Das Kastilische unterscheidet sich nur wenig vom Portugiesisch-Galizischen. Alle Dialekte des Kastilischen sind als Kolonialdialekte zu betrachten und jung. Die Abweichungen vom Standard sind im Vergleich zu anderen Sprachen minimal.
Als kastilische Dialektgruppe ist auch das Judenspanische zu betrachten. Es wurde bis ins 16. Jh. in Spanien gesprochen. Danach wurden die Juden gezwungen, Spanien zu verlassen. Sie siedelten sich vor allem in Marokko und im Osmanischen Reich an. Einige zogen später auch nach Frankreich, Belgien und die USA. Das marokkanische Judenspanisch (Hakitia) ist inzwischen fast ausgestorben, teilweise zugunsten des Standard-Kastilischen. Nur in Gibraltar, vielleicht auch noch in Ceuta und/oder Melilla, finden sich noch Hakitia-Sprecher. Im Osmanischen Reich (Ladino-Gebiet) waren die Zentren Sarajevo, Saloniki, Istanbul und Jerusalem. Die Sarajevoer und Salonikier Juden sind zumeist im Holocaust umgekommen oder nach Israel ausgewandert. Auch ein Teil der Istanbuler Juden zog nach 1948 nach Israel. In Istanbul ist die Sprache durch das Türkische bedroht, auch aufgrund der türkischen Sprachpolitik. In Israel ist die Sprache bedroht (obwohl sie seit einigen Jahren gefördert wird) zugunsten des Hebräischen.
In Uruguay gibt es eine code-switching-Tradition zwischen Spanisch und Portugiesisch. Sie wird Portunhol genannt. In Gibraltar gibt es eine ebensolche Tradition mit dem Englischen: Der andalusische Dialekt Llanito wird oft im code-switching mit Englisch gebraucht; die code-switching-Situation selbst wird ebenfalls oft Llanito genannt.
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