Zurück zur Startseite


Ich freue mich über alle Hinweise, Email s. Impressum.

Kanton Bern (Schweiz)

Offizielle Amtssprache: Deutsch, Französisch

Einheimische Umgangssprachen: Alemannisch, Französisch, [Frankoprovenzalisch]

Zurück zur Schweiz-Karte

Der Kanton Bern teilt sich in das Oberaargau, das Emmental, das Seeland, das Berner Mittelland und das Berner Oberland sowie das Südjura.

Das Südjura oder Berner Jura ist bis auf zwei Gemeinden französischsprachig. Der Bezirk Biel, der an das französischsprachige Gebiet grenzt, ist vor allem dank Einwanderung heute zweisprachig. Im übrigen Südjura gibt es beträchtliche deutschschweizerische Einwanderung; dank des Territorialprinzips sind diese aber angehalten, sich sprachlich anzupassen. Berndeutsch oder auch andere alemannische Dialekte sind dort vor allem Haussprache. Im Südjura wurden früher Übergangsdialekte vom Frankoprovenzalischen zum Französischen gesprochen, die meist dem Frankoprovenzalischen zugerechnet werden. Diese Dialekte sind ausgestorben, man spricht Standard-Französisch mit geringen Einflüssen der alten Dialekte.

Die Dialekte der übrigen Gebiete des Kantons werden oft als Berndeutsch zusammengefaßt. Die Stadt Bern, deren Untertanenland der übrige Kanton bis 1798 war, ist sprachliches Zentrum des Kantons und beeinflußt die Sprache im ganzen Kanton, vielleicht mit Ausnahme des Südens. So gehörte das Seeland sprachlich früher einmal zum Nordwestschweizerischen, heute kann man die Sprache unter Berndeutsch subsumieren, allerdings mit vielen nordwestschweizerischen Einflüssen. Im Oberaargau wird wie im westlichen Aargau gesprochen, eine Sprache mit nordschweizerischen Einflüssen, die aber als Berndeutsch zu betrachten ist.

Im allgemeinen Bewußtsein meint Berndeutsch vor allem die Sprache des sprachlichen Zentrums, der Stadt Bern. Allerdings gibt es vor allem in der Sprache einiger Berner, die vor allem der Oberschicht angehören, Spracheigentümlichkeiten, die außerhalb des berndeutschen Sprachgebiets gerade die typischen Merkmale des Berndeutschen nicht aufweisen, wie die "Velarisierung" (nd wird zu ng) und die L-Vokalisierung (l im Silbenendrand wird zu u) -- außerdem das Rachen-R. Südlich Berns beginnt das Mittelbernische, das bereits erste südschweizerische Merkmale aufweist. Der Dialekt im Emmental ist dem Dialekt Berns ähnlich, mit ersten luzernischen Elementen.

Berndeutsch wird auch in den beiden Berner Enklaven auf Freiburger Gebiet gesprochen. Eine dieser Enklaven ist völlig von französischsprachigem Gebiet umschlossen.

Berner Oberland
Zurück zur Kanton-Bern-Karte

Im Berner Oberland wird traditionell Oberländisch gesprochen, das dem Südschweizerischen oder Innerschweizerischen zuzurechnen ist (die südschweizerischen Merkmale werden oft schon als höchstalemannisch bezeichnet). Es ist als Übergangsgebiet zum Walliserdeutschen zu betrachten. Man kann das Oberländische ins Westoberländische und das Ostoberländische aufteilen. Die Oberländer Dialekte gelten als sehr differenziert. Man kann das Westoberländische weiter ins Saanenländische, Obersimmentalerdeutsch, Niedersimmentalerdeutsch, Frutigerdeutsch und Adelbodisch aufteilen. Das Ostoberländische teilt sich in das Bödelideutsch, das Lauterbrunnische, das Grindelwalderdeutsch, das Brienzerdeutsch und das Haslideutsch. Das Ostoberländische teilt schon einige Merkmale mit den Dialekten der Urschweiz. Vor allem das Haslital fühlt sich bereits stark mit der Innerschweiz verbunden, die Durchsetzung der Reformation war hier schwierig, und die Haslitäler machten sich im Mittelalter berechtigte Hoffnungen auf Kantonsstatus. Sie hatten in voreidgenössischer Zeit mehr Freiheiten als Uri. Das Oberländische hat in der Grammatik einige Altertümlichkeiten wie die Flexion prädikativer Adjektive, teilweise sogar Genitive bewahrt. Die Dialekte im Norden weisen schon zum Mittelbernischen.

Im Norden, in Städten und vom Tourismus geprägten Gebieten gewinnt Mittelbernisch, Berndeutsch bzw. Allgemein-Schweizerdeutsch immer mehr an Boden. Die "Verflachung" der oberländischen Dialekte wird in den letzten Jahrzehnten von Dialektpflegern mit wachsender Sorge betrachtet. Die Oberländischen Dialekte werden immer mehr zu Relikten in schwer zugänglichen Gebieten, die sich aber umgekehrt zunehmend entvölkern. Die Dialekte sind daher in ihrer ursprünglichen Form bedroht.