Offizielle Amtssprache: Englisch
Sprachfamilien: Germanisch, Romanisch, Maya, Arawak
Umgangssprachen: Belizean Creole, (Englisch), Plautdietsch, Spanisch, Yukatekisch, Mopán, Kekchí, Garifuna, Kantonesisch, Hindi, Libanesisch-/Palästinensisch-Arabisch, (weitere chin. und ind. Sprachen)
|
|
Zurück zur Mittelamerika-Seite
Die einflußreichste Gruppe sind die Kreolen. Sie sind in ihrer Mehrzahl Nachkommen afrikanischer Sklaven. In ihre Kultur haben sich aber auch andere Bevölkerungsgruppen assimiliert, so die wenigen frühen europäischen (britischen) Einwanderer. Sie sprechen Belizean Creole, eine Kreolsprache auf englischer Basis, bzw. ein Kontinuum zwischen Kreolisch und Englisch. Das Kontinuum zwischen Belizean Creole und Englisch ist lingua franca des gesamten Landes. Zwei Drittel der Kreolen leben im Belize-Bezirk. Dort stellen sie die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung.
Einzige Sprachen an den Schulen und damit vorherrschende Schriftsprache in Belize ist Englisch.
Äußerlich kaum von den Kreolen zu unterscheiden sind die Garifuna. Sie kommen ursprünglich von St. Vincent; dort entstand eine Gruppe von indianisch-afrikanischen Mischlingen, die eine Arawak-Sprache sprachen, das Garifuna. Diese wanderten später nach Mittelamerika. Über Honduras gelangten sie Anfang des 19. Jhs. nach Belize. Sie wohnen vor allem in Punta Gorda, Dangriga, Hopkins, Seine Bight, Georgetown, Barranco und Mullins River, außerdem in Belize City und Belmopan.
Die mayasprachige Bevölkerung geht auf Einwanderung der letzten zwei Jahrhunderte zurück. Sie verteilen sich auf drei Volks- und Sprachgruppen: Yukatekisch, Mopán und Kekchí. Seit den 60er Jahren gehen die Yukateken zunehmend zum Spanischen oder Englischen über. Sie leben im Corozal- und Orange-Walk-Bezirk. Die Mopán kommen aus dem Tiefland (Petén; die ursprüngliche Mopán-Bevölkerung war bei der Kolonisierung dahin vertrieben worden, es blieb nur einige winzige Gruppe in Belize zurück). Die Mopán leben vornehmlich im Toledo-Bezirk, einige auch im Cayo-Bezirk. Die Kekchí kommen aus Verapaz (Guatemala), wanderten in den 1870er und 1880er Jahren ein und leben heute in etwa dreißig verstreuten Siedlungen im Toledo-Bezirk; dort halten sie Kontakt zu ihren "Verwandten" in Guatemala. Sie kamen in vorkolumbianischer Zeit nicht in Belize vor. Umgekehrt sind in Belize heute keine Chol-Sprecher mehr zu finden.
Seit 1958 wohnen Mennoniten im Land. Sie kamen aus Manitoba und Chihuahua. Sie sprechen Plautdietsch und sind die einzige Gruppe, die sich nicht mit anderen Bevölkerungsgruppen durch Heirat vermischen. Sie wohnen in sechs Gemeinschaften: Blue Creek, Shipyard, Little Belize, Progreso, Spanish Outlook und Barton Creek. Sie liegen in Nord- und Nordwest-Belize.
Die Inder, die seit etwa 1850 in mehreren Wellen eingewandert sind, leben in allen Bezirken. Die ersten Einwanderer haben inzwischen ihre Sprache aufgegeben, die Einwanderer jüngerer Zeit sprechen aber noch ihre indischen Muttersprachen, vor allem Hindi. Neben Indern gibt es kleine Gruppen von Chinesen (vor allem aus Hongkong und Taiwan), Libanesen und Palästinenser. Die Chinesen haben vor allem in den 80er Jahren kräftigen Zuwachs aus Hongkong und Taiwan erfahren; die Libanesen und Palästinenser sind hauptsächlich um die letzte Jahrhundertwende eingewandert. Eine winzige Gruppe stellen die rezenten Einwanderer aus den USA und Europa dar, die sich im Land meist auf Englisch verständigen und oft nach einigen Jahren das Land wieder verlassen.
Außer den Mennoniten gibt es viel Mischung zwischen den Bevölkerungsgruppen. Zwei- oder Dreisprachigkeit ist weit verbreitet. Der Hauptgegensatz sind die kreolische Kultur auf der einen, die mestizische spanischsprachige auf der anderen Seite. Aber auch zwischen diesen beiden Antagonismen gibt es Heiraten. Viele Belizer sehen sich daher außerstande, sich einer bestimmten Kultur zuzuordnen. Es gibt daher außerdem sowohl mestizisch aussehende Kreolen als auch dunkelhäutige Spanischsprecher. Tendentiell beherrschen alle Belizer Kreolisch und/oder Englisch und/oder Spanisch.
