, Subarktis im übrigen Land.

Alberta

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Offizielle Amtssprache: Englisch, (vor Gericht auch: Französisch)

Einheimische Sprachfamilien: Athapaskisch, Algonkin, (Sioux)

Umgangssprachen: Englisch, Beaver, Blackfoot, Dene, Cree, Sarcee, Slavey, Dakota (Stoney), Plautdietsch, weitere Sprachen von Einwanderern

Nur 2% der Bevölkerung haben nicht Englisch als Muttersprache. Davon sind die Französischsprecher mit 0,3% die größte Gruppe. Die Mehrheit der Bevölkerung ist ursprünglich britischer Herkunft. Es gibt aber auch Deutsche, Ukrainer und Skandinavier als Herkunftsgruppen. Auch die nicht-britischen Gruppen sprechen heute meist Englisch.

Bis auf eine kleine Stoney-Gemeinde gehören die indianischen Einwohner zur athabaskischen oder zur Algonkin-Sprachfamilie. Hauptsprache ist aber Englisch. Es gibt auch Plautdietsch-Sprecher.

http://www12.statcan.ca/.
Wikipedia.

Saskatchewan

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Offizielle Amtssprache: Englisch

Einheimische Sprachfamilien: Athabaskisch, Algonkin, Sioux

Umgangssprachen: Englisch, Cree, Dene, Dakota, Ojibwa, Michif, weitere Sprachen von Einwandern

Gut 15% der Bevölkerung sind Indianer, das ist der höchste Wert unter den Provinzen. Es gibt auch Métis. Sie sprechen teilweise Michif. Im übrigen überwiegen die europäischstämmigen Einwanderer, die zu einem großen Teil ihre Muttersprache innerhalb der Familie beibehalten.

Die größten Gruppen sind Sprecher des Englischen (85%), Deutsch oder Niedersächsisch (2%), Cree (1,5%), Ukrainisch (1,2%), Französisch (1%).

Saskatchewan wurde 1905 von den Nordwest-Territorien abgespalten. Die Hälfte des Territoriums gehörte in "vorkolumbianischer" Zeit zur subarktischen Kultur. Hier siedel(te)n vor allem die Chipewyan oder Dene, außerdem Woods Cree. In Plains und Prairie siedelten Ojibwa-, Dakota- und übrige Cree-Stämme.

http://www12.statcan.ca/.
http://www.sicc.sk.ca/heritage/sils/ourlanguages/index.html.

Manitoba

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Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch

Einheimische Sprachfamilien: Algonkin, Sioux

Umgangssprachen: Englisch, Cree, Ojibwa, Dakota, Michif, [Bungee], (Dene), Isländisch, Plautdietsch, Ukrainisch, (Französisch), viele weitere Sprachen von Einwanderern

Indianer stellen etwa 10% der Bevölkerung. Es gibt auch Métis. Sie sprechen teilweise Michif. Das Bungee, eine Cree-schottisch-gälische Mischsprache, ist in der Mitte des 20. Jhs. ausgestorben. Hauptsprache der Provinz ist Englisch. Herkunftsgruppen sind Briten (auch Schotten), Deutsche, Ukrainer und Frankokanadier zu etwa gleichen Teilen, etwas kleiner sind die Gruppen der Philippinen, Polen, Iren und Niederländer. Von den europäischstämmigen Einwanderern bewahren einige ihre Sprache als Sprache innerhalb der Familie, vor allem die plautdietschsprachigen Mennoniten - sie sind aus der Ukraine eingewandert. Die europäische Einwanderung ist auch heute noch stark.

Am Westrand des Lake Winnipeg ist das Zentrum der isländischen Einwanderer. Es ist das größte zusammenhängende isländische Siedlungsgebiet außerhalb Islands. Nur ältere Island-Kanadier sprechen aber noch Isländisch; allerdings bemühen sie sich um Kontakt nach Island. Am Ostrand leben Métis, die meist untereinander noch Michif sprechen. Im Parkland leben vor allem Nachfahren ukrainischer Einwanderer.

