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Guyana

Offizielle Amtssprache: Englisch

Einheimische Sprachfamilien: Caribe, Arawak, Warao

Umgangssprachen: Guyanesisch, (Englisch), (Sarnami Hindi, chinesische Sprachen), Warao, Akawaio, Arawakisch, Atorada, Berbice-Kreolisch, Carib, Macushi, Mapidian, Mawayana, Patamona, Pemon, Waiwai, Wapishana, [Skepi-Kreolisch]

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Allgemeine Umgangssprache ist heute Guyanesisch, eine Kreolsprache auf englischer Basis. Es herrscht ein Kontinuum zwischen Guyanesisch und Englisch vor. Guyanesen afrikanischer Herkunft sprechen fast nur dieses Sprachkontinuum. Auch die Nachkommen der Inder haben in ihrer Mehrzahl diese Sprache übernommen, ebenso die im Land seit dem 19. Jh. lebenden Chinesen. Eine jüngere Einwanderergruppe kommt aus St. Lucia. Sie spricht eine verwandte Kreolsprache, neigt aber spätestens in der zweiten Generation zur sprachlichen Assimilierung.

Fast nur ältere Indo-Guyanesen sprechen Sarnami Hindi, einen Hindi-Kolonialdialekt. Die indianischen Sprachen sind gleichfalls bedroht, lediglich die Cariben im Landesinneren sind von der übrigen guyanesischen Gesellschaft weitgehend abgeschnitten und bewahren daher eher ihre indianische Sprache. Selbst bei ihnen gibt es aber eine Tendenz zum Sprachwechsel, allerdings eher zum Portugiesischen. Das Landesinnere ist sehr dünn besiedelt.

Im Grenzgebiet zu Surinam gibt es einige Sprecher der niederländischbasierten Kreolsprachen Berbice-Kreolisch und Skepi (letztere ist inzwischen ausgestorben). Sie sind auch meist afrikanischer Herkunft. Im gleichen Gebiet in der Küstenregion leben einige Warao.

Sprachenkarte (Ethnologue)

Geschichte

Die ersten Einwohner, von denen wir wissen, sind Menschen der Arawak-Kultur. Im Mittelalter drangen zusätzlich Caribe-Völker aus dem Süden vor und drängten die Arawak ins Abseits. Die beiden Sprachgruppen sind noch heute im Land vertreten. Außer ihnen sind die Warao im Küstenbereich die einzigen vorkolumbianischen Völker in Guyana. Letztere gelten einigen Forschern quasi als Urbevölkerung des Gebiets.

In der Kolonialzeit kam das Gebiet schnell unter niederländische Herrschaft. Sie herrschten bis 1814 über das heutige Guyana. Schon in napoleonischer Zeit besetzten die Briten mehrfach Guyana. 1814 ging es dann in ihren Besitz über. Die Kolonialherren und niederländische Siedler, ab dem 18. Jh. auch britische, holten Sklaven aus Afrika ins Land. Nach Abschaffung der Sklaverei kamen zusätzlich indische Vertragsarbeiter, vor allem aus Nordindien. Nachdem sie sich nach wenigen Jahrzehnten auf eine gemeinsame indoarische Sprache "geeinigt" hatten, das Sarnami Hindi, gaben sie diese Sprache in der zweiten Hälfte des 20. Jhs. zugunsten des Guyanesischen auf. Später kamen auch einige Chinesen, die ebenfalls in jüngster Zeit das Guyanesische angenommen haben.

Heute stellen Guyanesen afrikanischer und indischer Herkunft je knapp die Hälfte der Bevölkerung. Die Indianer sind inzwischen statistisch unbedeutend, ebenso wie die Nachfahren der europäischen Siedler.

Ethnologue.
Tim Merrill (Hrsg.)(²1993): Guyana and Belize: country studies (Area handbook series; 82), Washington, D.C.: Federal Research Division, Library of Congress.