75% der Bevölkerung sprechen Spanisch als Muttersprache. Es gibt auch Yukatekisch-Sprecher, die aber zum Sprachwechsel zum Spanischen tendieren. Einige der Garifuna-Gemeinden liegen in Corozal. Spanisch wird neben Kreolisch zunehmend zur lingua franca in Corozal.
75% der Bevölkerung sprechen Spanisch als Muttersprache. Es gibt auch Yukatekisch-Sprecher, die aber zum Sprachwechsel zum Spanischen tendieren. Einige der Mennoniten-Gemeinden und der Garifuna-Gemeinden liegen in Orange Walk. Orange Walk ist neben Belize City das Zentrum der indischen Einwanderer der 60er Jahre, die meist Hindi sprechen.
Drei Viertel der Bevölkerung sind Kreolen. Hauptsächliche Umgangssprache ist ein Kontinuum zwischen Belizean Creole und Englisch. Nur ein Zehntel spricht Spanisch. Die übrigen Bevölkerungsgruppen finden sich vornehmlich in Belize City und sind das Ergebnis eher rezenter Zuwanderung. Darunter sind die vor allem hindisprachigen indischen Einwanderer der 60er Jahre und Chinesen. Die libanesischen und palästinensischen Einwanderer konzentrieren sich vor allem hier.
Drei Viertel der Bevölkerung sind Kreolen. Stann Creek ist daneben das Zentrum der Garifuna. Sie siedeln an der Küste. In ländlichen Regionen gibt es auch Mopán und Kekchí.
Einige der Mennoniten-Gemeinden liegen in Toledo. Auch die Garifuna haben hier neben Stann Creek ihr Zentrum. Sie siedeln zusammen mit Kreolen an der Küste. Toledo ist das wichtigste Zentrum der Inder, die im 19. Jh. einwanderten und heute Kreolisch oder Englisch sprechen.
Im Landesinneren wohnen Mopán und Kekchí. Sie machen 57% der Gesamtbevölkerung aus.
Die Hälfte der Bevölkerung spricht Spanisch. Einige der Mennoniten-Gemeinden liegen in Cayo. Neben dem Belize-Bezirk ist Cayo das zweite Zentrum der libanesischen und palästinensischen Einwanderer, die vor allem im Handel tätig sind. In ländlichen Gegenden wohnen Mopán. Im übrigen dominieren Kreolen.
Sprachenkarte Belizes (Ethnologue)
Vor der europäischen Kolonisierung gehörte das Gebiet des heutigen Belize zur Maya-Kultur. Es verteilte sich auf die Provinzen Chetumal im Norden, Dzuluinicob in der Mitte des heutigen Landes sowie Mopán und Manche im Süden. die nördlichen Provinzen waren eher yukatekischsprachig, in Manche wurde Chol gesprochen. Es gibt noch eine ganze Reihe von archäologischen Überresten aus dieser Zeit. Die Maya-Bevölkerung wurde allerdings von Europäern und Krankheiten zu einem großen Teil ausgelöscht; ein Teil hatte die Gegend schon nach dem Ende der Maya-Hochkultur im 10. Jh. verlassen. Die heutige Maya-Bevölkerung geht zu einem großen Teil auf Einwanderung einerseits während des "Kriegs der Kasten" in Mexiko in der Hälfte des 19. Jhs., als viele Bewohner Yukatans nach Belize flohen, andererseits aus Guatemala zurück. Seit dieser Zeit gibt es auch Spanischsprecher im Land. Spanischsprecher, die mestizos, wanderten seit dieser Zeit ohne Unterbrechung nach Belize ein, nach dem Krieg der Kasten vor allem aus Guatemala. Inzwischen stellen sie die größte Bevölkerungsgruppe. Daher gewinnt das Spanische zunehmend an Gewicht. Ursprünglich siedelten sie vor allem im Norden des Landes, heute sind sie über das ganze Land verteilt. Bis heute ist aber der Norden besonders spanisch bzw. mestizisch geprägt.
Seit dem 16. Jh. gehörte Belize zum Spanischen Kolonialreich. Es ließen sich allerdings kaum Spanier hier nieder. Europäische Besiedlung fand vielmehr seit dem 17. Jh. durch Briten statt. Zunächst lebten Piraten hier, seit dem 18. Jh. auch Siedler. Diese Siedler brachten afrikanische Sklaven ins Land, die heute die Bevölkerungsmehrheit stellen. Seit 1798 war Belize unter britischer Herrschaft, wurde aber erst 1862 offiziell britische Kronkolonie unter dem Namen Britisch-Honduras. Seit 1973 heißt das Land Belize, seit 1981 ist es unabhängig.
Außer den Nachfahren der Sklaven, den wenigen britischen Siedlern und den oben erwähnten eingewanderten Maya und Mexikanern sind im 19. und 20. Jh. weitere Volksgruppen eingewandert: Im 19. Jh. Inder und Garifuna, im 20. Chinesen, (plautdietschsprachige) Mennoniten, Libanesen und Palästinenser.