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Johannes Reese

Textzusammenfassung · Internat. Layout · Übersetzungen · Aussprachetraining · Historische Recherche · Ghostwriting

Dominica

Offizielle Amtssprache: Englisch

Umgangssprachen: "Patois", Kokoy, [Insel-Karibisch], (((Mandarin, Yue)))

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Als einziger karibischer Insel gibt es auf Dominica noch Indianer. Sie haben im Norden des Parish St. David im Westen der Insel ein Reservat, sprechen aber seit den 20er Jahren ihre Sprache, das Inselkaribische, nicht mehr. Diese Sprache war eine Arawak-Sprache. Die Mehrheit der Bevölkerung ist afrikanischer Herkunft, ein geringer Teil gemischt-afrikanisch-europäischer. "Reinrassige" Weiße gibt es kaum. Allgemeine Umgangssprache ist eine Kreolsprache auf französischer Basis. In den Dörfern Marigot und Wesley (St. Andrews Parish) wird Kokoy gesprochen, eine englischbasierte Kreolsprache.

Im Gegensatz zu anderen karibischen Inseln gibt es kaum Einwanderer aus Asien auf Dominica. Erst in den 90ern kamen einige Hundert Chinesen aus Taiwan und Hongkong auf die Insel.

Geschichte

Dominica wurde um 5000 v.Chr. erstmals besiedelt, wohl von Venezuela aus. Dieses erste Volk wird Ortoroiden genannt. Es gibt nur archäologische Hinweise auf sie. Um 400 v.Chr. wurden sie von Arawak-Indianern verdrängt oder assimiliert. Diese hießen Igneri. Erst um 1400 kam eine weitere Gruppe ins Land, die wohl caribischen Ursprungs war. Sie nannten sich selbst Kalinago und waren eine kriegerische Kultur. Sie unterwarfen die Igneri. Allerdings waren sie relativ gering an Zahl und verbanden sich mit Igneri-Frauen. Es bildete sich eine neue Sprache, das Inselkaribische, auf Igneri-Grundlage mit starken Einflüssen vonseiten der Cariben. Dominica hieß auf inselkaribisch Wai'tukubuli. Diese Sprache sprachen zumindest die Frauen und kleinen Kinder. Die Männer hatten eine eigene Sprache, die entweder ein arawak-basiertes Pidgin oder Kreol war oder eine arawakische beeinflußte Caribe-Sprache (letzteres ist eher unwahrscheinlich) oder auch eine stärker caribisch beeinflußte Variante des Inselkaribischen. Auf Dominica blieben die Inselkariben zwar nicht unbehelligt, konnten sich aber ihre Unabhängigkeit bewahren. Das Inselkaribische wurde nach der europäischen Eroberung der Karibik noch durch bedeutende Ströme von Taino-Flüchtlingen verändert, die vor der Ausrottung durch die spanische Besatzung auf den Großen Antillen (Kuba, Hispaniola, Jamaika) flohen. Ab Ende des 17. Jhs. kamen erste französische Siedler ins Land. Sie wurden von den Inselkariben geduldet. Im Laufe des 18. Jhs. nahm die Immigration zu und wurde auch durch afrikanische Sklaven ergänzt. Diese waren es wohl, die die heutige Umgangssprache, das dominicanische "Patois", entwickelten. Schon bald war die Zahl der Sklaven größer als die der europäischen Siedler. Aus beiden heraus entstanden die Mulatten, die auch "Patois" sprachen und neben Afrikanern und Europäern eine dritte Klasse innerhalb der nicht-indianischen Bevölkerung bildeten.

Mitte des 18. Jhs. wurde Dominica faktisch zur französischen Kolonie, die Indianer waren bevölkerungstechnisch überflügelt worden. Spätestens in diesem Zusammenhang war die oben beschriebene Männersprache ausgestorben, vielleicht auch schon früher. Die Inselkariben bekamen bald darauf ein Gebiet im Nordosten der Insel als Reservat zugewiesen, das sie noch heute bewohnen. Dort bewahrten sie zunächst ihre Sprache bei; im Laufe der Jahrhunderte wurden sie aber sprachlich assimiliert. Der letzte flüssige Inselkaribischsprecher starb 1920. 1763 wurde Dominica britische Kolonie. Die Schriftkultur, soweit sie existierte, wurde damit mittel- bis langfristig durch das Englische ersetzt. Das "Patois" konnte sich nun unabhängig entwickeln. Es übernahm natürlich englische Entlehnungen, wie es auch die karibische Kreolsprache mit dem größten Anteil inselkaribischer Entlehnungen ist. Es kamen auch englische Siedler ins Land nach 1763, unter anderem königstreue Flüchtlinge aus den USA nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.