Ursprünglich gehörte der Südwestrand Manitobas zur Plains-Kultur, der Rest zur subarktischen. In den Plains siedelten die Assiniboin und Dakota sowie die Plains Cree, im subarktischen Bereich Northern Ojibwa sowie die Cree-Stämme Western Woods Cree, West Main Cree und Lake Winnipeg Saulteaux. Außer den zu den Sioux-Völker gehörenden Assiniboin und Yanktonai (beide Dakota-sprachig) sprachen sie alle Algonkin-Sprachen.

Ontario

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Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch

Einheimische Sprachfamilien: Irokesisch, Algonkin

Umgangssprachen: Englisch, Französisch, Ojibwa, Cree, Mohawk, Pennsylvanian Dutch, viele weitere Sprachen von indianischen Flüchtlingen aus den USA sowie Einwanderern aus Europa und Asien

Ontario teilt sich in zwei Großregionen: Nord-Ontario und das übrige Ontario. Beide pflegen eine voneinander unabhängige Identität; es gibt auch Unabhängigkeitsbestrebungen in Nord-Ontario, das erst 1912 vom den Nordwest-Territorien abgespalten und Ontario zugeschlagen wurde (der Süden Nord-Ontarios wurde allerdings schon vorher von Ontario beansprucht). Nord-Ontario ist dünn besiedelt, der Anteil von Indianern, hier der Ojibwe und der Cree, ist hoch. Im äußersten Norden stellen die Indianer sogar die Mehrheit. Diese Gegend ist Tundra. Die Einwohner leben vornehmlich als Jäger und Sammler. In beiden Regionen herrscht heute Kanadisches Englisch vor. Im Osten beider Regionen gibt es allerdings beachtliche Gruppen von Franko-Ontariern. Diese sprechen eine dem Quebecois ähnliche Form des Französischen. Sie ist allerdings stärker vom Englischen beeinflußt als im Nachbarstaat, und Englisch spielt insgesamt eine größere Rolle unter den Franko-Ontariern als unter den Quebecern; sie sind in Ontario überall eine Minderheit - Französisch ist allerdings offiziell zweite Amtssprache in Ontario, und in den Siedlungen mit Franko-Ontariern spielt sie diese Rolle auch in der Praxis. Die Mehrheit der Ontarier ist britischer Herkunft. Unter den übrigen Einwanderern lebt die aus der Heimat mitgebrachte Sprache oft als Haussprache weiter. In jüngerer Zeit sind auch französischsprachige oder als französischsprachig geltende Gruppen darunter wie die Haitianer. Sie bleiben von der franko-ontarischen Gemeinschaft getrennt und pflegen ihre Kreolsprache neben dem Französischen; im übrigen beherrschen sie auch Englisch. Bedroht sind die indianischen Sprachen, außer im äußersten Norden. Nicht assimilieren lassen sich die Mennoniten, die in Ontario meist aus Pennsylvania eingewandert sind und daher Pennsylvanian Dutch sprechen.

Die meisten indianischen Ontarier gehören zu den Ojibwe und den Cree. Beide sind Algonkin-Völker. Das einzige indianische Nicht-Algonkin-Volk in Ontario sind die irokesischen Mohawk. Cree wird in einer dem Inuktitut-Alphabet ähnlichen Schrift geschrieben. Die Ojibwe (und die Mohawk) benutzen meist Englisch als Schriftsprache.

Neufundland und Labrador

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Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch

Einheimische Sprachfamilien: Algonkin, Beothuk, Eskimo-Aleutisch

Umgangssprachen (bei nicht-einheimischen Auswahl): Newfie/Englisch, Französisch, Montagnais-Naskapi, Inuktitut, Micmac, [Beothuk], [Irisch]


[Vor der Küste der Insel Neufundland liegt das französische Gebiet St. Pierre und Miquelon. Es ist rot und schwarz gekennzeichnet.]

Bis 2001 hieß die Provinz nur Neufundland, obwohl sie auch Labrador umfaßte. Neufundland wurde erst 1949 Teil Kanadas. Davor war es ein eigenständiges britisches Dominion.

