
Offizielle Amtssprache: Französisch, Englisch
Sprachfamilien: Tschadisch, Arabisch, Nilosaharanisch, Atlantisch, Cross River, Adamawa-Ubangi, Bantoid (auch Bantu)
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Das heutige Kamerun geht auf die deutsche Kolonie zurück, die 1884-1918 bestand. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Kamerun in ein kleines britisches Mandatsgebiet im Westen und ein großes französisches Mandatsgebiet im Osten aufgeteilt. 1911 war die deutsche Kolonie noch einmal erheblich vergrößert worden. Diese Gebiete kamen jetzt wieder an Französisch-Äquatorialafrika zurück.
Als beide Mandatsgebiete unabhängig werden sollten, entschied sich der Norden des britischen Mandatsgebiets für einen Anschluß an Nigeria, der Süden vereinigte sich mit dem französisches Mandatsgebiet. Bis heute ist Englisch Amtssprache im ehem. britischen Mandatsgebiet, Französisch im übrigen Land. Vielleicht darum sind Kenntnisse dieser jeweiligen Sprachen bei Kamerunern weniger verbreitet als europäische Amtssprachen im übrigen Afrika.
Im Norden werden tschadische Sprachen, Tschadisch-Arabisch und wenige nilosaharanische Sprachen gesprochen, im übrigen Land Niger-Kongo-Sprachen. Ebenfalls im Norden gibt es Fulbe; sie sind zu einem großen Teil seßhaft. Ful ist die Verkehrssprache in der Nordhälfte des Landes, außer im arabischsprachigen Teil. Im englischsprachigen Teil ist Englisch und Kamerun-Pidgin lingua franca, im Westen des französischsprachigen Teil Duala, teilweise auch Kamerun-Pidgin. Im Süden ist Fang wichtigste Verkehrssprache. Im Regenwald im Südosten wohnen auch Pygmäen. Sie sprechen Bantu-Sprachen.
Umgangssprachen: Ful, Schoa-Arabisch, Buduma, Jina, Majera, Kanuri, Mandara, Glavda, Gvoko, Turu, Mabas, Bulahai, Buwal, Gawar, Hya, Bana, Zizilivakan, Jimi, Gude, Sharwa, Tsuvan, Kapsiki, Besleri, Daba, Mazagway, Muturwa, Mundang, Tupuri, Massa, Kera, Musaya, Musgum, Zumaya, Baldamu, Kuseri, Afade, Logone, Maltam, Makari, Matakam, Zulgo-Gemzek, Merey, Nord-Mofu, Mofu, Marva, Dugwor, Moloko, Muyang, Vame, Wuzlum, Matal, Mada, Cuvok, Parkwa
Auf den (ehem.) Inseln im Tschad-See, die zu Kamerun gehören, leben vornehmlich Buduma und Araber, in Kamerun Schoa genannt, ihre Sprache Schoa-Arabisch. Das Schoa-Arabische kann als Dialektgruppe des Tschadisch-Arabischen angesehen werden; aus dem Tschad sind die arabischen Gruppen eingewandert. Die Buduma benutzen Kanuri als hauptsächliche lingua franca. Zwei Drittel von ihnen beherrscht diese Sprache. Die Hälfte der Buduma-Sprecher spricht auch Kanembu. Die Schoa-Araber leben auch im übrigen Logone-et-Chari, dem nördlichsten Bezirk der Provinz. Sie sind vornehmlich Viehzüchter. Im übrigen leben Kotoko, Makari, Maltam, Kuseri, Logone und Afade im Bezirk. Der Bezirk wird auch von (nomadischen) Bororo Fulbe durchstriffen.
Außer dem äußersten Norden wird die Provinz aber von Fulbe beherrscht. Diese sind im 19. Jh. im Gefolge Osman Dan Fodios in die Provinz gekommen und seßhaft geworden. Sie islamisierten die ansässigen Völker, assimilierten sie teilweise und verdrängten diejenigen, die nicht Muslime werden wollten, in die Bergregionen. Sie nennen sie Kirdi. So leben heute im Tiefland überwiegend Fulbe. Auch die übrigen Völker sind meist des Ful mächtig und benutzen es als lingua franca für das gesamte Extrême-Nord. Zu den Kirdi zählen die folgenden Völker: die Matakam um Mokolo (die in drei soziale Gruppen nach ihrer Ankunftszeit in der neuen Heimat untergliedert sind), die Mandara nördlich davon, die trotz ihrer Flucht den Islam angenommen haben (allerdings erst vor relativ kurzer Zeit; sie teilen sich in eine ganze Reihe verschiedener Sprachen), außerdem die Kapsiki, die Fali, die Mofou, sowie kleinere Gruppen:
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