Bairisch gilt zuweilen als eine Art kreolisiertes Alemannisch. Jedenfalls ist die Großstammbildung hier unklarer als bei anderen Großstämmen der Völkerwanderungszeit. Unter der Annahme, daß Bairisch erst in der Völkerwanderungszeit entstand, entstand es vollständig auf romanisch-keltischem oder romanisch-rätischem Boden.
Im Norden sind die Grenzen zum Fränkischen unklar. Nürnberg ist fränkisch, hat aber noch bairische Einflüsse. Die Grenze zum Alemannischen im Westen ist deutlich. Sie wird durch den Lech markiert. Das Bairische stellt die Sprachgrenze zum Ostromanischen sowie Slawischen und Ungarischen dar.
Innerhalb des Bairischen gibt es tlw. deutliche Grenzen zwischen den Dialektgruppen.
Das Bairische ist die stärkste Nicht-Nationalsprache im "deutschsprachigen" Raum. Aufgrund einer Dominanz des bayrischen Raums in den deutschen Medien können Bairischsprecher in der Regel davon ausgehen, selbst an der Nordseeküste mit Bairisch verstanden zu werden. Diese weite Verständlichkeit gilt für keine andere Sprache des "deutschsprachigen" Raums außer Hochdeutsch.
Außer in seinem Hauptsiedlungsgebiet gibt es noch einige bairischsprachige Sprachinseln in romanischem Gebiet: das Zimbrische im Trentin und das Plodnerische in der Prov. Belluno der Reg. Venetien. Diese Dialekte sind besonders altertümlich, heute aber durch das Standarditalienische bedroht.
gesprochen in:
Peter Wiesinger (1990): The Central and Southern Bavarian Dialects in Bavaria and Austria, in: Charles V.J. Russ (Hrsg.): The Dialects of Modern German: A Linguistic Survey, London: Routledge.
Wikipedia.