Auf Neufundland ist die wichtigste Sprache Newfie, ein archaischer englischer Dialekt. Die größte Sprachminderheit ist Französisch (0,4%); dies äußert sich zum einen als Neufundland-Französisch, zum anderen als Akadisch. Beide sind vom Aussterben bedroht. Das gleiche Schicksal ereilt das Neufundland-Irische. Bis zur Mitte des 20. Jhs. sprachen die irischen Einwanderer fast nur Irisch, heute ist auch dieser Dialekt vom Aussterben bedroht. Auf Neufundland werden bis auf Micmac keine indianischen Sprachen mehr gesprochen, auch das Beothuk ist ausgestorben.

Auf Labrador wird neben Englisch Cree und Inuktitut gesprochen. Beide werden hier mit lateinischen Buchstaben geschrieben.Cree und Inuktitut zusammen machen heute ein Drittel der Bevölkerung aus.

Geschichte

Ein kleiner Streifen im Norden von Labrador gehört zur Arktis-Kultur, der Rest und die Insel Neufundland zur Subarktis-Kultur. Die Arktis wurde erst spät besiedelt, von den Inuktitut. Sie sind bis heute die vorherrschende Bevölkerung in diesem Gebiet. In der labradorischen Subarktis wohnten Cree-Völker. Auf der Insel Neufundland lebte das Volk der Beothuk.

Schon im 11. Jh. siedelten kurzzeitig Europäer im Gebiet, und zwar Wikinger. Sie nannten das Gebiet Vinland. Sie gaben die Siedlung aber schon bald wieder auf. Später kamen wohl sporadisch baskische Fischer in die Gegend. Ende des 16. Jh. wurde Neufundland als erste englische Kolonie errichtet. Engländer wanderten ein. Es entstand der Kolonialdialekt Newfie. Die Beothuk starben aus. Später kamen einige wenige Micmac auf die Insel. Später kamen auch Iren auf die Insel, die lange ihre irische Sprache bewahrten, teilweise bis ins 20. Jh. Auch französische Siedler aus der Akadie und Quebec kamen in geringer Zahl. Heute ist die Insel Neufundland fast ausschließlich von europäischen Siedlern besiedelt, während auf Labrador Indianer und Inuit immer noch ein Drittel der Bevölkerung ausmachen; bis ins 20. Jh. waren sie praktisch die einzigen Bewohner. Labrador wurde von Frankreich als Teil seiner Kolonie Kanada beansprucht, übte aber in diesem Gebiet kaum Kontrolle aus, bis das heutige Gebiet des neufundländischen Labrador 1763 zu Großbritannien kam, als Teil der Kolonie Neufundland (1774-1791 war es Teil der britischen Kolonie Quebec, 1791-1809 Teil von Lower Canada). 1907 wurde Neufundland ein Dominion. 1949 wurde es mit Kanada vereinigt. 2001 wurde es in Neufundland und Labrador umbenannt.

James Graham-Campbell (1980): Das Leben der Wikinger: Krieger, Händler und Entdecker, Berlin; Hamburg: Kristall-Verlag.

Neubraunschweig

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Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch

Einheimische Sprachfamilien: Algonkin

Umgangssprachen: Englisch, Chiac/Akadisch, (Mikmak, Maliseet-Passamquoddy)

Neubraunschweig ist sprachlich zweigeteilt. Der Nordosten ist vornehmlich französischsprachig, das übrige Land englischsprachig. Die Bevölkerung im Nordosten macht etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung aus. Die Französischsprecher sprechen in aller Regel Chiac, das ist im wesentlichen ein code switching zwischen Englisch und dem Kolonialdialekt, der seit dem 17. Jh. in der Region entstand, das Akadische.

Es gibt eine Minderheit (3,3%) von Nachkommen der Menschen, die vor den Europäern das Land bewohnten: die Maliseet-Passamaquoddy im Westen und die Mikmak im Osten. Sie sind meist nicht "reinrassig", sie haben auch europäischstämmige Vorfahren, zählen aber zu den "First Nations" und leben meist in abgeschlossenen, selbstverwalteten Reservaten. Nur die Älteren sprechen eine der beiden Algonkin-Sprachen noch gut, aber die jüngeren haben meist zumindest Anfangsgründe in der Sprache.

