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Serbien

Offizielle Amtssprache: Serbisch

Umgangssprachen: Serbisch/(Ijekawisches Serbisch?)/Torlakisch/Prizren-Timok-Stokawisch, Albanisch, (Bulgarisch), Slowakisch, Ungarisch, Rumänisch, ... [Donauschwäbisch, Judezmo, (Jiddisch)]

Zentral-SerbienVojvodina

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Serbien war bis zum 3.6.2006 in einem Staatenbund mit Montenegro. Es besteht aus einer (nach serbischer Auffassung zwei) autonomen Provinzen, nämlich der Vojvodina (und nach serbischer Auffassung das Kosovo, das sich am 17.2.2008 für unabhängig erklärt hat) sowie dem Zentralen Serbien.

Man spricht Serbisch, weitgehend identisch mit dem Kroatischen und Bosnischen. Serbisch kann dabei für zwei unterschiedliche Bereiche gelten: Entweder benutzt man Serbisch aus religiösen Gründen, Serbisch sprechen dann Orthodoxe; oder man bezeichnet damit den ekawischen Dialekt des Serbischen und Kroatischen. In der Vojvodina gibt es eine ungarische Minderheit.

Im südlichen Kosovo gibt es den stokavischen Prizren-Timok-Dialekt, dessen Morphologie mit der des Mazedonischen übereinstimmt.

In Syrmien und in der Batschka lebten früher Donauschwaben, die aber meist nach Deutschland ausgewandert sind.

Die serbischen Juden sprachen meist Judezmo. Sie sind nach Israel ausgewandert. In Belgrad gab es eine aschkenasische und eine sephardische Gemeinde. Die Serben flüchteten während der osmanischen Herrschaft aus dem Kosovo. Er wurde hauptsächlich von Albanern wiederbesiedelt.

Zentrales Serbien
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Die Mehrheit der Bevölkerung in Zentral-Serbien spricht (ekawisches) Serbisch.

In Teilen des ehem. Sandžak stellen Bosnier die Mehrheit. Dort wird auch Ijekawisch gebraucht. In der Pčinja im äußersten Süden stellen Albanischsprecher ein Viertel der Bevölkerung. Es gibt auch eine bulgarische Minderheit. Im zentral-serbischen Teil von Syrmien und Banat gab es bis zum Krieg mit Kroatien mehrere Minderheiten, vor allem Kroaten (10%), aber auch Slowaken (5%), Ungarn (3%) und eine Reihe kleinerer Minderheiten. Bis zum 2. Weltkrieg gab es in Syrmien auch eine donauschwäbische Minderheit. In der östlichen Hälfte Serbiens gibt es eine sog. "wlachische" Minderheit, das sind Rumänen. Im Osten werden torlakische Dialekte gesprochen (eigene Sprache?). Im ganzen Land verteilt wohnen Roma. Bis zum 2. Weltkrieg gab es auch eine jüdische Minderheit. Sie waren meist Sepharden, nur in Belgrad gab es auch Aschkenasen.

Vojvodina
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Die Vojvodina besteht aus drei Landschaften: dem Süden der Batschka, dem Westen des Banat und dem Norden Syrmiens. In der Vojvodina machen Serben 60% der Bevölkerung aus. Es gibt Minderheiten von Ungarn (17%), Slowaken (3%), Kroaten (2,5%, bis zum Krieg 9%), Montenegrinern (2%), Rumänen (1,5%), außerdem kleine Gruppen von Bulgaren, kroatische Sprecher des Ikawischen, muslimische Goranisch-Sprecher, Mazedonier, Russen, Ruthenen, Roma, Slowenen, Tschechen, Ukrainer u.a.

Die Ungarn stellen in Teilen des nördl. Banats und der nördl. Batschka die Mehrheit. Die Slowaken haben in zwei Bezirken ihren Siedlungsraum, dort bilden sie die Mehrheit. In Syrmien wohnten früher viele Kroaten, die aber im Krieg gegen Kroatien meist flohen.

Geschichte

Im Altertum bewohnten Illyrer, Thraker und Kelten die Region. Ab 10n.Chr. stand das Land unter römischer Herrschaft. Bei der Reichsteilung kam es an Ostrom. Es wurde teilweise hellenisiert. In der Völkerwanderung wanderten Awaren, Turkobulgaren und Slawen ein und verdrängten oder assimilierten die bisherige Bevölkerung. Die slawische Bevölkerung setzte sich auch gegenüber Awaren und Turkobulgaren durch. Im 9.Jh. wurde Serbien von Byzanz aus christianisiert, es übernahm als Schriftsprache das Altkirchenslawische in kyrillischer Schrift. Später bildete sich auf serbischem Territorium ein Zarentum. Dieses wurde im 14. Jh. von den Osmanen annektiert. In den darauffolgenden Jahrhunderten flohen viele Serben in Gebiete, die nicht von den Türken regiert waren. (Außerdem entstanden serbische Minderheiten in anderen Staaten des ehem. Jugoslawien).

Die heutige Vojvodina kam im Zusammenhang mit den Türkenkriegen an Ungarn. Eine ungarische Oberschicht wanderte ein. 1541 wurde auch die Vojvodina osmanisch, 1718 aber habsburgisch. In der Folge flohen Serben in das damals entvölkerte Gebiet, während gleichzeitig Österreich schwäbische Siedler ins Land holte.

1817 wurde (ein Teil des heutigen) Serbien ein autonomes Fürstentum. Es bestand damals im wesentlichen nur aus der Šumdija. Die Vojvodina blieb habsburgisch, der Süden integraler Bestandteil des Osmanischen Reiches. 1878 vergrößerte sich der Staat um das Gebiet um Niš, der Sandschak von Novi Pazar wurde habsburgisch besetzt. 1912 wurde der Sandschak zwischen Montenegro und Serbien aufgeteilt, Serbien gewann außerdem den Kosovo, die Pčinja und Mazedonien hinzu. Nach dem 1. Weltkrieg entstand unter serbischer Führung der Einheitsstaat des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS), 1929 in Jugoslawien umbenannt, zu dem außer Serbien (mit Mazedonien) auch die Vojvodina und die heutigen Staaten Montenegro, Kroatien, Bosnien/Herzegowina und Slowenien gehörten. Dies wurde im 2. Weltkrieg aufgeteilt, 1945 als Föderation aber wieder aufgerichtet. In dieser Föderation bildete Serbien eine Teilrepublik, die Vojvodina und der Kosovo waren autonome Provinzen innerhalb dieser Republik. 1988 wurde die Autonomie des Kosovo aufgehoben, zu Beginn der 90er Jahre lösten sich alle Staaten bis auf Montenegro von der Föderation. 2003 wurde der Rest der Föderation daher in Serbien und Montenegro umbenannt. Der Kosovo stand nach dem Kosovo-Krieg 1999 unter Verwaltung der UNO, bis auch er 2008 den serbischen Staatsverband verließ. 2006 löste sich auch Montenegro von der Föderation, kurz darauf erklärte sich auch Serbien für unabhängig, da die Föderation mit Serbien deckungsgleich geworden war. In den 90er Jahren flohen viele Serben aus den heute unabhängigen Staaten, die vormals zu Jugoslawien gehörten.

Wikipedia.
John K. Cox (2002): The history of Serbia (The Greenwood histories of the modern nations), Westport CT: Greenwood.