
Offizielle Amtssprache: Abchasisch, Russisch
Umgangssprachen: Abchasisch, Russisch, Georgisch, Armenisch, Swanisch
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Abchasien wird oft zu Europa gerechnet, es liegt aber am Südhang des Großen Kaukasus
und müßte demnach zu Asien gezählt werden.
Abchasien hat sich 1992 für unabhängig erklärt. Es wurde aber nur von Rußland
anerkannt, das eine Vereinigung mit Abchasien anstrebt. International gilt
Abchasien als eine Autonome Republik in Georgien.
Heute sind 45% der Bevölkerung (einschließlich Ober-Abchasien) Abchasen, 18,2% Armenier (die im Gagra-Rajon sogar die Mehrheit stellen), 12,9% Georgier, 7% Russen und 0,2% Esten. Lingua franca ist Russisch.
Im Kordori-Tal (2006-2008 unter georgischer Kontrolle) wohnen hauptsächlich Swanen.
Vom 11.-8. Jh.v.Chr. existierte auf dem Gebiet Abchasiens des Reich von Kolcha, das wahrscheinlich kaukasischsprachig war. Es wurde vom ebenfalls (wahrscheinlich süd-)kaukasischen Kolchis abgelöst (seit dem 6. Jh.v.Chr. nachweisbar). Im 2. Jh. v.Chr. fiel dieses an Pontos, ein (griechisches) Diadochenreich. In Naessus, Pityus und Dioscurias bestanden griechische Kolonien. Ab 65 v.Chr. war Kolchis ein Vasall Roms, zeitweise als Teil des Bosporanischen Reichs. Im 1. Jh. n.Chr. zerfiel Kolchis nach der Einwanderung von Lasen in fünf Reiche: das der Heniocher, das der Makronen, Lasika sowie die Reiche der Abschiler und der Abasgen. Das heutige Abchasien gehörte dabei zu Lasika. Lasikas Titularnation waren die Lasen, die sich später mit den einheimischen Völkern vermischten. Im 6. Jh. wurde Lasika christianisiert. Nach den Arabereinfällen wurde Egrisi sein Nachfolger. Im 8. Jh. entstanden das Reich Abchasien, das sich Ende des Jhs. mit Egrisi vereinte. Ende des 10. Jh. ging Egrisi-Abchasien im Georgischen Königreich auf. 1578 fiel Abchasien an das Osmanische Reich. Während die Georgier unter türkischer Herrschaft am Christentum festhielten, traten die Abchasen mehrheitlich zum Islam über. 1810 wurden Teile, 1829 der Rest Abchasiens russisch. Bis 1864 bestand ein abhängiges abchasisches Fürstentum. Nach dessen Auflösung und der folgenden antimuslimischen Politik wanderten viele Abchasen in die Türkei aus. Dadurch wurden die Abchasen zu einer Minderheit. 1989 stellten sie 18% der Bevölkerung, gegenüber 44% Georgiern und 16% Russen. Nach der Oktoberrevolution gehörte Abchasien zunächst zum unabhängigen Georgien, wurde aber 1921 als Abchasische SSR faktisch Teil Rußlands, noch im gleichen Jahr aber mit der Georgischen SSR assoziiert, ab 1931 auch formal Aut. Rep. als Teil der Georgischen SSR (die wiederum bis 1936 Teil der Transkaukasischen SFSR innerhalb der UdSSR war). Zu Stalins Lebzeiten war dabei Georgisch die Hauptsprache im Land. Während der sowjetischen Herrschaft ging die Einwanderung von Russen und Georgiern weiter, außerdem kamen jetzt Armenier. Nach der Auflösung der UdSSR gehörte Abchasien zu Georgien. Für alle Staaten der Welt außer Rußland ist Abchasien heute noch eine aut. Rep. innerhalb Georgiens. 1992 erklärte sich aber Abchasien einseitig für unabhängig. Nach einem Krieg mit Georgien schlossen Abchasien und Georgien 1994 einen Waffenstillstand, durch den faktisch Abchasien heute nicht mehr von Georgien abhängig ist. 2006 eroberte Georgien allerdings das Kordori-Tal im Nordosten Abchasiens. Hier residierte seitdem die Regierung der autonomen georgischen Republik Abchasien; die Region wird von Georgien seit der Eroberung "Ober-Abchasien" genannt. 2008 marschierten russische Truppen ein und vertrieben die Georgier. Seitdem wird das Gebiet wieder von Abchasien kontrolliert.
Durch den Krieg Anfang der 90er haben sich die Bevölkerungsverhältnisse verschoben. Abchasen stellen heute fast die Hälfte der Bevölkerung, seit der Abtrennung des überwiegend von (als Georgiern gerechneten) Swanen bewohnten Ober-Abchasiens sind sie im Reststaat wohl inzwischen die Mehrheit. Das stärkt die Position des Abchasischen. Innerethnische Lingua franca ist allerdings seit der Sowjetzeit weiterhin Russisch.
Wikipedia.