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Johannes Reese

Textzusammenfassung · Internat. Layout · Übersetzungen · Aussprachetraining · Historische Recherche · Ghostwriting

Hessen (Deutschland)

Offizielle Amtssprache: Deutsch

Einheimische Umgangssprachen: ·Hochdeutsch, Hessisch/Südhessisch/(Thüringisch)/(Ostfränkisch), [Westfälisch/(Ostfälisch)]


[Die helle Linie gibt ungefähre Grenzen der Dialektgruppen an (es fehlt nur das thüringischsprachige Gebiet), die dunklen sind die heutigen Kreisgrenzen. An Mischgebieten ist nur das Rhein-Main-Gebiet berücksichtigt.]

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Man muß heute zwei Großregionen in Hessen unterscheiden: Südhessen und den Rest des Landes. Während in Südhessen der Dialekt noch lebendig ist, ist er im übrigen Land vom Aussterben bedroht. Er ist umso stärker bedroht, je weiter man nach Norden kommt.

In der traditionellen sprachlichen Situation zerfiel Hessen in sieben sprachliche Großlandschaften (auf der Karte gekennzeichnet):

Neben diesen Großregionen kann noch feiner unterteilen. Dabei ergeben sich dann recht breite Übergangszonen. Nur zwischen dem Westfälischen im Waldecker Uppland und den übrigen Dialekten besteht eine klare Sprachgrenze. Der Nordosten wurde als Übergangsgebiet zum Thüringischen bereits angesprochen. Die Schwalm stellt die Übergangszone zwischen dem Nieder- und dem Osthessischen dar. Noch breiter ist die Übergangszone zwischen Nieder- und Mittelhessisch sowie zwischen Mittel- und Osthessisch. Im hessischen Teil des Odenwaldes wird hauptsächlich Odenwälderisch gesprochen, das dem Südhessischen zugeordnet wird, aber schon einen Übergangsdialekt zum Südfränkischen und Kurpfälzischen darstellt. Südlich von Beerfelden geht der Dialekt bereits ins Kurpfälzische über. Südöstlich von Erbach (also im unmittelbaren Grenzgebiet) geht er ins Odenwäldische über, das mehr zum Südfränkischen gerechnet wird.

Man unterscheidet Niederhessisch im Norden, Osthessisch, Mittelhessisch und Südhessisch. Das Südhessische stellt Übergangsdialekte zwischen dem Pfälzischen und dem übrigen Hessischen dar. Im äußersten Nordosten um Eschwege werden Übergangsdialekte zum Thüringischen gesprochen, die schon eher letzterem als dem Hessischen zuzuordnen sind. Im Westerwald und im ehem. kurtrierischen Gebiet um Limburg werden moselfränkisch-mittelhessische Übergangsdialekte gesprochen. In der Schwalm werden Übergangsdialekte zwischen Nieder- und Osthessisch gesprochen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hessen (vor allem wohl der Rhein-Main-Raum) eines der Zentren der Sudetendeutschen.

In Niederhessen war die hugenottische (französische Reformierte) Einwanderung besonders stark. In einigen Dörfern um Hofgeismar hielt sich das Französische bis in die Mitte des 19. Jhs.

Niederdeutsches Hessen: Waldecker Uppland und nördl. Lkr. Kassel
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Allgemeine Umgangssprache ist Hochdeutsch. Das Hochdeutsche hat einen westfälischen Akzent im größten Teil des Gebiets, einen ostfälischen im äußersten Norden. Früher wurden hier ostfälische Dialekte gesprochen, im übrigen Gebiet Ostwestfälisch. Beide Dialektgruppen können auf hessischem Boden als ausgestorben gelten. In der jüngeren Generation entfällt oft schon der lokale Akzent, vor allem im ostfälischen Teil, wie das ja auch im benachbarten ostfälischen Niedersachsen gilt.

Nordhessen

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Allgemeine Umgangssprache ist heute Hochdeutsch mit nordhessischer oder auch nur hessischer Färbung. Auf dem Land beherrschen zumindest die älteren Leute noch die niederhessischen Dialekte.

