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Johannes Reese

Textzusammenfassung · Internat. Layout · Übersetzungen · Aussprachetraining · Historische Recherche · Ghostwriting

Freistaat Bayern (Deutschland)

Offizielle Amtssprache: Deutsch

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Einheimische Umgangssprachen: Bairisch, Fränkisch, Allgäuerisch/Schwäbisch/(Seealemannisch), ·Hochdeutsch

Franken Schwaben
Altbayern Sudetendeutsch

Bayern besteht aus Franken (Ostfränkisch), Schwaben und Altbayern. Seit 1954 gelten als vierter Stamm Bayerns offiziell die Sudetendeutschen, von denen sich die Mehrheit nach ihrer Vertreibung aus Böhmen 1945 in Bayern angesiedelt hat. Sie sind über ganz Bayern verstreut.

Franken
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Im größten Teil der Reg.-Bz. Unter-, Mittel- und Oberfranken spricht man Ostfränkisch, das meist als Fränkisch bezeichnet wird.

Die Dialekte sind in Franken schwächer als im übrigen Bayern. Ein Kontinuum zwischen Hochdeutsch und ihnen ist aber noch allgemeine Umgangssprache, auf dem Land auch mit nur geringem hochdeutschen Einfluß. Nur in den größeren Städten gibt es auch reine Hochdeutsch-Sprecher. Sie sind aber in ihrer Mehrzahl Einwanderer der ersten Generation aus anderen Teilen Deutschlands.

Unterfranken

Der äußerste Westen stellt die Region Untermain dar. Sie besteht aus dem Gebiet um Aschaffenburg sowie den bayerischen Anteilen des Spessart und des Odenwalds (Landkreise Aschaffenburg, Main-Spessart, Miltenberg). Um Aschaffenburg wird Hessisch gesprochen. Im Spessart werden südhessisch-unterfränkische Übergangsdialekte gesprochen. Im bayerischen Teil des Odenwalds wird hauptsächlich Odenwäldisch gesprochen (nicht zu verwechseln mit Odenwälderisch in Hessen); das ist ein südfränkisch-südhessischer Übergangsdialekt, der meist dem Südfränkischen zugerechnet wird.

In der Rhön ragt das Osthessische um Bad Brückenau und Motten (Lkr. Bad Kissingen) nach Bayern hinein. Die übrige Rhön (ähnlich dem Spessart) ist osthessisch-ostfränkisches Übergangsgebiet, das allerdings eher zum Ostfränkischen gezählt wird. Im westlichen Teil der Grenze zu Thüringen wird Hennebergisch und Grabfeldisch (beides ostfränkische Dialekte) gesprochen, wie im benachbarten Thüringen.

Im übrigen Unterfranken wird Unterfränkisch gesprochen, auch als Mainfränkisch bekannt.

Mittelfranken

Im äußersten Südosten Mittelfrankens und im fränkischen Anteil des Fichtelgebirges wird Nordbairisch gesprochen, westlich des mittelfränkischen Bairischgebietes, in einem Streifen, der sich fast die gesamte Grenze zur Oberpfalz hinzieht, u.a. in Nürnberg, fränkisch-nordbairische Übergangsdialekte. Im äußersten Südwesten ragt das schwäbische Sprachgebiet nach Mittelfranken hinein (bis etwa Dinkelsbühl).

Im übrigen Mittelfranken wird Mittelfränkisch gesprochen.

Oberfranken

In Oberfranken wird nördlich der Bamberger Schranke (geht durch den Landkreis Lichtenfels) Itzgründisch (gehört zum Mainfränkischen) gesprochen, südlich davon Oberfränkisch. Im fränkischen Anteil des Fichtelgebirges (Landkreis Wunsiedel, Teile des Landkreises Hof) wird Nordbairisch gesprochen.

Um Ludwigstadt im Kreis Kronach wird Südostthüringisch gesprochen. Im Dorf Töpen wird Vogtländisch gesprochen. Beide Dialekte sind mit Dialekten in Thüringen bzw. Sachsen verwandt, zählen aber ebenfalls zur ostfränkischen Dialektgruppe. Das "Dreispracheneck" zwischen (ostfränkischem) Vogtländisch, (ostfränkischem) Oberfränkisch und Nordbairisch geht durch den Landkreis Hof.