Vorherrschende Umgangssprache im größten Teil des Landes ist Englisch, genauer ein englischer Kolonialdialekt. Dieser weist aufgrund der großen Bedeutung irischer und schottischer Einwanderer ein keltisches Substrat auf. Nach den Franzosen sind Engländer mit 23% die größte Einwanderergruppe, gefolgt von Iren (19%) und Schotten (18%). Über 1% liegen noch Deutsche (4%), Niederländer (2%) und Waliser (1%). Einwanderersprachen (außer Englisch und Französisch) spielen (daher) praktisch keine Rolle. Die größte ist Chinesisch mit einer Sprecherzahl von 0,3% der Bevölkerung.

Geschichte

Die Insel gehört zum nordamerikanischen Kulturraum des Nordostens. Sie war zum Zeitpunkt der europäischen Eroberung von Mikmak besiedelt, die eine Algonkin-Sprache sprechen. Im 17. Jh. nahm Frankreich die Insel als Teil seiner Kolonie Akadien in Besitz. Französische Siedler kamen auf die Insel. Es bildete sich ein französischer Kolonialdialekt, das Akadische. Schotten im Südosten.

Prinz-Eduard-Insel


[Die Prinz-Eduard-Insel vor der Küste der Prov. Neubraunschweig und Neuschottland]

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De-facto- Amtssprache: Englisch

Einheimische Sprachfamilie: Algonkin (Mikmak)

Umgangssprachen über 0,5%: Englisch, Frankokanadisch/Akadisch, (Niederländisch), [Kanadisch-Gälisch, Mikmak]

Allgemeine Umgangssprache ist Englisch. Von den ersten europäischen Siedlern, den Akadiern, hat etwa die Hälfte ihren akadischen französischen Dialekt bewahrt, sie stellen aber nur noch eine Minderheit der Bevölkerung. Auch eine kleine Minderheit späterer französischer Einwanderer hat das Frankokanadische bewahrt. Das Französische ist außer Englisch die einzige Sprache, die über den Status einer Haussprache hinausgeht.

Die meisten Bewohner sind britischer und irischer Herkunft. Die ursprünglichen Bewohner, die Mikmak, haben zwei Reservate auf der Insel, nur 90 Menschen, also 5% von ihnen, beherrschen noch Mikmak. Die übrigen Einwanderergruppen sind: Niederländer, Deutsche (je 4%), Waliser (1%); weitere Gruppen bewegen sich unter 0,5% der Bevölkerung. Von den Einwanderer hat nur eine kleine Minderheit ihre Muttersprache, meist nur als Haussprache, bewahrt. Den höchsten Wert für Spracherhalt von den größeren Einwanderergruppen haben die Niederländer, von denen immerhin 20% ihre Sprache noch sprechen. Niederländisch ist damit außer Englisch und Französisch (4%) die einzige Sprache, die von mehr (allerdings nur wenig mehr) als 1% der Bevölkerung gesprochen wird.

Schriftsprache ist allerdings fast ausschließlich Englisch (?).

Geschichte

Die Insel gehört zum nordamerikanischen Kulturraum des Nordostens. Sie war zum Zeitpunkt der europäischen Eroberung von Mikmak besiedelt, die eine Algonkin-Sprache sprechen. Im 17. Jh. nahm Frankreich die Insel als Teil seiner Kolonie Akadien in Besitz. Französische Siedler kamen auf die Insel. Es bildete sich ein französischer Kolonialdialekt, das Akadische. 1755 kamen weitere Siedler aus dem heutigen Neuschottland. 1763 wurde die Insel, damals als Île Saint-Jean oder St. John's Island bekannt, Teil der britischen Kolonie Neuschottland; 1769 wurde es eine eigene Kolonie. Seitdem wanderten viele Briten ein, vor allem Schotten. Diese bildeten bald die Mehrheit der Bevölkerung. Dementsprechend war die verbreitetste Umgangssprache im 19. Jh. Schottisch-Gälisch, nur eine Minderheit der Gälisch-Sprecher beherrschte Englisch. Seit Mitte des Jhs. begannen allerdings Gälisch-Sprecher mit dem Sprachwechsel zum Englischen. Seit dem 2. Weltkrieg wurde die Sprache offiziell unterdrückt, mit den üblichen Bestrafungsmethoden für Schüler, die in der Schule Gälisch sprachen. In den darauffolgenden Jahrzehnten ist das Kanadische Gälische auf der Insel praktisch ausgestorben. Heute stellen die Nachkommen von Schotten, die inzwischen also Englisch sprechen, fast 40% der Bevölkerung, von Engländern und Iren je fast 30%, Deutschen und Niederländern je gut 4%, während die Nachfahren der französischen Siedler sowie der Mikmak nur noch je 2% ausmachen. Insgesamt haben allerdings 20% französische Vorfahren. Die Mikmak haben im 20. Jh. ihre Sprache aufgegeben (nur noch 90 Menschen gaben 2006 an, Mikmak zu sprechen), während die Akadier und eine Minderheit der späteren französischen Einwanderer ihre Sprache bewahrt haben. Die übrigen Einwanderer gaben ihre Sprache in der Regel in der zweiten oder dritten Generation auf.