Werra-Meißner-Kreis
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Mittelhessen
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Mittelhessen stellt heute sprachlich ein Übergangsgebiet dar zwischen Nordhessen und Südhessen. Während in Nordhessen Standard-Deutsch vorherrscht und die südhessische Umgangssprache noch viele südhessische Elemente bewahrt hat, finden sich einige dieser südhessischen ("neuhessischen") Elemente heute auch in der mittelhessischen Umgangssprache, aber deutlich weniger als in Südhessen. Mittelhessische Elemente haben sich nur in Rückzugsgebieten erhalten, mittelhessischer Dialekt wird in noch kleineren Rückzugsgebieten von der älteren Generation gesprochen. Umgekehrt herrscht in Städten, vor allem in der Universitätsstadt Marburg, "dialektfreies" Hochdeutsch vor, wie es in Nordhessen gesprochen wird.

Traditionell wurden in Mittelhessen die mittelhessischen Dialekte gesprochen. Im äußersten Westen, im Westerwald und im ehem. kurtrierischen Gebiet um Limburg kann man schon von moselfränkisch-mittelhessischen Übergangsdialekten sprechen (hier finden sich auch Rückzugsgebiete). Das Mittelhessische stellt mit dem Nieder- und Osthessischen die hessische Dialektgruppe dar. Wie auch das Thüringische ist oder war sie eine ausgeprägte Dialektgruppe, von den anderen fränkischen Dialekten sehr verschieden, vor allem deutlich verschieden von dem zum Rheinfränkischen gehörenden Südhessischen, das heute außerhalb Hessens als Klischee des Hessischen gilt.

Mittelhessisch wird auch als "Oberhessisch" bezeichnet. Oberhessen war sowohl der Name des Südens von Kurhessen (Hessen-Kassel) als auch des Nordens von Hessen-Darmstadt (dem Volksstaat Hessen der Weimarer Republik). Beide lagen in Mittelhessen.

Osthessen
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Rhein-Main-Gebiet
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Südhessen
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Rheingau
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Geschichte
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Südhessen war einst von Kelten bewohnt, im Nordteil des Landes siedelten allerdings schon in den ersten Jahrhunderten v.Chr. die germanischen Chatten. Diese gelten als Vorfahren der heutigen Hessen. Bis zum 2. Jh.v.Chr. setzten sich allerdings scheinbar die Germanen auch im Süden durch. Nur der äußerste Süden war ab der Zeitenwende Teil des Römischen Reiches. Während der Völkerwanderung wanderten viele Chatten aus. Der Rest ging im fränkischen Großstamm auf. Die Frankisierung war dabei im Süden stärker. Die nieder-, mittel- und osthessischen Dialekte sind zwar Teil des fränkischen Sprachgebiets, haben aber Besonderheiten bewahrt. Das Südhessische ist Teil des Rheinfränkischen. Seit dem 20. Jh. gehen die Dialekte zugunsten des Hoch- bzw. Mediendeutschen zurück, mit zunehmender Geschwindigkeit von Süden nach Norden. Die jüngste Generation spricht in Nord-, Mittel- und Osthessen in der Regel Hochdeutsch.

Wikipedia.
http://web.uni-marburg.de/sprache-in-hessen/.
Herbert Michel (1997): "Gehe se fort, bleiwwe Se doo!" Rheingauer Dialekt (Geisenheimer Berichte), Geisenheim: Gesellschaft zur Förderung der Forschungsanstalt Geisenheim.
http://members.aol.com/grehm/mundart.htm.
http://www.medienzentren.hessen.de/fulda/tom/MZF/Karte/index.htm.
Georg Ulrich Großmann (1991): Nördliches Hessen: zwischen Lahn und Werra, Reinhardswad und Rhön - Rundfahrten im Land des Fachwerkbaues (DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer), Köln: DuMont.
http://www.uni-marburg.de/aktuelles/unijournal/7/Sprache/Sprachforschung.
http://www.ohg-giessen.de/oberhessen.html.
http://www.hr-online.de/servlet/de.hr.cms.servlet.File/04-135.rtf?ws=hrmysql&blobId=56601&id=2236252.