Geschichte

Der Bereich nördlich der Bamberger Schranke war ursprünglich von Thüringern besiedelt. Später wanderten auch Slawen ein, die sich rasch assimilierten. In diesem Teil des Thüringerlandes war der fränkische Einfluß nach der fränkischen Eroberung so groß, daß sich ostfränkische Dialekte bildeten. Der größte ist das Itzgründische in Nord-Oberfranken. Die meisten dieser ostfränkischen Dialekte werden im heutigen Thüringen gesprochen.

Südlich der Bamberger Schranke lag fränkisches Stammgebiet.

Wikipedia.
http://members.aol.com/grehm/mundart.htm.
Anthony R. Rowley (1990): North Bavarian, in: Charles V.J. Russ (Hrsg.): The Dialects of Modern German: A Linguistic Survey, London: Routledge.

Schwaben
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Die Gebietsreform hat die weitgehende Übereinstimmung von Reg.-Bz.-Grenzen und Sprach- bzw. Kulturgrenzen gestört. Dadurch gibt es heute altbayerische Gebiete im Reg.-Bz. Schwaben. Die Kulturgrenze stellt der Lech dar. Er durchschneidet also u.a. die Stadt Augsburg, die durch die Eingemeindungen des 20. Jhs. auch bairischsprachige Stadtbezirke hat (die hier ebenfalls unter Oberbayern behandelt werden). Das östlich des Lechs gesprochene Lechrainische, das zum Bairischen zählt, ist aber (traditionell) noch stark schwäbisch beeinflußt. Hier wird nur der Teil des Reg.-Bz. westlich des Lechs beschrieben sowie die Teile des Reg.-Bz. Oberbayern, die westlich des Lechs liegen.

Der Bayerisch-Schwaben besteht aus drei Teilregionen: Lindau am Bodensee und einige Dörfern in seiner Umgebung, dem Allgäu im Süden (im wesentlichen die Lkr. Ost- und Oberallgäu sowie der größte Teil des Lkr. Lindau) und Bayrisch-Schwaben i.e.S.

Lindau

Lindau und die umgebenden Dörfer gehören nicht zum Allgäu. Lindau ist der einzige Vertreter des Bodenseealemannischen i.e.S. in Bayern. Die Stadt gehört zum Kontinuum der Bodenseedialekte. Lediglich die 200jährige Zugehörigkeit zu Bayern hat die Stadt sprachlich den baden-württembergischen und österreichischen Bodenseedörfern und -städten etwas entfremdet.

Allgäu

Im Lkr. Lindau wird hauptsächlich Westallgäuerisch gesprochen. Das Süd-Oberallgäuerische beherrscht die südliche Hälfte des Lkr. Oberallgäu. West- und Süd-Oberallgäuerisch gehören zum Bodenseealemannischen i.w.S. Im übrigen Allgäu, das aus den kreisfreien Städten Kempten und Kaufbeuren, zwei Dörfern des Lkr. Unterallgäu, dem größten Teil des Lkr. Ostallgäu und der nördlichen Hälfte des Lkr. Oberallgäu besteht, wird Allgäuerisch gesprochen, das zum Schwäbischen zählt und eine Übergangszone von Schwäbisch zu Bodenseealemannisch darstellt. Das Schwäbische Allgäuerische wird noch in Ostallgäuerisch, Unterallgäuerisch und Nord-Oberallgäuerische geteilt. Die alemannisch-schwäbische Sprachgrenze durchteilt die Landschaft des Oberallgäu.

Bayrisch-Schwaben i.e.S.

Im schwäbischsprachigen Teil des Reg.-Bz., teilweise auch als Mittelschwaben bezeichnet, nimmt das Bewußtsein, "Schwäbisch" zu sprechen, mit dem zunehmenden bairischen Einfluß nach Osten hin ab. Heute am "schwäbischsten" ist die Gegend um Neu-Ulm. Nur hier ist die Landesgrenze noch nicht sprachlich relevant. Im äußersten Norden im Landkreis Donau-Ries treffen fränkische, schwäbische und bairische Dialekte aufeinander. In Oettingen werden alle drei Sprachen gesprochen (allerdings reicht das Schwäbische auch noch weiter in den Reg.-Bz. Mittelfranken hinein).