1798 wurde die Insel in Prinz-Eduard-Insel umbenannt, die auch im Deutschen meist mit ihrem englischen Namen Prince Edward Island bezeichnet wird. Seit 1873 ist sie Teil Kanadas.

Wikipedia.
http://www.upei.ca/iis/rep_mk_1.
Christian F. Feest (Hrsg.)(2000): Kulturen der nordamerikanischen Indianer. Köln: Könemann.

Neuschottland (Nova Scotia)

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Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch

Einheimische Sprachfamilien: Algonkin

Umgangssprachen: Englisch, Akadisch, Schottisch-Gälisch, Mikmak, weitere Sprachen von Einwanderern

Englisch ist heute die alles beherrschende Umgangssprache. Vor allem auf Kap Breton haben sich noch Minderheiten von Schottisch-Gälisch- (0,1% der Gesamtbevölkerung), Akadisch- (3,6%) und Mikmak-Sprechern (0,45%) erhalten. Weitere Sprachen haben meistens eher Haussprachencharakter. Dabei sind die meisten Neuschottländer schottischer Herkunft (30%), gefolgt von Engländern (29%) und Iren (20%), Franzosen (18%), Deutschen (10%) und Niederländern (4%). Auch die Indianer machen etwa 3,2% der Bevölkerung aus, sprechen in ihrer Mehrheit heute aber wie alle Einwanderergruppen Englisch. In jüngerer Zeit sind auch andere Gruppen eingewandert, die (noch) eher ihre Sprache benutzen; die größten Gruppen sprechen Arabisch und Chinesisch.

Das lokale Englisch ist stark schottisch-gälisch beeinflußt, es ähnelt in manchem dem Hochlandenglischen in Schottland. Diese Sprachform ist aber auch im Rückzug begriffen, es gleicht sich anderen kanadischen Varietäten zunehmend an. Akademiker sprechen in aller Regel General Canadian.

Geschichte

Neuschottland gehört zum nordamerikanischen Kulturraum des Nordostens. Sie war zum Zeitpunkt der europäischen Eroberung von Mikmak besiedelt, die eine Algonkin-Sprache sprechen. Im 17. Jh. nahm Frankreich das Gebiet als Teil seiner Kolonie Akadien in Besitz. Französische Siedler kamen ins Land. Es bildete sich ein französischer Kolonialdialekt, das Akadische. Die Mikmak wurden schon bald zu einer kleinen Minderheit. In der Folgezeit wechselte der Besitz mehrfach zwischen Großbritannien und Frankreich, bis der festländische Teil endgültig 1713, die Kap-Breton-Insel, in der französischen Zeit Île Royale genannt, 1763. Die festländischen Akadier mußten nach der britischen Eroberung fliehen. Auf der Insel vermischten sie sich mit zugewanderten Iren. Neuschottland wurde unter britischer Herrschaft hauptsächlich von Schotten (die Insel zunächst von Iren, s.o., dann auch von Schotten) besiedelt. Sie überflügelten demographisch auch auf der Insel schnell die Iren und Akadier. Erstere assimilierten sich wohl an das nah verwandte Schottisch-Gälisch.

