Alemannisch

Die Bezeichnung Alemannisch ist mißverständlich. Sie wird meist nur für die hochalemannischen Dialekte in Deutschland verwendet. Manchmal wird auch das Südbadische als Alemannisch bezeichnet bzw. Hochalemannisch (Deutschland) und Südbadisch zusammen als Alemannisch bezeichnet. Das Niederalemannische stellt eine Übergangszone zwischen dem Schwäbischen und dem Hochalemannischen dar, und ist schlecht als eigene Dialektgruppe abgrenzbar; es wird auch teilweise in Bodensee-Alemannisch und Oberrhein-Alemannisch unterteilt.

Es bestehen keine klaren Sprachgrenzen im Norden zum Fränkischen, allerdings eine klare Sprachgrenze im Osten zum Bairischen. Die Grenze zum Bairischen markiert im Norden der Lech, im Süden Berge. Die Grenze verläuft durch Bayern, etwa entlang der Grenze der Reg-Bz. Schwaben und Oberbayern (vor der Reform 1972), dann durch Nordwesttirol, weiter entlang der Grenze zwischen Vorarlberg und Tirol bis zur Grenze zwischen Graubünden und Tirol. Ein Zipfel Graubündens (Samnaun) ist übrigens infolge Sprachwechsels im 19. Jh. (vorher rätoromanisch) heute bairischsprachig; er ist vom alemannischen Sprachgebiet durch rätoromanische Gebiet getrennt.

Im übrigen bildet das Alemannische die germanische Sprachgrenze zu den romanischen Sprachen. Außer zwei zweisprachigen Städten (Freiburg und Biel) ist diese Grenze meist territorial eindeutig, deckt sich aber nicht mit Kantonsgrenzen der Schweiz. In Graubünden leben Alemannisch- und Rätoromanischsprecher durchmischt.

Das Alemannische gewinnt Raum in Graubünden, tlw. auch im Tessin, verliert aber Raum im Elsaß (Sprachwechsel zum Französischen) und in Deutschland (Sprachwechsel zum Hochdeutschen, stärker an den Staatsgrenzen als im Inneren Baden-Württembergs).

In jüngster Zeit entwickeln sich die Dialekte anhand der politischen Grenze auseinander. Die Dialekte der Schweiz wachsen zu einem Schweizerdeutschen zusammen, das sich auch untereinander zunehmend angleicht, während die Dialekte in anderen Ländern sich ebenfalls innerhalb ihrer politischen Grenzen angleichen; so wachsen z.B. auch die alemannischen Dialekte in Baden-Württemberg aufeinander zu, zunächst noch mit der Unterscheidung in südbadische und schwäbische Dialekte. Außer in der Schweiz, in geringerem Maße aber auch dort, sind die Dialekte starkem Einfluß bzw. Sprachwechseldruck vonseiten der Nationalsprachen Hochdeutsch und Französisch ausgesetzt.

Besonders zu erwähnen ist das Baseldeutsch: Es ist dem Westschweizerdeutschen zuzurechnen. Da es aber zahlreiche niederalemannische Elemente hat, obwohl es von rein hochalemannischen Dialekten umgeben ist, stellt es eine Sprachinsel dar und durchbricht das normale Kontinuum, das zwischen benachbarten Dialekten einer Dialektgruppe besteht. Trotz der klaren Sprachgrenze teilen aber die umliegenden Dialekte, vor allem das Unterbaselbieterdeutsch, zahlreiche der Eigenheiten mit dem Baseldeutschen.

Dialektgruppen

gesprochen in:

http://mundartgesellschaft-wuerttemberg.de/sprachkarten5.htm.
(Deutsche und alemannische) Wikipedia.
Albert Weber/Jacques M. Bächtold (³1983): Zürichdeutsches Wörterbuch (Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen; 3), Zürich: Rohr.


Zurück zur Startseite