Heutige Verhältnisse

Umgangssprache ist ein Kontinuum zwischen Hochdeutsch und der jeweiligen Abart des Alemannischen. Dabei gibt es auch einen starken Einfluß seitens des Bairischen, das in Bayern die Medien beherrscht. Die schwäbischen und allgäuerischen Dialekte werden zunehmend bajuwarisiert, so daß teilweise im alemannischen Teil Bayerns bereits (Modern-)Bairisch mit alemannischem Substrat gesprochen wird. Lediglich im Oberallgau ist diese Entwicklung in geringerem Maße zu beobachten. In Augsburg schwindet der Dialekt ganz.

Wikipedia.
http://www.br-online.de/land-und-leute/thema/dialekte/schwaben.xml.
http://de.geocities.com/manfred.renn/index.html.
http://www.dialekt-allgaeu.de/40976.html.
mehrere Augsburger (p.M.).
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/96/368911/text/.
http://www.heimatbund-allgaeu.de/home/grenzsaum-allgaeu.html.
Manfred Renn/Werner König (2006): Kleiner Bayerischer Sprachatlas, München: Deutscher Taschenbuch Verlag.

Altbayern
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Altbayern unterteilt sich in Oberbayern und Niederbayern sowie die Oberpfalz. In der Oberpfalz (außer Regensburg) sowie in Oberbayern nördlich von Ingolstadt und im Bayrischen Wald (Niederbayern) nördlich von Deggendorf wird Nordbairisch gesprochen, im Werdenfelser Land (um Garmisch) Südbairisch, also Tirolerisch, im übrigen Altbayern Mittelbairisch. Das Mittelbairische Bayerns teilt sich in das Oberbayerische und das Niederbayerische; zwischen beiden besteht eine Sprachgrenze. Im Süden der Oberpfalz und im Norden Niederbayerns werden nordbairisch-mittelbairische Übergangsdialekte gesprochen. Die Stadt Regensburg selbst ist eine mittelbairische Enklave.

Die Gebietsreform hat die weitgehende Übereinstimmung von Reg.-Bz.-Grenzen und Sprach- bzw. Kulturgrenzen gestört. Dadurch gibt es heute alemannische und fränkische Gebiete (Norden des Lkr. Eichstätt) im Reg.-Bz. Oberbayern. Die Kulturgrenze zwischen Altbayern und Schwaben/Allgäu stellt der Lech dar. Nur das Lechrainische wird auf der Ostseite des Lechs gesprochen. Es gilt aber für viele als bairisch, trotz einiger typisch alemannischer Besonderheiten wie fascht statt fast, esse statt essn sowie die Endung -le statt -l, -erl im Diminutiv.

Während die Sprecher anderer Dialekte außerhalb ihrer Heimat meist Hochdeutsch sprechen, können sich Altbayern leisten, überall Bayrisch zu sprechen. Aufgrund der Dominanz Bayerns in den deutschen Medien können sie davon ausgehen, daß ihr Dialekt in ganz Deutschland verstanden wird. Auf dem Land wird in Altbayern fast ausschließlich Bairisch gesprochen. In den Städten herrscht ein Kontinuum zwischen Hochdeutsch und Bairisch vor, mit deutlicher Tendenz Richtung Bairisch. Nur im Großraum München ist die Einwanderung aus anderen Teilen Deutschlands derart groß, daß Hochdeutsch ohne bairische Elemente eine Rolle spielt, nämlich vor allem bei den deutschen Einwanderern der ersten Generation. Schon in der zweiten Generation wird der bairische Einfluß spürbar. Unter Nicht-Deutschen ist die Tendenz zum Dialektsprechen größer als unter den deutschen Einwanderern.

Heute verändern sich die meisten altbayrischen Dialekte außerhalb der Oberpfalz, indem sie sich zunehmend dem Münchner Dialekt angleichen.

Wikipedia.
Barbara Sonnenhauser (p.M.)
http://de.geocities.com/manfred.renn/index.html.
Peter Wiesinger (1990): The Central and Southern Bavarian Dialects in Bavaria and Austria, in: Charles V.J. Russ (Hrsg.): The Dialects of Modern German: A Linguistic Survey, London: Routledge.
Anthony R. Rowley (1990): North Bavarian, in: Charles V.J. Russ (Hrsg.): The Dialects of Modern German: A Linguistic Survey, London: Routledge.

Sudetendeutsche
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Vor allem in Bayern haben sich nach dem Zweiten Weltkrieg viele Sudetendeutsche angesiedelt, deren Kinder aber meist den örtlichen Dialekt bzw. die örtliche Umgangssprache annehmen. Besonders prominent ist Neugablonz (heute Stadtteil von Kaufbeuren im Allgäu).