Schottisch-Gälisch war nunmehr die vorherrschende Umgangssprache in Neuschottland, das bis 1769 mit der späteren Prinz-Edward-Insel und bis 1784 mit Neubraunschweig in einer Kolonie vereinigt war; 1784-1820 war auch Kap Breton eine eigene Kolonie. Da aber auch Engländer einwanderten, gab es von Anfang an eine englischsprachige Minderheit. Dabei waren die meisten englischen Kolonisten nach 1776 royalistische Flüchtlinge aus den entstehenden Vereinigten Staaten. Auch schottischsprachige Schotten (die also nicht Gälisch sprachen) aus Ulster (Nordirland) wanderten ein. Im Westen des Festlandes stellten die Englischsprecher die Mehrheit (?).

Im 19. Jh. begannen Schottisch-Gälisch-Sprecher, ihre Sprache zugunsten des Englischen aufzugeben. Schon Mitte des Jhs. war nur noch Kap Breton und ein Streifen auf dem gegenüberliegenden Festland gälischsprachig.

Seit 1867 ist Neuschottland Teil Kanadas. Seit dem 2. Weltkrieg begann eine Unterdrückungspolitik gegenüber dem Gälischen. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde aus der Mehrheitssprache eine kleine Minderheitensprache. Heute findet man fast nur noch ältere Gälischsprecher, die Sprache ist bedroht. Ähnlich, aber in deutlich geringerem Maße, ergeht es der akadischsprachigen Minderheit; die Sprache ist noch nicht bedroht. Man findet auch noch einige Mikmak-Sprecher, die Mikmak haben mehrere Reservate in Neuschottland. Es gibt sogar mikmaksprachige Kinder; insgesamt ist allerdings auch das Mikmak als bedroht anzusehen. Seit dem 19. Jh. kamen auch Deutsche und Niederländer und weitere europäische Einwanderer ins Land. Sie haben in der Mehrheit ihre ursprünglichen Sprachen in der zweiten oder dritten Generation zugunsten des Englischen aufgegeben. Das Englische hat sich als Umgangssprache in Neuschottland durchgesetzt. Dabei hat sich durch das starke schottische Substrat und die lange kontinuierliche Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte eine Kolonialdialekt entwickelt, der viele schottisch-gälische Einflüsse aufweist und daher dem schottischen Hochlandenglisch recht verwandt ist. In jüngster Zeit ist auch dieser Dialekt bedroht. Vor allem Akademiker sprechen in aller Regel heute General Canadian.

Yukon

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Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch

Einheimische Sprachfamilien: Athapaskisch, Tlingit, Eskimo-Aleutisch

Umgangssprachen: Englisch, Inuktitut, Gwich'in, Hare, Hän, Tutchone, Tagish/Kaska, Tlingit, Tanana

Nur die Küstenregion im äußersten Norden gehört zur Arktis. Hier wohnen bis auf wenige nicht dort geborene Einwanderer Mackenzie Eskimo, die aber zu einem großen Teil ihre Sprache zugunsten des Englischen aufgegeben haben. Der Rest des Territoriums gehört zur Subarktis. Hier wohnen traditionell Kutchin/Gwich'in (im Norden), Hare, Kaska, Tlingit, Tutchone, Hän, Tagish und Tanana. Sie machen noch ein Viertel der Bevölkerung aus (dennoch ist das gesamte Territorium Yukons auf First-Nation-Territorien aufgeteilt, die sich oft überlappen). 17% von ihnen sprechen noch ihre traditionelle Sprache, im Norden eher als im Süden. Die meisten europäischstämmigen Einwanderer kamen in der Zeit des Goldrausches nach 1896 und sprechen Englisch. Die zweite Amtssprache Französisch spielt in der Praxis keine Rolle. Die Jahre des Goldrausches markieren auch die Zeit, als aus der theoretischen kanadischen Herrschaft (bis 1898 offiziell als Teil der Nordwest-Territorien) eine faktische wurde. Die "First Nations" begannen erst in den 50er Jahren, ihre traditionelle Lebensweise aufzugeben.

Das Territorium ist extrem dünn besiedelt. 30.000 Einwohner verteilen sich auf eine Fläche von 500.000km², was der Fläche Frankreichs entspricht. Davon wohnen drei Viertel in der Hauptstadt Whitehorse.

Wikipedia.
http://www12.statcan.ca/english/profil01/AP01/Details/Page.cfm?Lang=E&Geo1=PR&Code1=60&Geo2=PR&Code2=01&Data=Count&SearchText=Yukon%20Territory&SearchType=Begins&SearchPR=01&B1=All&GeoLevel=&GeoCode=60.
Marianne Mithun (1999): The Languages of Native North America (Cambridge Language Surveys), Cambridge MA: Cambridge University Press.
Christian F. Feest (Hrsg.)(2000): Kulturen der nordamerikanischen Indianer. Köln: Könemann.
http://www.eco.gov.yk.ca/landclaims/pdf/FN_TT_85X11.PDF.

Nordwest-Territorien

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Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch, Chipewyan (Dene), Cree, Dogrib, Gwich'in, Inuktitut, Nord-Slave, Süd-Slave, Innuinaqtun, Inuvialuktun

Einheimische Sprachfamilien: Athapaskisch, Eskimo-Aleutisch

Umgangssprachen (über 1% und einheimische): Englisch, Dogrib, Slave, Dene, Gwich'in, Französisch, Inuktitut, Tagalog

77,5% der Bevölkerung sprechen Englisch, je 5% Dogrib und Slave, 1% Dene, 0,5% Kutchin, 2,4% Französisch, 1,7% Inuktitut, 1,2% Tagalog. Übrige Sprachen, darunter Vietnamesisch, chinesische Sprachen, Algonkin-Sprachen und Deutsch, bewegen sich unter 1%.

Dabei sind 47% der Bevölkerung "indigener" Herkunft, davon 11% Inuit (Eskimos). Gut zwei Drittel dieser Menschen sind also (bzw. ihre Vorfahren) bereits zum Englischen übergegangen. 20% sind europäischstämmige Kanadier gemischter Herkunft, 17% finden ihre Wurzeln in England, 14% in Schottland, 12% in Irland, 10% in Quebec oder Frankreich, 8% in Deutschland, 3% in der Ukraine. 8% sind Métis, indianisch-europäischstämmige Mischlinge; sie sprechen traditionell Michif, eine indianisch-französische Mischsprache. Die meisten Métis in den Nordwestterritorien sprechen aber Englisch.

Wikipedia.

Nunavut

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Offizielle Amtssprache: Englisch, Französisch, Inuktitut, Innuinnaqtun

Einheimische Sprachfamilien: Eskimo-Aleutisch

Umgangssprachen: Inuktitut/Inuinnaqtun, Englisch, ((Französisch))

70% der Bevölkerung sprechen Inuktitut als Muttersprache, weitere 1% Inuinnaqtun, das ich als Inuktitut-Dialekt fasse. 27% sprechen Englisch, 1% Französisch. Dabei sprechen auch einige Inuit heute Englisch, da nur 14% der Bevölkerung "non-aboriginal", also europäischer Herkunft sind. Es gibt auch eine winzige indianische (0,36%) und Michif-Minderheit (0,19%).

Amtssprache ist sind neben Englisch Inuktitut und Französisch und Inuinnaqtune. Innuinnaqtun, ein Inuktitut-Dialekt, ist in den Nordwest-Territorien auch Amtssprache, gilt aber dort als Dialekt, in Nunavut aber als eigene Sprache. Dabei wird Innuinnaqtun mit lateinischen Buchstaben geschrieben, Inuktitut aber mit einer eigenen Silbenschrift, die der Cree-Schrift ähnlich ist.

Nunavut wurde 1999 von den Nordwest-Territorien abgespalten, um den Eskimo weitgehende Eigenverwaltung zu ermöglichen. Nunavut ist allerdings Territorium, keine Provinz. Neben den Eskimos und Indianern gibt es europäischstämmige Einwanderer. Sie sprechen Englisch oder Französisch. Wichtigste Verkehrssprache zwischen den Bevölkerungsgruppen ist allerdings weiterhin Englisch.

Geschichte Kanadas

Die erste Besiedlung Kanadas ist heute wieder strittig. Die meisten "Ureinwohner" stammen aber wohl von Einwanderern ab, die um 10000v.Chr. über die Bering-Straße Kanada erreichten. Nach Greenberg wären dabei drei Einwanderungswellen zu unterscheiden: die "amerindische", die Na-Dene und die Inuit. Die in Kanada danach entstandenen Kulturen teilt man in die Arktis, die Subarktis, Nordwestküste, Plateau, Prärie und Plains und Nordosten. Sie bildeten mit dem heute in den USA liegenden Gebieten eine Einheit. Dabei faßt man alle Kulturen außer der arktischen als indianisch zusammen. Um das Jahr 1000 und 1497 wurde Kanada von Europäern entdeckt, beide Entdeckungen blieben jedoch Episode. Erst 1605 begann die Inbesitznahme der Ostküste durch die Franzosen, Ende des 17. Jhs. die Einwanderung von Franzosen. Innerhalb von drei Jahrzehnten wanderten viele Franzosen ein, es bildeten sich auf der Grundlage des Standard-Französischen der Zeit zwei Ausgleichsdialekte, der von Akadien und der von Quebec. Während des 18. Jhs. versuchte Großbritannien, die französische Kolonie zu erobern. Dies gelang endgültig 1763. Während des 18. Jhs. begann die englische Einwanderung. Sie erfuhr einen Schub durch royalistische Flüchtlinge aus den USA nach 1775. Man schuf die Provinzen Upper Canada, Lower Canada, Neufundland, Neubraunschweig, Prince-Edward-Insel und Neuschottland. Lower Canada bestand vornehmlich aus französischsprachigen Einwohnern (die die indianische Bevölkerung bereits weitgehend verdrängt hatten), die akadische Bevölkerung in Neubraunschweig war zu einem großen Teil während der Kriege des 18. Jhs. vertrieben worden. Die Gebiete westlich von Upper Canada wurden im Verlauf des 19. Jhs. Besitz der Hudson Bay Company. Nachdem Upper und Lower Canada schon 1840 vereinigt worden waren, wurden die übrigen Kolonien außer Neufundland und Prince-Edward-Insel 1867 zum Dominion Kanada vereinigt, einem Staat mit erstmal weitgehender Autonomie. Dabei wurde aus Lower Canada die Provinz Quebec (1898 vergrößert), aus Upper Canada die Provinz Ontario, die später mehrmals vergrößert wurde. 1871 trat British Columbia dem Bundesstaat bei, 1873 die Prince-Edward-Insel. Das Gebiet der Hudson Bay Company wurde 1870 als Nordwestterritorien kanadisches Territorium. Im gleichen Jahr wurde ein kleiner Teil davon als Manitoba Provinz; er wurde 1881 etwas vergrößert. Zwischendurch wurde 1876 noch der Keewatin-Bezirk geschaffen, später in seinen Grenzen verändert, 1905 aber wieder aufgelöst. 1880 wurden auch die arktischen Inseln Teil Kanadas. 1905 wurden aus Teilen der Nordwestterritorien die Provinzen Saskatchewan und Alberta geschaffen. 1912 wurden die Provinzen Quebec, Ontario und Manitoba nach Norden auf den 60. Breitengrad hin ausgedehnt. Die verbleibenden Nordwestterritorien wurden 1898 in das Yukon-Territorium im äußersten Westen und die Nordwestterritorien geteilt. 1949 trat auch das Dominion (bis 1907 britische Kronkolonie) Neufundland Kanada bei. Zuletzt wurde 1999 aus Teilen der Nordwestterritorien das neue Territorium Nunavut geschaffen, in dem die Inuit trotz des Territoriumsstatus weitgehende Autonomierechte ausüben. 2001 wurde Neufundland in Neufundland und Labrador umbenannt.

Ethnologue.
Wikipedia.
Marianne Mithun (1999): The Languages of Native North America (Cambridge Language Surveys), Cambridge MA: Cambridge University Press.
Albrecht Iwersen/Susanne Iwersen-Sioltsidis (1998): Kanada (Beck'sche Reihe; 869: Länder), München: Beck.
Christian F. Feest (Hrsg.)(2000): Kulturen der nordamerikanischen Indianer. Köln: Könemann.